Suchen

U-Rob / Ersa Indoor-Drohne mit maßgeschneiderten Elektronikbaugruppen

| Autor/ Redakteur: Jennifer Schildein / M.A. Frauke Finus

Ein Foto aus der Vogelperspektive: Drohnen liefern nicht nur schöne Luftaufnahmen von eindrucksvollen Landschaften, sie können auch bei der Inspektion von Industrieanlagen helfen. Für die Qualität der Flugobjekte spielen dabei Lötverbindungen eine entscheidende Rolle.

Firmen zum Thema

Der Drohnenhersteller U-Rob hat für Industrieanwendungen die Drohne Rob I entwickelt. Anwendungsgebiete dabei können zum Beispiel die Inspektion von Rohrleitungen und Brennkammern in Kraftwerken, die Begutachtung von Schornsteinen und dem Inneren von Brückenbauwerken sowie die Tank- und Abwasserleitungsinspektion sein.
Der Drohnenhersteller U-Rob hat für Industrieanwendungen die Drohne Rob I entwickelt. Anwendungsgebiete dabei können zum Beispiel die Inspektion von Rohrleitungen und Brennkammern in Kraftwerken, die Begutachtung von Schornsteinen und dem Inneren von Brückenbauwerken sowie die Tank- und Abwasserleitungsinspektion sein.
(Bild: simon eymann | kopterwork)

Wie abhängig das unbemannte Fliegen von qualitativ hochwertigen und funktionierenden Leiterplatten, Bauteilen und Lotstellen ist, zeigt besonders das Fliegen in geschlossenen Räumen. „Viele UAS werden mit Standardkomponenten ausgerüstet. Aber beim Fliegen in geschlossenen Räumen kommt es auch auf eine gute Kommunikations- und Navigationsübertragung an sowie auf leistungsstarke, dimmbare, kleine Scheinwerfer“, weiß Jörg Nolte, Produktmanager Lötwerkzeuge, Rework- und Inspektionssysteme der Ersa GmbH. In diesen Fällen kann auf Standardlösungen nicht immer zurückgegriffen und es müssen eigene Entwicklungen durchgeführt werden, wie das Beispiel des deutschen Drohnenherstellers U-Rob zeigt.

Das Steuern der Drohne und auch die Kommunikation in Räumen können durch die Umgebung stark eingeschränkt sein. U-Rob hat für diese Industrieanwendungen die Drohne Rob I entwickelt und 2019 auf den Markt gebracht. „Es geht dabei um Einsätze wie die Inspektion von Rohrleitungen und Brennkammern in Kraftwerken, die Begutachtung von Schornsteinen und dem Inneren von Brückenbauwerken sowie die Tank- und Abwasserleitungsinspektion“, erklärt Joseph Metz, Gründer und Geschäftsführer der U-Rob GmbH.

Bildergalerie

Keine Ausfallzeiten im laufenden Betrieb

Der Rob I ist mit einem Wechselmechanismus für unterschiedliche Sensoriken und Kamerasysteme ausgestattet. Dadurch kann das System sehr flexibel eingesetzt werden. „Nehmen wir mal das Beispiel, dass wir bei der Inneninspektion eines Großtanks eine möglicherweise schadhafte Stelle an einer Schweißnaht auf den Übertragungsbildern der Kamera entdeckt haben. Wir können nun das Kamerasystem gegen ein System zur Schichtdickenmessung oder Probenentnahme austauschen und können dadurch dem Auftraggeber gezielt sagen, wie gravierend die Schadstelle ist “, führt Metz weiter aus. So kann für einen Großtank eine Komplettinspektion innerhalb von wenigen Stunden durchgeführt werden. Im Gegensatz dazu führen herkömmliche Überprüfungen zu Ausfallzeiten der Anlage von mehreren Tagen.

Für diese Einsätze ist der Rob I mit einer sehr lichtstarken RGB-Kamera ausgestattet, die eine Auflösung von 12 Mpx hat. Da der Rob I meist in dunklen Umgebungsbedingungen operiert, wurde die Kamera mit dimmbaren Hochleistungs-LEDs ausgestattet. Die Kamera und LEDs sind vibrationsentkoppelt aufgehängt und können per Fernbedienung um 180° nach oben und unten geschwenkt werden. „Bei dem Großteil der elektronischen Komponenten versuchen wir, auf bestehende Baugruppen zuzugreifen. Aber gerade bei unserem Kamera-Lichtsystem mussten wir eigene Lösungen entwickeln. Im Verlauf der Entwicklung wurden diese schließlich immer wieder angepasst und optimiert. Dies erfolgte in unserer Entwicklungsabteilung“, berichtet Metz. Dabei wurden immer wieder auf engstem Raum neue LEDs auf die Baugruppen in Handarbeit aufgelötet. Auch die Schnittstellen der einzelnen Payloads zur Drohne selbst mussten intern entwickelt, angepasst und zur Serienreife gebracht werden. Dabei war die Entwicklung einer zuverlässigen Kontaktierung unumgänglich, da die Möglichkeit des Payloadwechsels ein Alleinstellungsmerkmal des Rob I ist. In der Elektronikentwicklung und -fertigung griff U-Rob auf die Lötwerkzeuge des deutschen Herstellers Ersa zurück.

Anspruchsvolle Miniaturisierung der Baugruppen

„Wir beobachten den Drohnenmarkt seit geraumer Zeit. Dabei haben wir festgestellt, dass sich gerade europäische Hersteller weiter spezialisieren. Dadurch steigen natürlich auch die Anforderungen an die Qualität und die eingesetzten Technologien, was gerade durch die Anwendungen selbst sowie die Miniaturisierung der Baugruppen hervorgerufen wird. Wir scheinen für die anspruchsvollen Aufgaben bei der Herstellung von Drohnen die richtigen Lösungen im Bereich des manuellen Lötens bereitzuhalten, denn die Anfragen aus der Drohnenbranche steigen“, erklärt Nolte.

Die Feststellung Ersas bezüglich der Spezialisierung der Drohnenbranche teilt Metz. U-Rob hatte bei der Entwicklung von Beginn an Inspektionsanwendungen im Industriesektor im Fokus und die bisherige Geschäftsentwicklung des Rob I gibt dem Unternehmer aus Bielefeld Recht.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 46301500)