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Laserkonjunktur Auftragsflaute in der Laserbranche! Dümpeln, oder rudern?

| Redakteur: Peter Königsreuther

Auch vor Corona, so die AG Laser und Lasersysteme für die Metallbearbeitung im VDMA, schwächelte es. Wer aber jetzt nicht zögert, dem blasen etwa digitale Möglichkeiten wieder Wind in die Segel!

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Strahlt das Feuer des Lasers in Zukunft nicht mehr so hell? Einen Blick auf die Lage der Branche und die Zukunftsperspektiven wirft die AG Laser des VDMA in einer Pressemeldung...
Strahlt das Feuer des Lasers in Zukunft nicht mehr so hell? Einen Blick auf die Lage der Branche und die Zukunftsperspektiven wirft die AG Laser des VDMA in einer Pressemeldung...
(Bild: VDMA / AG Laser)

Auch vor der Corona-Pandemie haben die Zeiger in des Laserindustriebarometers auf eine Abkühlung hingedeutet, heißt es. Und laut neuer Daten der AG Laser im VDMA haben sowohl die Produktion als auch der Auftragseingang 2019 um etwa 18 % nachgelassen. Doch auch mitten in der Krise böten sich Chancen, wie Beispiele von Anwendungen im Bereich von Industrie 4.0 zeigten. „Durch die Reisebeschränkungen steigt die Bedeutung der Digitalisierung, etwa für Remote Services, Predictive Maintenance oder Anbindungen an MES-Fertigungssteuerungssysteme“, erläutert Dr. Christian Schmitz, Gruppengeschäftsführer Lasertechnik von Trumpf in Ditzingen. Er ist auch Vorstandsvorsitzender der AG Laser im VDMA. „Die inhaltlichen Arbeiten der deutschen Laserindustrie an Schnittstellenstandards auf der Basis von OPC UA bilden dabei eine wichtige Grundlage“, betont der Experte.

Das konjunkturell sonst so stabile „Laserschwert“ flackert...

Die Produktion von Laseranlagen mit CO2-, Festkörper- und Diodenlasern in Deutschland hat 2019 im Vergleich zum Vorjahr um knapp 18 % nachgelassen, merkt die VDMA-Arbeitsgemeinschaft Laser nochmals an. Das Volumen sank im Zuge dessen von etwa 1,06 Mrd. Euro auf 870 Mio. Euro. Die Bestellungen gingen in dieser Zeit um 19 % zurück.

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Für 2019 steht nun ein Volumen von 1,05 Mrd. Euro fest.

Insbesondere die Aufträge aus dem Inland gingen um ein sattes Drittel zurück, heißt es weiter. Mit einem Minus von gut 16 % (das sind rund 900 Mio. Euro) blieben die Bestellungen aus dem Ausland zwar vergleichsweise stabil, dennoch hinterließen die schwache Weltkonjunktur, der Strukturwandel in der Automobilindustrie und politisch motivierte Verwerfungen für ein unruhiges Flackern im „Laserschwert“.

Erste Anzeichen von Erholung sind mit Vorbehalten belastet

Unsicherheiten über die Ausgestaltung des Brexit, der anhaltende Handelsstreit zwischen China und den USA, Chinas Vorgehen in Hongkong oder die Wahlkampftöne in den USA sind nur einige Negativimpulse, die zu vielen unschönen Entwicklungen führten, und die Weltwirtschaft in Zeiten vor Corona in Atem hielten.

„Trotz der großen Unsicherheiten hat sich die Auftragslage aber in den letzten Monaten stabilisiert und es gibt in einzelnen Regionen Anzeichen für eine Erholung“, macht Schmitz Hoffnung. Die Coronakrise würde die Branche aber noch weiter beuteln. Denn die Effekte der ersten Welle, beispielsweise eine drohende Rezession, Zahlungsausfälle, die wirtschaftliche Schieflage einiger Kunden, et cetera sind noch nicht voll sichtbar. Zudem könnten weitere Shut-Downs die Wirtschaft wieder zurückwerfen, befürchtet Schmitz.

Europa ist und bleibt der größte Markt für Laseranlagen

Die Exporte der deutschen Hersteller von Laseranlagen weisen für das Jahr 2019, wie gesagt, ein deutliches Minus auf. Während 2018 noch Laseranlagen im Wert von 950 Mio. Euro exportiert wurden, sinkt der Wert um 18 % auf 782 Mio. Euro. Mit einem Anteil von knapp 61 % daran bleibt Europa aber der größte Markt, gefolgt von China mit 14 %. Japan, die USA und andere Abnehmer stehen für das restliche Viertel der Ausfuhren, heißt es zu dieser Analyse.

Industrie-4.0-Plug-&-Play klappt nur mit Schnittstellen-„Esperanto“

Inhaltlich arbeitet die deutsche Laserindustrie intensiv an Möglichkeiten zur breiten Einführung von Industrie 4.0. Ob das mit Erfolg geschieht, betont der VDMA, hängt unter anderem entscheidend von einem herstellerunabhängigen Datenaustausch in der Produktion ab. Deshalb entwickeln die Experten mit Hochdruck einen Schnittstellenstandard auf der Basis von OPC UA. Das Ziel ist, für die vertikale Kommunikation eine Plug-&-Play-Lösung zu schaffen.

Der VDMA nimmt als Europas größter Industrieverband bei der Erarbeitung sogenannter OPC-UA-Companion-Specifications eine führende Rolle ein, heißt es. Das ist so, weil die Arbeit der gut 3300 Mitglieder gebündelt werden kann. Auch die AG Laser und Lasersysteme für die Materialbearbeitung im VDMA ist dahingehen Ende letzten Jahres aktiv geworden. Unter Beteiligung der Universität Stuttgart wurde im Zuge dessen ein Whitepaper erarbeitet, das den Großkunden von Laserstrahlquellen und Laseranlagen bereits jetzt einen Ausblick auf die zu entwickelnde Companion Specification gibt.

Die Laserbranche rudert lieber in die Zukunft, als mur abzuwarten

„Die essenzielle Basis von Industrie 4.0 bildet die Kommunikationsfähigkeit unterschiedlicher Prozess- und Fertigungsteilnehmer zu erreichen. Das ist unser Ziel“, erklärt Dr. Alexander Arndt, Manager of Digitalization and Process Design bei Laserline in Mülheim-Kärlich, seines Zeichens auch Mitglied der verantwortlichen Arbeitsgruppe. Der weltweit verbreitete Kommunikationsstandard OPC UA biete umfassende Chancen zum plattformunabhängigen Datenaustausch zwischen verschiedensten Maschinen, Geräten und Steuerungssystemen.

Die Notwendigkeit einer Industrie-4.0-fähigen Kommunikation – via OPC UA – erreicht auch die Laserindustrie, weshalb die Mitglieder aktuell an der Erweiterung bestehender OPC-UA-Companion-Specifications arbeiten, um diese auch für Lasersysteme nutzen zu können. „OPC UA erfüllt dabei die Kundenanforderungen hinsichtlich zeitgemäßer Kommunikationsarchitektur und IT-Security-Aspekten“, ergänzt Dr. Schmitz. „Dies ist somit der Türöffner zur IT-konformen Integration der Lasersysteme in die Produktionsnetze der Anwender. Das bildet die Grundlage dafür, dass die Potenziale von Industrie 4.0 hinsichtlich Produktivität, Verfügbarkeit und Qualitätssicherung voll ausgeschöpft werden“, so Schmitz.

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