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Sogar hochfeste Sonderwerkstoffe lassen sich damit bearbeiten. Der Einsatz lässt sich sowohl auf Bearbeitungszentren als auch auf vorhandenen Ständerbohrmaschinen einfach realisieren.
Klassische Anwendungen für das Flowdrill-Verfahren sind beispielsweise Edelstahl-Geländer, Türstoßgriffe, Heizkreisverteiler, Stahlmöbel, Aluminium Türen- und Fassaden sowie Lötstellen in Kupferohren.
Mit dem Fließbohrverfahren lassen sich Zeit und Kosten einsparen
Ein Praxisbeispiel aus der manuellen Fertigung von Vakuum-Verteilern belegt die immensen Zeit- und Kostenvorteile bei einer klassischen Schweißbaugruppe mit dichtheitsrelevanten Gewindeanschlüssen (Tabelle – siehe Bildergalerie).
Der Gesamtvorteil liegt bei diesem Beispiel maßgeblich in der Zeitersparnis, insbesondere durch die Einsparung der manuellen Schweißarbeit und Dichtheitsprüfung. Aber auch der Kostenvergleich zwischen der Schweißmuffe als zugekauftes Drehteil oder der Einziehmutter einerseits und den Flowdrill-Werkzeugen andererseits lohnt sich allemal. Denn 1000 Einziehmuttern M8 schlagen schnell mit etwa 300 Euro bei Stahl und bis 1200 Euro bei Edelstahl zu Buche.
Die Flowdrill-Werkzeuge liegen dagegen nur bei etwa 150 Euro und das bei einer Standzeit von mehreren Tausend Bohrungen beispielsweise in 2 mm Edelstahl. Die Einsparpotenziale können aber tatsächlich noch vielseitiger sein, wenn etwa ganze Baugruppen vereinfacht oder Grundmaterialstärken schlagartig von beispielsweise 6 mm auf 3 mm Wandstärke reduziert werden können, sofern die Wandstärken nur für Gewindeverbindungen vorgehalten werden.
Konstrukteure sollten stets das Einsparpotenzial ausloten
Der messbare Zugewinn liegt deshalb vor allem in der Zeitersparnis durch die Reduzierung der Prozessschritte und in der Steigerung der Kapazitäten durch Einsparung vor- und nachgelagerter Arbeitsschritte, in der Kosteneinsparung und Reduzierung der Kapitalbindung durch Verzicht auf Schweiß-, Press- oder Einnietmuttern sowie deren Lagerhaltung sowie in der Fehler- und Ausschussminimierung durch eine Reduzierung der Prozessschritte, Eliminierung von Zusatzmaterialien und einer sehr hohen Prozessfähigkeit, ohne Verluste bei der Leistungsfähigkeit der Gewindeverbindung.
Nicht immer können innovative Ideen tatsächlich umgesetzt und die Fertigungspotenziale ausgeschöpft werden. Insbesondere Zulieferbetriebe und reine Lohnfertiger scheitern oftmals an den Zeichnungsvorgaben Ihrer Kunden und können so attraktive Sparpotenziale nicht selbst nutzen und weitergeben. Hier kommt es sehr auf die Flexibilität des Kunden und seiner Konstruktionsabteilung an.
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