Europa hat eine Chance

Europas Batterieindustrie stellt sich neu auf

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Lasertechnik passt sich der Batteriefertigung an

Moderne Strahlquellen und Optiken erlaubten es heute, die Laserenergieverteilung gezielt an Material und Fügeverbindung anzupassen. Dynamic Beam Shaping etwa eröffnet dafür zusätzliche Freiheitsgrade – etwa beim Schweißen von Aluminium oder von Kupfer-Aluminium-Verbindungen. Am Lehrstuhl für Lasertechnik LLT der RWTH Aachen untersucht zum Beispiel Julia Vielhauer gemeinsam mit dem Fraunhofer ILT und weiteren Partnern, wie sich solche dynamisch geformten Laserstrahlen auf die Metallschmelze und die Materialeigenschaften auswirken. Die Experten wollen dabei die eingebrachte Energie räumlich und zeitlich so steuern, dass sich die Eigenschaften der Fügeverbindung gezielt an die jeweilige Anwendung anpassen lassen.

Nicht billiger, sondern schneller, flexibler und sicherer

Diese Entwicklung passt zu den Anforderungen einer Batterieindustrie, in der sich Zellchemien, Materialien und Bauformen schnell verändern, wie es weiter heißt. Und statt für jedes neue Produkt starre Prozesse und Anlagen neu aufzubauen, lassen sich Laserprozesse eben über Strahlführung, Parameter, Sensorik und Software anpassen. Für die europäische Batterieindustrie ergebe sich daraus ein anderer Weg als der direkte Kostenwettbewerb bei standardisierten Massenzellen. Chancen bieten sich demnach dort, wo unterschiedliche Anwendungen besondere Batterien verlangen, Stückzahlen variieren und Hersteller schnell auf neue Zellkonzepte reagieren müssen.

Europa ist für die Batteriefertigung eigentlich fit genug

Europa bringe für all das auch schon viel Know-how in puncto Lasertechnik, Maschinenbau, Automatisierung und Prozessentwicklung mit. Entscheidend sei es aber, diese Kompetenzen so zusammenzuführen, dass neue Produkte schneller von der Entwicklung in eine stabile industrielle Fertigung überführt würden. Olowinsky ist aber zuversichtlich: „Wir müssen nicht in jedem Markt der günstigste Anbieter sein. Entscheidend ist, dass wir Batterien und elektrische Systeme zuverlässig, flexibel und schnell industrialisieren können!“ Genau dabei sieht er eine Zukunft für die europäische Produktion. Und die Lasertechnik liefere dafür viele hilfreiche Werkzeuge. Das LSE’26 zeigte damit nicht nur neue Laserquellen, Sensoren und Fertigungsverfahren, sondern verdeutlichte auch, wie Europa auf den verschärften Wettbewerb reagieren kann. Nämlich nicht mit einer bloßen Kopie asiatischer Massenproduktion, sondern mit Fertigungskonzepten, die sich schnell an neue Produkte und Märkte anpassen lassen – genau das ist die Chance für Europa.

Hinweis der Redaktion:

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