Cut! Ab heute ist die Menge an zollfreien Stahlimporten halbiert

Quelle: dpa 1 min Lesedauer

Zum Schutz der europäischen Stahlindustrie gelten seit diesem Mittwoch strengere Regeln für Importe. Das gilt nun ...

Ab heute darf zollfrei nur noch die Hälfte an Billigstahl in die EU importiert werden als bisher. Lesen Sie hier, was ab jetzt Sache ist ...(Bild:  Steely Dan)
Ab heute darf zollfrei nur noch die Hälfte an Billigstahl in die EU importiert werden als bisher. Lesen Sie hier, was ab jetzt Sache ist ...
(Bild: Steely Dan)

Seit heute dürfen nur noch 18,3 Millionen Tonnen Stahl pro Jahr zollfrei eingeführt werden – etwa halb so viel wie zuvor (47 Prozent). Gleichzeitig hat die Europäische Union den Zoll auf Mengen, die dieses Kontingent überschreiten, auf 50 Prozent verdoppelt. Das soll verhindern, dass massenweise günstiger Stahl importiert wird. Und in der EU hat Deutschland die mit Abstand größte Stahlindustrie. Weltweit wird aber deutlich mehr Stahl produziert als benötigt wird. Diese Überkapazitäten liegen derzeit nach Zahlen der EU-Kommission bei 620 Millionen Tonnen. Bis 2027 steigen sie voraussichtlich auf 721 Millionen Tonnen. Das sei fünfmal so viel wie die EU jährlich an Stahl brauche. China, Indien und die Türkei zählen zu den Ländern, aus denen günstiger Stahl exportiert wird. Das hängt mit niedrigeren Energiepreisen, aber auch staatlicher Förderung zusammen.

Aus diesen Ländern kommt zukünftig der Stahl

Der Verband der europäischen Stahlindustrie (Eurofer) rechnet damit, dass die neue Handelsmaßnahme 15 Millionen Tonnen an Kapazitätsauslastung nach Europa zurückbringen könnte. Die Hälfte der verfügbaren zollfreien Quote ist übrigens für Stahl aus Ländern reserviert, mit denen die EU ein Freihandelsabkommen hat. Genau 80 Prozent der Stahlimporte in die EU stammen nach Angaben der EU-Kommission bisher aus Ländern mit Freihandelsabkommen. Mehreren dieser Länder sichert die EU außerdem ein bestimmtes Kontingent zu, das proportional zu den bisherigen Einfuhrmengen ist – unter anderem Großbritannien, der Türkei und der Ukraine. Die andere Hälfte – also ebenfalls 9,15 Millionen Tonnen Stahl – steht allen zur Verfügung. Und zwar unabhängig davon, ob die Herkunftsländer ein Handelsabkommen mit der EU haben oder nicht. China beispielsweise hat kein solches Abkommen mit der EU.

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