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Cluster-Forum „Neue Werkstoffe“ Aluminium – aus dem Leichtbau nicht mehr wegzudenken

| Autor / Redakteur: Marcus Seitz / Dietmar Kuhn

Spricht man vom Leichtbau, dann kommt man am Werkstoff Aluminium nicht vorbei. So diskutierten die Teilnehmer des Cluster-Forums „Neue Werkstoffe“ im BMW-Forschungs-und-Innovationszentrum in München „Innovationen in der Aluminium-Umformtechnik“. Der Bogen reichte dabei von der Aluminiumherstellung bis hin zu den Leichtbauanwendungen.

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Karosseriewerkstoff Aluminium im Audi.
Karosseriewerkstoff Aluminium im Audi.
(Bild: Audi)

Das Branchenumfeld für den Werkstoff Aluminium wird nach wie vor grundsätzlich positiv bewertet, wie eine aktuelle Marktanalyse zeigt, die im Umfeld der Düsseldorfer Messe Aluminium im Herbst 2012 durchgeführt wurde. Demnach erwarten 54% der befragten Unternehmen auf mittlere Frist deutliche Zuwächse.

Speziell für den Automobilsektor wird dabei eine Verdreifachung des Aluminiumeinsatzes von derzeit fünf auf circa 15 Mio. t in 2030 erwartet. Auch die im Rahmen des Cluster-Forums von Seiten der Automobilhersteller geäußerten Erwartungen gingen in diese Richtung. Zusammen mit carbonfaserverstärkten Kunststoffen und modernen Stahlwerkstoffen wird dem Aluminium eine wachsende Bedeutung, speziell in den automobilen Karosseriestrukturen, vorhergesagt.

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Aluminium-Community ist "etwas träge"

„Im Vergleich zur hyperaktiven CFK-Szene und den regen Stahlherstellern mit zyklisch auftretenden Innovationen ist die Aluminium-Community allerdings etwas träge“, wie Dr. Karl-Heinz Füller, Leiter Metalle und Rohbaukonzepte in der Konzernforschung der Daimler AG, etwas provozierend bemerkte. Kooperationen und Innovationsprojekte sind zwingend erforderlich, um Aluminium im Wettbewerb der Werkstoffe voranzubringen.

„Speziell für Türen und Klappen besitzt dieser Werkstoff sehr großes Potenzial, aber in anderen Feldern, wie beispielsweise crashrelevanten Bereichen der Karosserie, fehlen noch geeignete Aluminiumlösungen“, so Dr. Johannes Staeves, Projektleiter Hybridbauweisen, BMW AG, der im Rahmen seines Vortrages die Rolle des Aluminiums für zukünftige Mischbauweisen im Automobil beleuchtete.

Da auch mit geeigneten Stahlentwicklungen Leichtbau realisiert werden kann, steht der Werkstoff Aluminium hier in einem besonderen, kompetitiven Umfeld, wie auch Harro Wörner, Leiter Zentrale Produkt- und Prozessentwicklung der Hirschvogel Umformtechnik, anhand einer kürzlich durch Stahl ersetzten Aluminiumlösung im automobilen Motorraum aufzeigte.

Die Fügetechnik spielt bei Mutlimaterialien eine enorme Rolle

Der richtige Werkstoff muss also in geeigneter Weise an der richtigen Stelle platziert werden. Speziell bei diesen Multimaterialkonzepten spielt die Fügetechnik eine enorme Rolle. „Wie langweilig war doch die Welt, als Automobilkarossen nur aus Stahl bestanden!“, so Prof. Dr. Gerson Meschut von der Universität Paderborn. Neue Bauweisen, wie der steigende Einsatz von Profilen, tragen hierzu ein Übriges bei.

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