Rollfalzen Innovatives Füge- und Umformverfahren drückt Kosten im modernen Karosseriebau

Autor / Redakteur: Wolfgang Gärtner / Dietmar Kuhn

Die Automobilbranche befindet sich in einem stetigen Prozess der Veränderung, der sich in kürzer werdenden Markt- und Innovationszyklen offenbart. Diese Entwicklung beeinflusst den Bereich der Produktentstehung über die Fertigung bis hin zum Vertrieb. Die Entstehung serienreifer Neufahrzeuge soll in immer kürzeren Zeitspannen bei simultaner Verbesserung der Produktqualität realisiert werden.

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Die Rollfalztechnologie ist ein innovatives Fügeverfahren, das vor allem bei der Fertigung von Anbauteilen, sprich Fahrzeugtüren, Heckklappen, Motorhauben und Schiebedachausschnitten, zum Einsatz kommt. Ein weiteres Anwendungsgebiet sind auch Falzungen an Radläufen. Wobei das Einsatzgebiet sich nicht nur auf die Automobilbranche beschränkt. So ist sie beispielsweise auch für die Hausgeräteindustrie eine interessante Füge- und Umformtechnologie.

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Rollfalzen bietet Flexibilität, Individualität, Mobilität und Kostenreduzierung im Gegensatz zum herkömmlichen Pressfalzen. Der Rollfalzprozess kann über den kompletten Fahrzeugzyklus eingesetzt werden und dabei zur Herstellung von Prototypenteilen genauso wie zur Serienfertigung im kundenspezifischen Produktionstakt und bei der Herstellung von Ersatzteilen (Aufmacherbild).

Rollfalzen ist ideal für schwierige Bauteilgeometrien

Das Rollfalzen gilt als noch relativ junges Verfahren. Erst Mitte der 90er Jahre wurde die Rollfalztechnologie in Deutschland durch die Edag eingeführt.

Das Verfahren findet derzeit vor allem in der Serien- und Nischenfertigung seinen Einsatz. Das System ist prädestiniert für Teile, die eine unzugängliche Bauteilgeometrie oder komplizierte Biegelinien aufweisen.

Dafür bietet das Verfahren Lösungsansätze, wohingegen aufwändige mechanische oder hydraulische Falzpressen an ihre Grenzen stoßen. In den letzten Jahren hat sich diese Füge- und Umformtechnologie immer mehr auf allen Märkten der Welt etabliert.

Rollfalzen verbindet alle gängigen Werkstoffe

Der Unterschied zwischen Rollfalzen und klassischem Falzen beziehungsweise Falzpressen wird in folgender Beschreibung deutlich: Anstelle einer großen hydraulischen oder elektrischen (Table-Topp-) Presse wird beim Rollfalzen der Flansch mit Hilfe eines Industrieroboters in Verbindung mit einem Rollfalzkopf in zwei oder drei (bei einem Flansch mit dem Öffnungswinkel β0 < 130°), oder in vier oder fünf (β0 ≤ 180°) definierten Schritten, im Englischen Step genannt, gefalzt.

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