Zu Gast beim etwas anderen Blechbearbeiter

„Das Herkömmliche stets überdenken ...“

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Man hört überall, dass Innovation dringlich sei. Wie fördert man denn Innovation?

Wüst: Man muss die Voraussetzungen schaffen. Es liegt an jedem Unternehmen, dies zu fördern. Dabei braucht es Feingefühl, vor allem, wenn es darum geht, die Bedürfnisse der Kunden richtig zu interpretieren und umzusetzen. Vielleicht muss man einfach mal Dinge wagen, gewisse Risiken eingehen. Vielfach ist man hier allgemein zu vorsichtig.

Sie hatten im letzten Jahr in Landquart einen Pop-up-Store geöffnet für einen Monat. Wollten Sie damit auch Kunden außerhalb des Kundensegmentes des traditionellen Blechbearbeiters ansprechen?

Wüst: Der Hintergedanke dieses Projektes war, neue Kunden zu gewinnen. Wir wollten jedem potenziell Interessierten zeigen, was in der modernen Blechbearbeitung alles realisierbar ist. Wir erhielten dadurch mehr öffentliche Resonanz und verlängerten das Projekt um zwei Wochen.

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Sie sind nun seit knapp drei Jahren mit Kunden im Kontakt. Wie wird ihr Online-Portal genutzt?

Wüst: Man kann nicht jeden Kunden damit fesseln. Es gibt solche, die schwören darauf. Andere wiederum sträuben sich – noch, vielleicht. Für Großfirmen ist dieses Angebot bis dato leider aufgrund deren Strukturen nicht optimal nutzbar. Zum Beispiel haben Einkäufer oft gar keinen unmittelbaren Zugriff auf die geometrischen Daten, die bei einer Bestellung erforderlich sind.

Wie realisiert man bei Ihnen eine Online-Bestellung?

Weibel: Unsere Kunden können uns schnell und unkompliziert eine Zeichnung übermitteln und erhalten umgehend eine Kosteneinschätzung. Dazu sind nur ein Login und ein paar Klicks erforderlich. Zuerst muss die DXF- oder DWG-Datei hochgeladen werden, darauf muss das Material und die Stückzahl definiert werden, worauf unsere Software automatisch eine Kalkulation durchführt und der Kunde eine druckbare Offerte erhält – mit sämtlichen Daten und in der gewohnten traditionellen Form. Auf der gleichen Maske kann der Kunde mit nur einem weiteren Klick umgehend verbindlich bestellen.

Wie kann ein Kunde seinen Auftragsstatus live mitverfolgen?

Weibel: Nach seiner Bestellung erhält der Kunde eine Auftragsbestätigung mit einem Link, der während der gesamten Auftragsdauer funktioniert und ihn über den aktuellen Status informiert. Sollte der Auftrag bereits ausgeliefert worden sein, wird er über denselben Link zur Post weitergeleitet und kann sehen, wo sich die Lieferung gerade befindet.

… das klingt ja mal nach Transparenz …

Weibel: … die Transparenz führt in der Tat noch weiter. Mittels QR-Code kommt der Kunde via unsere App zu sämtlichen Informationen, die wir für den Auftrag abgelegt haben. Somit kann er jederzeit einsehen, wie seine Teile produziert werden oder wurden. Das wird sehr geschätzt und schafft ein aussergewöhnliches Verhältnis zu unseren Auftraggebern.

Sie realisieren Laser- und Abkantteile in Stückzahlen von 1 bis zu mehreren 1000. Wie schnell sind Sie?

Wüst: Da wir ein großes Blechlager mit großer Materialvielfalt führen, sind unsere Durchlaufzeiten sehr schnell. Im Durchschnitt hat der Kunde seine Teile ein bis drei Tage nach Bestellungseingang.

Das Interview führte Luca Meister, Redakteur beim Schweizer MaschinenMarkt.

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