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Coronavirus Corona-Leiden deutscher Firmen in China hält an

| Autor: Stéphane Itasse

Die Geschäftsaktivitäten der deutschen Unternehmen in China sind noch längst nicht wieder auf dem Niveau vor der Corona-Krise. Dies ergab eine aktuelle Umfrage der deutschen Handelskammer in China (AHK China).

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Mit der Coronakrise müssen sich die deutschen Unternehmen in China auf eine neue Situation einstellen.
Mit der Coronakrise müssen sich die deutschen Unternehmen in China auf eine neue Situation einstellen.
(Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Ein positives Zeichen ist laut Mitteilung der AHK China, dass Personalbestand, Produktionskapazitäten und interne Logistik für die meisten Umfrageteilnehmer wieder normal sind. Allerdings bleiben die Nachfrage und der Umsatz die Sorgenkinder, wenn es darum geht, das Geschäft wieder in Gang zu bringen. Während die wirtschaftlichen Auswirkungen immer noch drastisch sind, erweisen sich finanzielle Unterstützung und Marktstimulationen als Schlüssel, um die deutschen Unternehmen wieder in die Spur zu bringen. Insbesondere Anreize für Konsum und Investitionen könnten die Nachfrage stabilisieren.

Chinas Wirtschaft erholt sich nur langsam vom Corona-Schock

„Die deutschen Unternehmen in China sind technisch in der Lage, fast wieder auf Vorkrisenniveau zu produzieren. Allerdings benötigt die chinesische Wirtschaft mehr Anreize, um sich schneller zu erholen, insbesondere im Licht der globalen Konjunktursituation“, sagt Maximilian Butek, Geschäftsführer der AHK in Süd- und Südwestchina.

Zu den wichtigsten Umfrageergebnisse gehört auch, dass zwei Drittel der Teilnehmer im ersten Halbjahr einen Einbruch im zweistelligen Prozentbereich für das erste Halbjahr erwarten. Erst im zweiten Halbjahr dürfte die Geschäftstätigkeit wieder das Vorkrisenniveau erreichen. Die meisten Unternehmen wollen in dieser Situation ihre eigenen Investitionen verschieben oder abbrechen. Ein Anteil von etwa 30 % der Befragten plant allerdings keine strategischen Änderungen, für gut 22 % kommt diese Frage noch zu früh.

Weltweiter Einfluss der Coronakrise auch in China spürbar

Mit der weltweiten Ausbreitung des Coronavirus verändern sich die Herausforderungen für die deutschen Unternehmen hin zu Reisebeschränkungen einschließlich Quarantänemaßnahmen, verringerter Nachfrage und Unterbrechungen der globalen Lieferketten. „Wichtige Wirtschaftsräume wie Indien, die EU und jetzt auch China sind derzeit faktisch geschlossen aufgrund der Reisebeschränkungen. Wir verstehen die Notwendigkeit, eine zweite Welle der Covid-19-Verbreitung in China einzudämmen, dennoch würden Regulierungen, die den Austausch von lokalen und ausländischen Managementteams, Experten und Spezialisten unterstützen, ein positives Signal senden“, sagt Butek.

„Für die chinesischen Lieferanten ist es ein Doppelschlag: Erst konnten sie nicht produzieren, jetzt brechen ihnen die Exportmärkte weg“, erläutert auch der Unternehmensberater Lutz Berners. Allerdings kommen Großunternehmen mit der Situation besser zurecht als der Mittelstand. Auch sei der Dienstleistungssektor deutlich stärker getroffen worden als die Industrie.

„Die Betroffenheit und auch die Maßnahmen sind in China je nach Region sehr unterschiedlich, das macht auch das Lieferkettenmanagement so schwierig“, sagt Berners. Die gesamte Lieferkette stelle hier deshalb das Risiko dar.

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 Stéphane Itasse

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, MM MaschinenMarkt