Industrie 4.0

Forschungsfabrik öffnet Industrie 4.0 für kleine und mittelständische Unternehmen

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Industrie 4.0 eröffnet auch kleinen und mittleren Unternehmen neue Möglichkeiten

Dr. Stefan Freiberger, Projektleiter von Oberfranken 4.0, sieht sehr optimistisch auf das Vorhaben: „Die neuen Möglichkeiten und Lösungen im Bereich Industrie 4.0 werden bisher hauptsächlich von Großunternehmen angewendet. Ebenso können aber auch kleine und mittelständische Unternehmen stark von den innovativen Technologien profitieren – beispielsweise durch eine umfassende Vernetzung von Maschinen und Anlagen, smarte Produkten und neue Serviceangebote.“ Der Ingenieur, der das Vorhaben Oberfranken 4.0 initiiert hat, verweist auf die bereits bestehende Anwenderfabrik Green Factory Bavaria am Lehrstuhl Umweltgerechte Produktionstechnik. „Aufgrund eines intensiven Wissenstransfers haben viele Unternehmen ihre Energieeffizienz in der Produktion bereits deutlich steigern können. Solche erfolgreichen Entwicklungen wollen wir jetzt auch auf dem Gebiet ‚Industrie 4.0‘ auf den Weg bringen“, sagt Freiberger.

Bei den Produktionssystemen gibt es zahlreiche zukunftsweisende Industrie 4.0-Techniken, die auch kleine und mittelständische Unternehmen erfolgreich nutzen können – beispielsweise um mehr Transparenz zu schaffen, Durchlaufzeiten zu reduzieren, Prozesse schlanker zu gestalten und Betriebskosten zu senken. Die Bayreuther Anwenderfabrik will diesen Mehrwert anschaulich machen.

Ein Schwerpunkt sind hier die cyber-physischen Produktionssysteme. Dabei werden die Produktionsprozesse, die Maschinen, die Anlagen, die Kundenaufträge, die Lagerbestände, sowie viele weitere Faktoren miteinander vernetzt. Daraus lässt sich in Echtzeit berechnen, wie der Produktionsablauf optimiert werden kann. Die daraus abgeleiteten technischen Lösungen können in der Anwenderfabrik umgesetzt und erprobt werden.

Intelligente Produkte im Mittelpunkt von Industrie 4.0

Charakteristisch für Industrie 4.0 sind intelligente Produkte. „Sie passen sich den Bedürfnissen der Nutzer an, stellen sich auf individuelle Gewohnheiten ein, sind in den beruflichen oder privaten Alltag voll integriert und überraschen mit neuen Features“, erläutert Joachim Kleylein-Feuerstein, der den Technologietransfer auf diesem Gebiet mit vorantreiben wird. Oberfranken 4.0 will Unternehmen dazu befähigen, eigene Produkte durch den Einsatz digitaler Technik so weiterzuentwickeln, dass sie neue Kundenerwartungen erfüllen. Mit intelligenten, vernetzten und selbstlernenden Produkten können sie einen signifikanten Vorsprung vor der Konkurrenz gewinnen. Die Anwenderfabrik wird hierfür Best-Practice-Beispiele vorstellen und Unternehmen dabei unterstützen, eigene Produkte flexibel daran auszurichten oder sogar neue Maßstäbe zu setzen.

Viele Großunternehmen erwirtschaften heute mit ihren Dienstleistungen höhere Gewinne als mit ihren eigentlichen Produkten. In kleinen und mittelständischen Unternehmen und Handwerksbetrieben hingegen sind die Potenziale auf diesem Gebiet noch längst nicht erschlossen. Im Projekt Oberfranken 4.0 können diese Firmen deshalb Ideen für Dienstleistungen entwickeln, die sie rund um ihre Produktion und ihre Produkte anbieten können. Für die Erprobung und Umsetzung dieser Ideen wird die Bayreuther Anwenderfabrik das notwendige Know-how entwickeln. Steinhilper meint: „Die vierte industrielle Revolution, die wir gegenwärtig erleben und die wir seitens der Universität mitgestalten wollen, bietet gerade im Bereich neuer Dienstleistungen riesige Chancen für Unternehmen, deren Beschäftigte, Lieferanten und Kunden.“

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Über den Autor

 Stéphane Itasse

Stéphane Itasse

MM MaschinenMarkt