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Chrom(VI)-Verbindungen nur schwer und teuer durch Chrom(III) zu ersetzen
Referenzen sowohl in der Automobilindustrie als auch anderen Bereichen belegten, dass dreiwertige Verfahren heute schon bei vielen Anwendungen eingesetzt werden könnten, die Verchromung aber in jedem Fall teurer und aufwendiger sei als die klassische. Manche Aufgabenstellungen könnten noch nicht gelöst werden und dafür gegebenenfalls andere Schichtsysteme unterhalb des Chroms oder andere beziehungsweise mehrere Nachtauchlösungen erforderlich sein. Viele Fragen seien jedoch noch offen und es wird noch einige Jahre dauern, bis beispielsweise für Cr(VI)-freies Beizen der Kunststoffe eine prozessfähige Alternative entwickelt ist.
Dass die Verchromung mit Cr(III)-Elektrolyten weitaus höhere Anforderungen an den Prozess stellt, bestätigte Dr. Harald Prestel, Leiter Felderprobung von Chromoberflächen im FGK, wie es heißt. Er informierte über die Ergebnisse umfangreicher Labor- und Feldtests mit bereits existierenden Cr(III)-Verfahren von sieben Herstellern im Vergleich zur hexavalenten Verchromung, mit denen der FGK 2012 begonnen habe. Bei den Versuchen standen laut Mitteilung Farbtonstabilität und Korrosionsbeständigkeit im Vordergrund, das Versuchsdesign mit FGK-Musterplatten war entsprechend ausgelegt. Die Versuche würden mit erweiterten Kriterien in diesem Winter fortgesetzt.
Mit der Bedeutung von Chrom und der Planungssicherheit für die OEM beschäftigte sich das Referat von Dr. Roger Hillert, Abteilungsleiter Qualitätssicherung/Werkstofftechnik Polymere der Volkswagen AG. Im Interieur und Exterieur nehme der Anteil von Chromoberflächen weiter zu. Um bei der Verchromung neue Verfahren einzusetzen, müssten diese die Kriterien Beständigkeit vor dem Kunden, Machbarkeit in der Großserie und gesetzliche Vorgaben erfüllen.
Chromtrioxid bleibt vorerst unverzichtbar
Hillert erläuterte die Anforderungen an und den Erprobungsaufwand für Ersatzoberflächen. Aufgrund der geforderten Robustheit und vielfältiger Eigenschaften an dekorative Chromoptikoberflächen sei dieser Erprobungsaufwand extrem hoch und mehrjährig. Nach einer grundsätzlichen Freigabe durch den OEM stelle auch die vollständige Einführung der neuen Systeme bei den Beschichtern eine Herausforderung dar.
Nicht nur die Vorträge, sondern auch die Diskussionsrunden mit den Referenten jeweils nach der Vortragssession machten deutlich, dass eine Autorisierung von Chromtrioxid für die Automobilindustrie und die Beschichter galvanisierter Kunststoffteile in der EU unverzichtbar sei. Dass bei dieser Veranstaltung viele Unklarheiten zum Einsatz von Chromtrioxid nach der Aufnahme in den Anhang XIV und zum Autorisierungsverfahren beseitigt wurden und des sich gelohnt hat daran teilzunehmen, bestätigten laut FGK praktisch alle der 109 Teilnehmer.
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