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Fachtagung Chrom 2020 Die Zukunft von Chrom unter Reach verunsichert Anwender

| Redakteur: Stéphane Itasse

Verchromte Kunststoffteile sind im Automobilbau wesentlich. Bei der Beschichtung der Teile spielt Chromtrioxid eine bedeutende Rolle. Die Aufnahme dieser Substanz in den Annex XIV der EU-Reach-Verordnung wird daher Auswirkungen auf deren weitere Verwendung haben, wie der Fachverband Galvanisierte Kunststoffe e.V. (FGK) mitteilt.

Reach sorgt für regen Andrang bei der Veranstaltung „Chrom 2020 – Zukunft des Chroms im Automobilbau“.
Reach sorgt für regen Andrang bei der Veranstaltung „Chrom 2020 – Zukunft des Chroms im Automobilbau“.
(Bild: FGK)

Über Möglichkeiten der Substitution sowie das Autorisierungsverfahren informierte der FGK deshalb in der Fachtagung „Chrom 2020 – Zukunft des Chroms im Automobilbau“ in Frankfurt am Main. Denn die Weichenstellung für die nächsten Automobilgenerationen mit Laufzeiten bis nach 2020 erfolge heute. Dabei stehen laut FGK-Mitteilung verchromte Kunststoffteile sowohl unter funktionalen als auch dekorativen Aspekten hoch im Kurs – insbesondere im Premiumsegment. Sie verliehen dem Automobil Wertigkeit und Ästhetik.

Aufnahme von Chromverbindungen in Anhang XIV der Reach-Verordnung erschwert Anwendungen

Allerdings könnte dies bald sehr stark eingeschränkt sein. Denn im April 2013 wurde das für eine Verchromung in Automobilqualität essenzielle Chromtrioxid und weitere Chromverbindungen in den Anhang XIV der EU-Verordnung Reach (Registration, Evaluation, Authorisation of Chemicals) aufgenommen, wie es heißt. Darin sind besonders besorgniserregende Stoffe gelistet., die SVHCs (Substances of Very High Concern) genannt werden.

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Folge sei, dass diese Substanz ab September 2017 nur noch nach Autorisierung/Zulassung verwendet werden darf. Ein Antrag auf Zulassung ist spätestens im März 2016 bei der Echa (European Chemicals Agency) zu stellen, wie es heißt. Über das Autorisierungsverfahren, die Vorbereitung von Zulassungsdossiers sowie den aktuellen Stand der Technik bei möglichen Alternativen informierte die Veranstaltung.

Im ersten Vortragsblock thematisierte Dr. Stefan Wöhrl, Leiter Abteilung Umweltpolitik und technischer Umweltschutz beim VDA, zunächst die volkswirtschaftliche Bedeutung der Automobilindustrie. Deutlich sei dabei geworden, dass der Erfolg der deutschen Automobilindustrie auf der Stärke im Premiumsegment basiere. Hier spielt der Einsatz verchromter Teile eine bedeutende Rolle, wie Dr. Wolfgang Marquardt, Nachhaltigkeit, Materialgesetze, HC-Emissionen, BMW Group, verdeutlichte. Chrom ist als Hartverchromung und funktionale Verchromung mit dekorativem Charakter in unterschiedlichsten Anwendungsgebieten in Einsatz, wie es heißt. Schätzungsweise enthalte das Teileportfolio jedes OEM rund 10.000 verchromte Bauteile, die verschiedene Anforderungen erfüllen müssen – darunter auch sicherheitsrelevante Teile. Ein weiterer Aspekt sei die Ersatzteilgarantie von zwölf Jahren nach Produktionsende eines Modells, die Bauteile für „repair as produced“ benötigt.

Umstellung von Chrombeschichtungen auf andere Werkstoffe dauert lange

Marquardt führte in seinem Vortrag weiter aus, dass Chromdioxid die Kriterien für die Aufnahme in den Annex XIV erfüllt. Im Weiteren zeigte er laut Mitteilung fünf Szenarien für die Verchromung ab 2017 auf und folgerte: die Autorisierung von Chromtrioxid ist für die Automobilindustrie aufgrund des hohen Zeitbedarfs für die Umstellung, Sicherstellung der Großserientauglichkeit und Kapazitäten in Europa sowie der Langzeitverfügbarkeit sicherheitsrelevanter Teile unverzichtbar.

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