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Umformtechnik

Entwicklungen im Voraus erkennen und Lösungen anbieten

| Redakteur: Dietmar Kuhn

Die Schuler AG gibt es 2014 seit 175 Jahren. Seitdem gilt das schwäbische Unternehmen als Vorreiter für die Umform- und Pressentechnik. MM befragte Stefan Klebert, Vorstandsvorsitzender, und Joachim Beyer, Technologievorstand, zum Unternehmen sowie zur persönlichen Sichtweise im Jubiläumsjahr.

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2007 war für Schuler technologisch gesehen ein Wendejahr. Damals wurde die erste Presse mit ServoDirekt Technologie in Göppingen vorgestellt. 2012 folgte mit der TwinServo Technologie die zweite Generation mit Servotechnik.
2007 war für Schuler technologisch gesehen ein Wendejahr. Damals wurde die erste Presse mit ServoDirekt Technologie in Göppingen vorgestellt. 2012 folgte mit der TwinServo Technologie die zweite Generation mit Servotechnik.
( Bild: Schuler )

175 Jahre Schuler und Pressenbau sind eine lange Zeit. Was bedeutet das Jubiläum für Sie?

Klebert: Als Louis Schuler 1839 in Göppingen eine Schlosserei kaufte, hätte wohl niemand damit gerechnet, was aus der kleinen Werkstatt einmal werden würde: ein Technologie- und Weltmarktführer in der Umformtechnik mit rund 5500 Mitarbeitern und knapp 1,2 Mrd. Euro Umsatz. Das 175. Jubiläum ist etwas ganz Besonderes, nicht einmal die Hälfte aller Unternehmen in Deutschland wird älter als zehn Jahre. Großunternehmen erreichen im Durchschnitt ein Alter von 75 Jahren. Nur ganz wenige Unternehmen können folglich auf eine so lange und erfolgreiche Geschichte zurückblicken. In unseren 175 Jahren gab es viele Meilensteine des Erfolges und natürlich auch so manches Auf und Ab. Durch den Zusammenschluss mit Müller Weingarten, durch innovative Produkte und unser Konzernprogramm Zusammenwachsen haben wir ein Wachstum und eine Ertragssituation erreicht, auf die wir alle sehr stolz sein können und dürfen. Wir wollen dieses 175. Jubiläum deshalb mit unseren Kunden und Mitarbeitern feiern. Denn sie haben Schuler zu dem gemacht, was wir heute sind.

Schuler hat in seiner langen Geschichte viele Meilensteine für die Pressentechnik gesetzt. Welche sind denn aus Ihrer Sicht die bedeutendsten und wichtigsten? Nennen Sie bitte vier, fünf.

Beyer: Die Weltausstellung in London 1851 hatte unseren Firmengründer Louis Schuler dazu veranlasst, sich fortan nur noch auf den Bau von Maschinen zur Blechbearbeitung zu konzentrieren. Er selbst konnte allerdings nicht mehr miterleben, dass sein Unternehmen dann 1900 mit einem eigenen Exponat auf der Weltausstellung in Paris vertreten war, der weltweit ersten Transferpresse. Zu den Meilensteinen der jüngeren Zeit gehören sicherlich die erste vollautomatisierte Großteil-Transferpresse mit Drei-Achs-Transfer, die wir 1983 bei Ford in Köln installiert haben, oder die erste Crossbar-Transferpresse mit Saugerbalken 1991 bei Peugeot. Mit der Markteinführung der Servo-Direkt-Technologie 2007 schlug Schuler dann ein neues Kapitel in der Umformtechnik auf. Dank des Servoantriebs mit Torquemotoren lassen sich die Anlagen viel flexibler als konventionelle mechanische Pressen mit Schwungradantrieb an die unterschiedlichsten Anforderungen anpassen. Inzwischen hat sich die Servo-Direkt-Technologie zum Industriestandard entwickelt. Mit der Twin-Servo-Technologie sind wir 2012 den nächsten Schritt gegangen. Dank ihres dezentralen Antriebs sind diese Pressen kompakter und verfügen über eine deutlich höhere Steifigkeit.

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