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Schäfer Werke Loch an Loch und hält doch: Präzisionsarbeit Wabenlochung

| Autor/ Redakteur: Marcus Düber / M.A. Frauke Finus

Eine Serverschranktüre besteht eigentlich zum größten Teil aus Löchern. Durch diese Löcher zirkuliert Luft, um die sensible IT innerhalb des Schranks zu kühlen. Die Löcher entstehen durch Wabenlochung. Das ist echte Präzisionsarbeit, denn der Steg ist sehr dünn, weshalb die Löcher sehr nah beieinander sind.

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Ein präzises Werkzeug ist hinsichtlich Planheit und homogenem Erscheinungsbild Voraussetzung für qualitativ hochwertige Produkte wie dieser Racktüre.
Ein präzises Werkzeug ist hinsichtlich Planheit und homogenem Erscheinungsbild Voraussetzung für qualitativ hochwertige Produkte wie dieser Racktüre.
(Bild: Schäfer Werke)

Schön sieht sie aus, die Wabenlochung der Serverschranktüre. Das Profil und die Lochbildgeometrie dienen jedoch nicht primär dem hübschen Aussehen. Der hohe, freie Luftdurchlass ist zweckmäßig und gewollt: Denn die Luft muss durch das Rack durchströmen können, damit sie die IT kühlt und vor einem Ausfall schützt.

Da jedoch ein Gros des Materials, de facto über 80 %, ausgestanzt wird, wirken auf das Blech während des Stanzvorgangs besondere mechanische Kräfte. Daher muss das Vormaterial besondere Eigenschaften hinsichtlich seiner mechanischen Kennwerte wie Bruchdehnung, Streckgrenze und Zugfestigkeit aufweisen. Den qualitativen Unterschied bei der Wabenlochung machen am Ende drei entscheidende Faktoren: Präzision, Werkzeug und Material. Die Schäfer Lochbleche, Teil der Schäfer Werke GmbH, kennen sich damit aus.

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Nicht jede Wabenlochung ist derart aufwendig. Die Lochung für die Serverschranktüren mit mehr als 80 % freiem Durchlass gehört dagegen zu den schwierigsten und aufwendigsten Stanzarten überhaupt. Sie kommt überall dort zum Einsatz, wo die Diffusion von beispielsweise Luft oder Schall durch das Metall eine maßgebliche Rolle für das Produkt spielt. Anwendungsbeispiele sind IT-Gehäuse, Lautsprecherboxen oder Filter in der Automobilindustrie. Entscheidend ist die Präzision der Anlagen und Stanzwerkzeuge. Über die Qualität der Lochung entscheidet je nach Material letztlich auch das Schnittspiel des Werkzeuges.

Präzise bei der Sache, um Materialbrüche zu vermeiden

Einen der wesentlichen Unterschiede zwischen der beschriebenen Wabenlochung und Lochbildern mit geringerem Durchlass macht der deutlich höhere Wert der relativen, freien Lochfläche. Je größer diese Fläche, desto mehr Spannungen werden durch den Stanzvorgang ins Material eingebracht. Diese Tatsache erlaubt keinerlei Ungenauigkeiten. Der vergleichslose Präzisionsanspruch wird im Steg am deutlichsten: Das verbleibende Metall zwischen den Wabenlöchern ist beispielsweise bei der beschriebenen Lochung SW 6,00 / 6,70 nur 0,7 mm breit. Gerade das bei Materialstärken bis 1,5 mm für den Stanzprozess extreme Verhältnis zwischen Stegbreite und Materialstärke erfordert höchste Präzision bei Anlagen und Werkzeugen. Bei unpräziser Stanzung kann es zu Lochbildfehlern oder Materialbrüchen kommen.

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