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Ein wesentlicher Ansatz dazu wird in der Substitution von austenitischen durch ferritische Legierungen gesehen, die überhaupt kein Nickel enthalten. Im Automobilbau ist dieser Prozess bereits weit fortgeschritten. Das macht Weiß anhand von Abgassystemen deutlich, bei denen sich die austenitischen Edelstähle bereits auf dem Rückzug befinden.
Ferritische Legierungen bieten mehr Preisstabilität
Der Anteil ferritischer Legierungen am Edelstahlmarkt steigt. So wird er nach einer Studie des ISSF (International Stainless Steel Forum) im Jahr 2012 weltweit auf über 30% geschätzt. Darauf haben sich die Edelstahlhersteller eingestellt: „Die Gruppe der Ferrite wurde erweitert“, berichtet Weiß.
Dabei hat man auf der Legierung 1.4016 aufgebaut. Ziel war die Verbesserung der Korrosionsbeständigkeit und Schweißbarkeit. Dadurch wurden die technischen Voraussetzungen für Anwendungen im Automobilbau geschaffen. Inzwischen kamen Haushaltsgeräte und Aufzüge als Anwendungsbereiche dazu. Bei Trinkwasserrohren hat gerade in Deutschland die Markteinführung stattgefunden.
Preislich steht einer Substitution nichts entgegen. So sind ferritische Legierungen nicht den Preisschwankungen von Nickel ausgesetzt – im Gegensatz zur Standardlegierung 1.4301. Diesem Vorteil steht jedoch eine schlechtere Umformbarkeit gegenüber.
Mangan-Austenite bieten bessere Umformbarkeit als ferritische Legierungen
Daher setzt man in Asien auf Mangan-Austenite. Bei diesen nickelreduzierten Edelstählen hält ein deutlich angehobener Mangananteil die Umformbarkeit hoch. Allerdings geht das auf Kosten der Korrosionsbeständigkeit: Mangan-Stähle enthalten weniger Chrom als die Legierung 1.4301. Ein hoher Chromanteil ist für die Bildung einer schützenden, dichten Passivschicht an der Werkstoffoberfläche verantwortlich.
Aus diesem Grund sieht Weiß den Anwendungsbereich von Mangan-Stählen eingeschränkt. So seien diese Legierungen für Haushaltsgeräte „eher ungeeignet“. Wie die Ferrite können sie die Legierung 1.4301 nur teilweise gleichwertig ersetzen.
„Die preiswerten Alternativen zeigen in der Regel nicht die gleiche universelle Verwendbarkeit“, stellt der Leiter Produktservice fest. Nach seiner Ansicht haben Mangan-Stähle kein allzu großes Substitutionspotenzial: „Sie werden weniger von den Preisschwankungen der Standardlegierung profitieren.“ Das gelte auch für Duplex-Stähle. Bei diesen Legierungen mit ferritisch-austenitischem Gefüge wird unter anderem die Herstellung als kompliziert angesehen.
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