Fräsen

Effizienz des Highspeed-Fräsens im Werkzeug- und Formenbau steigern

Seite: 3/3

Anbieter zum Thema

Minimalmengenschmierung erhöht Werkzeugstandwege

Zusätzlich zur Optimierung des CAM-Einsatzes werden weiterhin Fortschritte im Bereich der Frästechnologie realisiert. Um die zunehmend komplexeren Bearbeitungsaufgaben in immer härter werdenden, höher legierten Materialien lösen zu können, ist eine Reihe von Maßnahmen nötig: So können auch beim Fräsen gehärteter Stähle durch Minimalmengenschmierung die Werkzeugstandwege deutlich verlängert und Oberflächenqualitäten verbessert werden. Durch die Vielzahl der Prozessparameter und deren gegenseitige Abhängigkeit fehlt es jedoch bislang an praktikablen Anwendungsempfehlungen.

In dem vergleichsweise engen Prozessfenster des Hartfräsens, in dem stabil und wirtschaftlich zerspant werden kann, müssen jedoch die Einstellgrößen des MMS-Systems wie Luftdruck, Schmiermittelmenge oder Tröpfchengröße punktuell auf die Zerspanparameter abgestimmt werden. In einem unlängst gestarteten DFG- Forschungsprojekt werden am PTW die zu Grunde liegenden Wirkmechanismen erforscht und darauf aufbauend ein Optimierungsmodell zur Standwegsteigerung beim Hartfräsen mit MMS abgeleitet.

Ein wichtiger Schritt zur Effizienzsteigerung ist die Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse in die tägliche Praxis. An vielen Stellen zeigt sich deutlich, wie wichtig es ist, alle am Herstellungsprozess Beteiligten an einen Tisch zu bringen. Ein Beispiel für gute Zusammenarbeit sind Anwenderforen und Schulungen, die von Maschinenherstellern, CAx-Anbietern und Werkzeugherstellern gemeinsam durchgeführt werden. Ein weiteres Zeichen der guten Kooperation ist die interdisziplinäre Beteiligung verschiedener Unternehmen an Verbundforschungsprojekten. Am PTW wird dies seit vielen Jahren erfolgreich praktiziert.

Zurzeit wird ein Arbeitskreis eingerichtet, der Probleme des HSC-Fräsens im Werkzeugbau aufgreift und so weiteres Potenzial freisetzen wird. Arbeitspakete im Projekt sind die Steigerung der Prozesssicherheit beim Hartfräsen, kostenoptimaler Einsatz von CBN-Werkzeugen und Strategien zur effizienten Bearbeitung von Mischgefüge (hart – weich). Interessierte können sich gerne an das PTW wenden.

Prof. Dr.-Ing. Eberhard Abele ist Leiter des Instituts für Produktionsmanagement, Technologie und Werkzeugmaschinen (PTW) der Technischen Universität Darmstadt; Dipl.-Ing. Benjamin Fröhlich ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Gruppe Technologie am PTW. Weitere Informationen: Benjamin Fröhlich, 64287 Darmstadt, Tel. (0 61 51) 16-28 53, froehlich@ptw.tu-darmstadt.de

(ID:248068)