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Gefährliche Stäube beim Oberflächenbearbeiten binden

| Autor / Redakteur: Jenny Göser / Frauke Finus

Lissmac hat die Esta-Abscheider bei der Blechbearbeitung im Einsatz: Die Schleif- und Entgratmaschine (rechts) ist über ein Rohrsystem direkt mit dem Esta-Nassabscheider WDE-3000 (links) verbunden.
Lissmac hat die Esta-Abscheider bei der Blechbearbeitung im Einsatz: Die Schleif- und Entgratmaschine (rechts) ist über ein Rohrsystem direkt mit dem Esta-Nassabscheider WDE-3000 (links) verbunden. (Bild: Esta)

Seit Mitte des Jahres liefert Lissmac seine Bearbeitungsmaschinen mit den dazu passenden Trocken- und Nassabscheidern von Esta aus. Voraus ging eine eineinhalbjährige gemeinsame Entwicklungszeit.

Stefan Krummenauer, Produktmanager Metal Processing bei der Lissmac Maschinenbau GmbH sagt: „Zu jeder Schleif- und Entgratmaschine gehört eine Absaugung.“ Das Unternehmen aus dem württembergischen Bad Wurzach zählt zu den führenden Herstellern dieser Maschinen. In Krummenauers Geschäftssparte werden Anlagen für die Kantenbearbeitung und die Oberflächenbearbeitung gefertigt. Abnehmer sind die herstellende Industrie sowie Stahl- und Automobilzulieferer und Dienstleister.

Beim Entgraten und Schleifen von Stahl, Edelstahl oder Aluminium entstehen gesundheitsgefährdende Stäube. „Diese gilt es allein schon aufgrund der geltenden Arbeitsschutzbestimmungen abzusaugen, um die Gesundheit der Mitarbeiter zu schützen. Darüber hinaus sorgt eine prozessbegleitende Absaugung für einen sauberen und staubfreien Maschinenbetrieb. Das reduziert den Reinigungsaufwand unserer Anlagen, verhindert Staubablagerungen und letztlich auch Ausfälle“, fasst Krummenauer zusammen.

Bis zu 20 verschiedene Absaugungen

Die gemeinsame Entwicklungsarbeit zwischen Lissmac und dem Sendener Spezialisten für Absaugtechnik Esta Apparatebau GmbH & Co. KG begann im Januar 2016. „Mit der Erweiterung unseres Programms an Schleif- und Entgratmaschinen wuchs auch unser Bedarf an kompatibler Absaugtechnik. Davor hatten wir lediglich zwei Absaugvarianten im Programm.“, erklärt Krummenauer. „Dadurch kam Esta ins Spiel“. Das Ergebnis: Im Zuge der gemeinsamen Arbeit wurden eine neue Trockenabscheider-Serie (DDE) und eine Nassabscheider-Serie (WDE) entwickelt. Philipp Reisser, Projektverantwortlicher und OEM-Leiter bei Esta, nennt die konkreten Zahlen: „Heute können wir zwischen 15 und 20 verschiedene Absaugungen anbieten. Beide Serien verfügen über Leistungsstärken von 1500 bis 18.000 m3 pro Stunde“.

Gereinigte Luft in den Arbeitsbereich zurückführen

Wann kommt jedoch ein Trocken-, wann ein Nassabscheider zum Einsatz? „Das kommt immer auf die Anwendung, das verarbeitete Material und letztlich auf die vorliegende Gefährdungsbeurteilung an“, sagt Krummenauer und präzisiert: „Jeder Staub ist potenziell explosiv. Beim Schleifen von Aluminium beispielsweise entstehen potenziell die gefährlichsten Stäube. Diese können – je nach Korngröße, Verteilung und Zusammensetzung – mit Luft eine explosionsfähige Atmosphäre bilden. Kommt eine wirksame Zündquelle hinzu, besteht immer eine potenzielle Explosionsgefahr“. Er verweist auf die DGUV-Regel 109-001 (ehemals BGR 109), in der unter anderem Nassabscheider als eine mögliche Schutzmaßnahme geführt werden, um die Gefährdungen durch Aluminiumstaub zu vermeiden oder auf ein Minimum zu verringern. „Mit unseren Nassabscheidern können wir brennbare Stäube wie Aluminiumstaub mit Wasser binden, damit sie danach nicht mehr ohne weiteres entzündbar sind“, fügt Reisser hinzu. Möglich macht das ein ausgeklügeltes mehrstufiges Nassabscheidesystem. Die Antriebseinheit der Esta-Abscheider ist zudem ATEX-konform ausgeführt, um eine explosive Atmosphäre am Ventilator zu verhindern. Auch das Gehäuse ist durchgängig elektrisch leitfähig. Alle Nassgeräte verfügen standardmäßig über einen hochwirksamen H14-Filter, der über einen Abscheidegrad von 99,995 % verfügt. „Gemäß der TRGS 560 kann somit die gereinigte Luft in den Arbeitsbereich zurückgeführt werden – selbst bei stark gesundheitsgefährdenden Stäuben, wie sie beispielsweise bei der Edelstahlbearbeitung anfallen“, ergänzt Reisser.

In der Praxis werden laut Krummenauer bei Lissmac mehr Anlagen mit der passend dimensionierten Trockenabsaugung nachgefragt. „Natürlich sind auch hier immer die individuelle Anwendung und die vorliegende Gefährdungsbeurteilung entscheidend“, gibt er zu bedenken und fügt an: „Wird beispielsweise Normalstahl bearbeitet, koppeln wir unsere Anlagen häufig mit Trockenabscheidern“. Diese verfügen im Gegensatz zu den Nassabscheidern über einen integrierten Zyklonvorabscheider. „Das ist sinnvoll, um die Hauptfiltermedien vor direkter Staubbeaufschlagung zu schützen und die Standzeit zu verlängern“, weiß Reisser. Die Dauerfilterpatronen besitzen einen Abscheidegrad von 99,9 % und können vollautomatisch mittels Druckluftstößen abgereinigt werden. „Das Gehäusedesign der beiden Abscheider-Serien ist im Grunde identisch. Im Wesentlichen unterscheiden sie sich durch ihre Filter- und Abscheidesysteme. Die Trockengeräte verfügen über eine Sammelschublade zur einfachen Entsorgung des Staubs“, so Reisser.

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Seit Mitte dieses Jahres liefert Esta die neuen Trocken- und Nassabscheider an Lissmac aus – im gewünschten Farbton und Branding des Maschinenherstellers. „Wir bieten unseren Kunden eine funktionierende Lösung, bestehend aus Maschine und Absaugung. Schätzungsweise 95 % unserer Kunden kaufen das Gesamtpaket“, gibt Krummenauer an. Reisser weist darauf hin, dass alle Abscheider über Anschlüsse für den Weltmarkt verfügen. Und das mit gutem Grund: Lissmac unterhält Tochtergesellschaften in den USA und China. Alle Abscheider werden über ein Rohrsystem, das ebenfalls von Esta kommt, direkt an die jeweilige Bearbeitungsmaschine angeschlossen. Auch Lissmac selbst hat die Esta-Geräte bei der Blechbearbeitung im Einsatz. „Eigentlich stehen wir mit unserer Entwicklungsarbeit erst am Anfang. Es gibt in diesem und in anderen Bereichen noch jede Menge Absaugbedarf“, blickt Krummenauer in die Zukunft.

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