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DIN 2304-1 kommt – aber Kleben ohne Fehler ist möglich

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Unterstützung durch Experten tut Not

Der Klebetechnikspezialist SCA bietet dafür die geeigneten Lösungen an, mit denen die Industrie ihre Prozesse absichern kann – bis hin zur Null-Fehler-Fertigung. „Kleben ist die Fügetechnik des 21. Jahrhunderts“, erklärte Prof. Dr. Andreas Groß, Abteilungsleiter für Weiterbildung und Technologietransfer am Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung (IFAM) auf den Kundentagen des Klebetechnikspezialisten SCA Anfang Mai in Bretten. Über 100 Besucher aus der Industrie folgten seinen Ausführungen. Der Experte beschrieb die Vorzüge des Klebens am Beispiel eines Sägeblattes, dessen Schneidelemente geklebt statt gelötet werden sollten: Mit keiner anderen Fügetechnik sei es möglich, Werkstoffe ohne Einschränkung miteinander zu kombinieren und beim Fügen die Eigenschaften dieser Werkstoffe zu erhalten. Löten oder Schweißen veränderten im Beispiel des Sägeblattes die Härte der Schneidelemente.

Klebe-DIN ist nicht aufzuhalten

Groß machte deutlich, dass in Zukunft kaum eine Branche am Kleben vorbeikommen werde. Das große Potenzial der Klebetechnik liege unter anderem darin, dass Verbundbauweisen die Eigenschaften von Bauteilen verbessern können. Zudem ließen sich zusätzliche Funktionen in die Konstruktion integrieren, wie zum Beispiel das Dämmen und Dichten.

Doch – bei allen Vorteilen: Was passiert, wenn eine Klebung versagt? Dann sind Hersteller in der Beweispflicht. Deshalb kommt jetzt auch für das Kleben, was es für andere Fügetechniken schon gibt: eine eigene Norm. Seit April dieses Jahres liegt der Entwurf der DIN 2304-1 vor. „Die DIN kommt auf jeden Fall“, betonte Andreas Groß, „sie liegt momentan als Normentwurf vor und kann auf den entsprechenden Online-Portalen eingesehen werden.“ Wie das Schweißen ist auch das Kleben ein „spezieller Prozess“ gemäß DIN EN ISO 9001. Bei diesen Prozessen kann selbst „durch nachträgliche Überwachung und Messung oder zerstörungsfreie Prüfverfahren am Produkt das Ergebnis nicht in vollem Umfang verifiziert werden“, heißt es darin. Das bedeutet: Prozessfehler können eventuell erst bei Gebrauch erkannt werden. Wenn die Klebeverbindung aber unter allen Umständen halten muss, weil bei Versagen Gefahr für Leib und Leben droht, muss der Prozess so abgesichert sein, dass der Hersteller beweisen kann, dass nach dem Stand der Technik gefertigt wurde.

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