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Herr Klebert, Sie haben ja oben bereits die Integration von Schuler in die österreichische Andritz-Gruppe erwähnt. Wie fühlen Sie sich als Schuler AG in einem Konzern, der im Maschinen- und Anlagenbau auch einen guten Namen hat?
Klebert: Andritz genießt weltweit tatsächlich einen exzellenten Ruf als namhafter Maschinen- und Anlagenbauer sowie Hightechunternehmen und passt damit optimal zu Schuler. Auch unsere Produkte ergänzen sich in bestimmten Bereichen sehr gut. Wir haben deshalb auch schon vor der Übernahme bei einzelnen Projekten erfolgreich mit Andritz zusammengearbeitet. Andritz unterstützt unsere Strategie hinsichtlich der Globalisierung, der Ausrichtung auf China als Wachstumsmarkt und des Ausbaus des Servicegeschäfts voll. Das ist meines Erachtens für die langfristige Entwicklung von Schuler als rechtlich weiterhin eigenständigem Unternehmen absolut positiv.
Hat Schuler dort gute Entwicklungschancen? Gibt es innerhalb der Gruppe auch Synergieeffekte?
Klebert: Das Produktportfolio von Andritz und Schuler überschneidet sich kaum, deshalb gibt es hier auch wenig Synergieeffekte. Potenziale stellen wir eher in den Bereichen Beschaffung und IT fest. Es macht preislich natürlich einen Unterschied, ob ein Konzern mit 5000 Mitarbeitern Hard- und Software einkauft oder ein Konzern mit über 22.000 Mitarbeitern. Zusammen mit Andritz haben wir eine viel bessere Verhandlungsposition, auch was zum Beispiel Reisekosten oder Versicherungen angeht. Mit all diesen Maßnahmen können wir einiges einsparen.
Würde Louis Schuler heute noch leben, könnten Sie sich Ihn als Unternehmer und Ingenieur zum Vorbild nehmen?
Klebert: Louis Schuler ist auch heute noch Vorbild. Er hat die Grundlage für den unglaublich lang anhaltenden unternehmerischen Erfolg dieser Firma gelegt, als er 1852 entschied, sich auf den Bau von Maschinen zur Blechbearbeitung zu konzentrieren. Er hatte nicht nur den enormen technischen, sondern auch den ökonomischen Nutzen dieser neuen Anlagen erkannt und war damit seiner damaligen Zeit weit voraus. Diesen Ansatz verfolgen wir bei Schuler bis zum heutigen Tag.
Beyer: Genau das macht eine Innovation ja aus: Die technologische Weiterentwicklung allein reicht nicht, es muss auch einen Bedarf dafür geben. Die Kunden können hier wertvollen Input geben, aber man muss auch in größeren Zusammenhängen denken und Entwicklungen identifizieren, die sich vielleicht erst in vielen Jahren bemerkbar machen. Und man sollte auch bereit dafür sein, Rückschläge in Kauf zu nehmen.
Was haben Sie im Laufe des Jubiläumsjahres – 175 Jahre Schuler – geplant, um dieses Ereignis gebührend zu feiern?
Klebert: In den vergangenen Jahren haben wir ein Wachstum und eine Ertragssituation erreicht, auf die wir alle stolz sein können und dürfen. Deshalb wollen wir dieses 175. Jubiläum mit unseren Mitarbeitern unter anderem auf einer zentralen Veranstaltung im Juli in Göppingen feiern. 175 kleine und große Momente, die Schuler geprägt haben, präsentieren wir auf der Internetseite www.schulergroup175.com. Darüber hinaus werden wir im November anlässlich unseres Jubiläums einen internationalen Managementkongress zu den Themenfeldern neue Mobilität und Leichtbau, effiziente und flexible Produktion durchführen. Wir freuen uns auf hochrangige Sprecher, wie beispielsweise den Präsidenten der Fraunhofer-Gesellschaft, Prof. Dr. Reimund Neugebauer, und Prof. Dr. Hans-Dieter Hermann, den Sportpsychologen der deutschen Fußballnationalmannschaft. Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann wird ebenfalls dabei sein.
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