Anhaltender Gegenwind Weltweite Automobilbau-Krise wird bald zur Existenzfrage

Quelle: dpa 3 min Lesedauer

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Die größten Automobilhersteller der Welt haben, wie die dpa meldet, gemeinsam betrachtet einen herben Gewinneinbruch im ersten Halbjahr 2025 hinnehmen müssen.

Der weltweite Automobilbau kämpft mit horrenden Gewinneinbrüchen, wenn man das erste Halbjahr 2025 betrachtet. Eine Analyse von EY kommt zu dem Ergebnis, dass alles in allem im Vergleich zum Vorjahreszeitraum fast die Hälfte des Gewinns weggebrochen ist ...(Bild:  F. Gedere)
Der weltweite Automobilbau kämpft mit horrenden Gewinneinbrüchen, wenn man das erste Halbjahr 2025 betrachtet. Eine Analyse von EY kommt zu dem Ergebnis, dass alles in allem im Vergleich zum Vorjahreszeitraum fast die Hälfte des Gewinns weggebrochen ist ...
(Bild: F. Gedere)

Wie aus einer Studie der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY hervorgeht, halbierte sich fast der operative Gewinn (Ebit) der 19 größten Autobauer der Welt – minus 49,2 Prozent sind zu beklagen. Von Januar bis Juni lag die „Ernte“ demnach bei 42,8 Milliarden Euro (nach 84,3 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum). Der Umsatz stagnierte aber in Summe. Angesichts einbrechender Gewinne steckt die etablierte westliche Autoindustrie in einer tiefen und strukturellen Krise, wie der EY-Autoexperte Constantin Gall kommentiert. Denn Elektroautos verkauften sich deutlich schwächer als angenommen und auf wichtigen Absatzmärkten herrsche ein ruinöser Preiswettbewerb. „Die Probleme in China werden dadurch noch verstärkt, dass die Asiaten sich verstärkt nationalen Automarken zuwendet", führt Gall weiter aus. Zusätzlich sorgten hohe Transformations- und Restrukturierungskosten, Rückrufe und Lieferkettenstörungen für Probleme. Die Schwächephase der globalen Autoindustrie werde demnach vorerst anhalten.

Autokonzerne sollten sich von ihren Altlasten befreien

Das jedenfalls prognostizierte Gall mit Blick auf die Zukunft. Der Sturm, der den Gegenwind vor sich her peitscht, wird folglich nicht so schnell abflauen. Der Experte begründete diese Einschätzung unter anderem mit einer weiterhin schwachen Konjunktur. Auch würden sich die geopolitische Situation und die Zollpolitik absehbar nicht zum Positiven entwickeln. „Für viele Hersteller steht das komplette Geschäftsmodell auf dem Spiel. Bei einigen Herstellern wird sich mittelfristig deshalb die Existenzfrage stellen müssen“, befürchtet der EY-Experte. Umso wichtiger sei es, dass die Autokonzerne harte Entscheidungen träfen. Die guten alten Zeiten kommen laut Gall auch nicht wieder! Die Branche hat sich nämlich fundamental verändert. Und die Automobilindustrie muss sich dem wirtschaftlich anzupassen versuchen. Die Autokonzerne müssten sich von Altlasten trennen, mahnt Gall. Das viel zu große Portfolio sollte verkleinern werden, damit sie sich auf das Wesentliche fokussieren könnten – auf klar definierte Kundensegmente und auf ein abgegrenztes, aber konkurrenzfähiges Modellangebot. Denn Größe ist nach Ansicht von Gall nicht alles. Größe kann sich, wie man heute sieht, nämlich auch in einen Bremsklotz verwandeln, wenn es darum geht, sich an neue Gegebenheiten anzupassen.

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Wer in Europa Autos bauen will, muss mehr tun als das ...

Was den Preiskampf in China angeht, so ist es so, dass statt in nachhaltiges Wachstum und Technologien zu investieren, bei vielen chinesischen Herstellern die Mittel in absurde Rabatte fließen. Der chinesische Automarkt ist überhitzt und es konkurrieren etwa 100 Autohersteller um Marktanteile, wie der VW-China-Chef Ralf Brandstätter das dortige Geschehen kommentiert. VW habe laut Brandstätter schon lang entschieden, dabei nicht mitzumachen. Allerdings strebe man auch weiterhin eine wichtige Rolle auf dem umkämpften Markt an. „Auch wenn die Zeiten der Super-Renditen vorbei sind und nicht zurückkommen werden, wollen in China weiter gutes Geld verdienen“, so der VW-Manager. In puncto dessen, wie sehr Europa von chinesischen Batteriezellen abhängig sei, sehe Brandstätter für die Autoindustrie Handlungsbedarf. So brauche es jetzt einen übergreifenden industriepolitischen Ansatz, der auch die Absicherung der Rohstoffversorgung mit aufnehme. Was Chinesen angeht, die in Europa Autos bauen wollen, so lautet seine Meinung: „Wer in Europa produzieren will – etwa um Zölle zu vermeiden – muss hier auch einen relevanten Anteil der Wertschöpfungskette für seine Produkte aufbauen und für den Wettbewerb öffnen!“ Dazu gehöre auch die Produktion von Batteriezellen. Brandstätter abschließend: „Nur Autos zusammenschrauben reicht nicht. Denn wenn wir in China ein Werk eröffnen wollen, müssen wir ähnliche Auflagen erfüllen, weil wir sonst keine Lizenz bekommen.“

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