Lage unsicher

Deutscher Maschinen- und Anlagenbau unter Druck

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Im Maschinenbau mangelt es an Aufträgen

Die nominalen Umsatzerwartungen der Unternehmen bestätigen den Mangel an Aufträgen, heißt es weiter. Fast jedes zweite Unternehmen (47 Prozent) erwartet eine nominale Umsatzsteigerung im laufenden Jahr, die meisten im Bereich von maximal fünf Prozent. Weitere 33 Prozent erwarten eine Stagnation ihrer Umsätze. Die angespannte Auftragslage bleibt also für viele Unternehmen das Kernproblem. Denn rund 34 Prozent stufen die eigene Auftragssituation mit Blick auf die nächsten sechs Monate als risikoreich oder sehr risikoreich ein, kommentiert Wiechers. Die Unsicherheit spiegle sich auch in der Investitionstätigkeit der Unternehmen wider. Jedes zweite Unternehmen möchte die nominalen Investitionen im laufenden Jahr steigern. Rund ein Drittel erwartet aber eine Stagnation. In einem von hoher Unsicherheit geprägten Geschäftsumfeld agieren viele Unternehmen weiterhin zurückhaltend und halten sich mit Investitionen zurück. „Das sinkende Zinsniveau dürfte im Jahresverlauf jedoch generell – und damit auch im Maschinenbau – für positive Impulse bei der Investitionstätigkeit sorgen. Wiechers fragt sich dabei nur, wo das sein wird.

So sieht es in den diversen Absatzregionen aus:

Positiv sieht es insbesondere in Nordamerika aus. Etwa 42 Prozent der Unternehmen stufen dort ihre aktuellen Absatzchancen trotz oder wegen der jüngsten politischen Entwicklungen als gut oder sogar sehr gut ein (Oktober 2024 (34 Prozent). Nur 19 Prozent empfinden sie als schlecht oder sehr schlecht. Auch bei den Aussichten für die nächsten sechs Monate sticht Nordamerika überwiegend positiv hervor: Rund 37 Prozent erwarten, dass sich die Absatzchancen bessern (im Oktober 2024 waren es 31 Prozent). Rund 12 Prozent sehen eine Verschlechterung in diesem Zeitraum. Deutlich skeptischer wird die Situation aber in Deutschland beurteilt. Denn mit 54 Prozent empfindet mehr als die Hälfte der Unternehmen ihre Absatzchancen als schlecht oder sehr schlecht (im Oktober 2024 waren es 51 Prozent). Lediglich 13 Prozent erwarten, dass sich die Situation in den nächsten sechs Monaten bessert. Etwas positiver wird die Entwicklung für die restliche EU (ohne Deutschland) gesehen. Denn 57 Prozent stufen die aktuellen Absatzchancen als befriedigend ein, aber 29 Prozent als schlecht oder sehr schlecht. Auch mit Blick auf China sind die Einschätzungen verhaltener. Die aktuellen Absatzchancen für China empfinden 42 Prozent der Unternehmen als schlecht oder sehr schlecht. Und nur 19 Prozent stufen sie als gut oder sehr gut ein. Rund 58 Prozent erwarten eine gleichbleibende und 27 Prozent eine Verbesserung der Situation im ersten Halbjahr 2025.

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Es gibt eher einen Personalabbau als einen Aufbau

Die anhaltend herausfordernde wirtschaftliche Lage und die mageren Aussichten führen dazu, dass sich rund ein Viertel der Unternehmen gezwungen sieht, personalpolitische Maßnahmen zu ergreifen und in den nächsten sechs Monaten Personal abzubauen. Nur 15 Prozent der Befragten möchte die Stammbelegschaft ausweiten. Mit rund 60 Prozent erwartet jedoch die Mehrheit der Unternehmen eine gleichbleibend große Stammbelegschaft. Die Unternehmen kennen die demografische Situation und spüren den Fachkräftemangel. Sie werden also versuchen, Entlassungen so weit als möglich zu vermeiden. Das erfolgt durch Abbau von Arbeitszeitkonten und Verzicht auf Zeitarbeiter. „Ebenso werden ausscheidende Mitarbeitende nicht ersetzt sowie Kurzarbeit genutzt. Dennoch wird ein moderater Abbau der Stammbelegschaft in den nächsten Monaten unter dem Strich voraussichtlich nicht zu verhindern sein“, merkt dazu Florian Scholl, Projektleiter der VDMA-Konjunkturerhebung und in der Volkswirtschaft und Statistik zuständig für die Arbeitsmarktstatistik an.

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