Ja, wenn alles passt ...
Klimaneutraler Stahl aus Deutschland kann unter Umständen rentabel sein

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Eine klimaneutrale Stahlproduktion in Deutschland ist laut einer Studie unter bestimmten industriepolitischen Bedingungen international wettbewerbsfähig. Schauen wir, was das heißt ...

Grün ist die Hoffnung! Bekanntlich soll auch die deutsche Stahlindustrie klimaneutral werden. Das geht mit Wasserstoff statt Koks. Doch viele befürchten, dass man dann die Konkurrenzfähigkeit verlieren könnte. Eine aktuelle Studie verneint das, wenn die Politik die richtigen Knöpfe drückt ...(Bild:  Stahlmassivo)
Grün ist die Hoffnung! Bekanntlich soll auch die deutsche Stahlindustrie klimaneutral werden. Das geht mit Wasserstoff statt Koks. Doch viele befürchten, dass man dann die Konkurrenzfähigkeit verlieren könnte. Eine aktuelle Studie verneint das, wenn die Politik die richtigen Knöpfe drückt ...
(Bild: Stahlmassivo)

Zu dem Ergebnis, das klimaneutraler Stahl aus deutschen Kochern kein Draufleggeschäft sein muss, kommen Berechnungen von Wirtschaftswissenschaftlern der Universität Mannheim, die von der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung gefördert wurden, wie es heißt. Deutsche Stahlunternehmen können also wirtschaftlich mithalten – trotz des ganzen Aufwands. Das klappt aber nur, wenn die Rahmenbedingungen für den Umbau der Industrie hin zu einer klimaneutralen Stahlproduktion stimmen, merken die Studienautoren Tom Krebs und Patrick Kaczmarczyk dazu an. Dafür notwendig sei unter anderem ein längerfristig gedeckelter Industriestrom- nebst Wasserstoffpreis. Auch müsse es eine staatliche Förderung von Investitionen in eine klimaneutrale Produktion geben, die an Standortzusagen geknüpft seien. Die Autoren schlagen dabei gleich mehrere Maßnahmen für den Erhalt der Stahlindustrie in Deutschland vor. So müsse bis 2035 ein garantierter Industriestrompreis von 60 Euro pro Megawattstunde für alle energieintensiven Unternehmen gelten – inklusive Netzentgelte und aller Umlagen. Für Unternehmen mit Tarifbindung empfehlen die Wissenschaftler eine zusätzliche Reduktion des Strompreises um 10 Euro pro Megawattstunde. Auch für klimaneutral erzeugten Wasserstoff müsse es nach Meinung der Forscher bis 2035 einen garantierten Bezugspreis geben: Den Industriewasserstoffpreis!

Vier Maßnahmen sichern die Wirtschaftlichkeit von grünem Stahl

Dieser sollte bei etwa 140 Euro pro Megawattstunde liegen und ebenfalls für alle energieintensiven Unternehmen gelten. Tarifgebundene Unternehmen sollten dann eine Ermäßigung um 20 Euro pro Megawattstunde bekommen. Nötig sei auch eine gezielte Investitionsförderung. Stahlunternehmen, die alsoi in zukunftsfeste Produktionsanlagen investierten und eine Standort- und Beschäftigungsgarantie abgäben, sollten dann direkte Zuschüsse oder zinsgünstige Kredite in Höhe von 50 Prozent der Investitionssumme erhalten – tarifgebundene Unternehmen noch etwas mehr. Darüber hinaus sollten staatliche Aufträge bevorzugt im Inland vergeben werden. Auch eine Staatsbeteiligung an strategisch wichtigen Unternehmen der Stahlindustrie halten die Studienautoren zur Senkung der Kapitalkosten für denkbar. Die klimaneutrale Stahlproduktion ist demnach durchaus ein tragfähiges Geschäftsmodell, aber eben nur unter der Voraussetzung, dass die Politik ihre Zusagen einhält. Die vier identifizierten Instrumente Energiepreisabsicherung, Investitionsförderung, Nachfragestimulierung plus öffentliche Beteiligungen sind notwendige Bedingungen für die Wirtschaftlichkeit der Transformation, wie man betont. Von der Energiepreisabsicherung verspricht man sich dabei die größte Hebelwirkung.

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