Cluster-Forum „Neue Werkstoffe“

Aluminium – aus dem Leichtbau nicht mehr wegzudenken

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So macht die nur einseitige Zugänglichkeit von Fügestellen beim neuen Mercedes SL beispielsweise die Nutzung einer Bolzentechnik, der sogenannten Impact-Technologie, erforderlich. Hohe Prozessgeschwindigkeit und präzise Automatisierbarkeit machen das Verfahren dabei zu einer wirtschaftlich optimalen Lösung. Der Vielfalt der Profile sind beim Aluminium kaum Grenzen gesetzt.

Da sich der Werkstoff im Vergleich mit Magnesium gut im Strangpressverfahren verarbeiten lässt, können verschiedenste Geometrien und Querschnitte realisiert werden, wie Erich Hoch, F. W. Broekelmann Aluminium, aufzeigte. Der Bedarf an Aluminiumlösungen wurde speziell von den Automobilherstellern geäußert, doch dürfen die Aluminiumverarbeiter heute „keine Angst vor Stahl und Kunststoff haben“, so Hoch. Durch eine weiter gehende Zusammenarbeit zwischen Aluminiumherstellern, Strangpressern und Automobilherstellern können hier noch weitere Potenziale für den Einsatz von Aluminium erschlossen werden.

Neue Aluminiumwerkstoffe können Einsatzgebiete in der Außenhaut erobern

Auch Legierungsentwicklungen sind gefordert und aktuelle Beispiele, wie sie Dr. Andreas Afseth von Constellium präsentierte, weisen in Richtung höherer Festigkeit und besserer Duktilität. Dies ermöglicht unter anderem dünnere Wandstärken und somit leichtere Bauteile. Da die Designanforderungen der OEM durchaus steigen, können neue Aluminiumwerkstoffe, so wie sie Dr. Stefan Kalke, Leiter Werkstoffe und Verfahren der BMW Group forderte, Einsatzgebiete in der Außenhaut erobern, die heute beispielsweise nur mit Kunststoffen realisierbar sind. Dies würde enorme Zuwächse bei der Aluminiumanwendung im Automobilbau mit sich bringen.

Doch nicht nur die Autoindustrie setzt auf diesen Werkstoff, wie der Beitrag von Morten Villumsen, Bang & Olufsen, aufzeigte. In der Welt der hochwertigen Konsumelektronik gelten jedoch in Bezug auf die Umformung deutlich andere Gesetze und so werden beispielsweise optisch hoch anspruchsvolle Lautsprecherabdeckungen in einem achtstufigen Prozess hergestellt, wobei jeder Schritt einer intensiven Qualitätskontrolle unterliegt. In Bezug auf die Designmöglichkeiten und die Wertigkeit der Produkte beim Kunden prognostiziert Villumsen auch für die Zukunft noch vielfältigen Aluminiumeinsatz.

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