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Oberflächenfinish Maschinelle Helfer fürs Bürsten, Schleifen, Wirbeln und Polieren

Redakteur: Peter Königsreuther

Augsburg entwickelt sich zwar gerade zu einem ziemlichen Corona-Hot-Spot, doch die Grindtec ist noch gesetzt. MAW Werkzeugmaschinen ist ein Aussteller. Hier ein kleiner Überblick der geplanten Show.

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Die Maschinenwelt des Oberflächenfinishing von MAW, so Corona will, bald zu erleben auf der Grindtec 2020. Wie diese Bürst- und Poliermaschine des Typs BS-ECO, die zum stirnseitigen Entgraten von Blech- und Stanzteilen sowie plan- und feingeschliffenen Teilen dient.
Die Maschinenwelt des Oberflächenfinishing von MAW, so Corona will, bald zu erleben auf der Grindtec 2020. Wie diese Bürst- und Poliermaschine des Typs BS-ECO, die zum stirnseitigen Entgraten von Blech- und Stanzteilen sowie plan- und feingeschliffenen Teilen dient.
(Bild: MAW)

MAW Werkzeugmaschinen ist Spezialist für Anlagen, die das hochwertige Oberflächen-Finishing an Dreh- , Fräs-, Stanz- und Feinschneidteilen übernehmen. Dazu gehört im Übrigen auch das Entgraten derselben. Maschinen für diesen Zweck wird das Unternehmen in Augsburg in Halle 1 am Stand 1020 vorstellen. Aber auch Systeme für das Bürsten, Polieren, Mikroverrunden, Wirbelschleifen und das Mikro-Fliehkraft-Gleitschleifen stellt man vor.

Planetare Bürsten entgraten effizienter

Das Transferentgraten mithilfe planetarer Bürstenbewegungen stellt laut MAW sicher, dass Grate rund um das Bauteil gleichmäßig mit einstellbarer Verrundungsgröße entfernt werden. Die von der René Gerber AG entwickelten und produzierten Bürst-Entgrat-Systeme eignen sich insbesondere zum ein- und beidseitigen Entgraten von magnetisch spannbaren Stanz- und Feinschneidteilen, heißt es weiter. Über das Transferband können je nach Maschinenauslegung Teile bis zu einem Durchmesser von 400 mm unter dem Bürstenkopf hindurchgeführt werden, um sie konturunabhängig und präzise zu entgraten.

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Die große Auswahl an Bürsten und Lamellen-Schleifwerkzeugen eröffnet neue Wege zum Herstellen unterschiedlicher Oberflächen und Kantenradien. Die als leistungsstark und günstig bezeichnete Bürstentgratmaschine BS-ECO (siehe Aufmacherbild) wird zum stirnseitigen Entgraten von Blech-, Stanz-, plan- und feingeschliffenen Teilen sowie zum Polieren von flächigen Teilen im Durchlaufverfahren eingesetzt, erklärt MAW. Sie eigne sich besonders für mittlere Seriengrößen. Die Maschine kann universell mit Zuführung, Abführung und Wendeeinrichtung ausgestattet werden.

Mikroverrundungen machen Bauteile robuster

Ebenfalls von Gerber kommen Systeme für die definierte Schneidkantenpräparation von Wendeschneidplatten, Gewindeschneidern, Bohr- und Fräswerkzeugen sowie Stanz- und Feinschneidelementen. Und zwar in Form von Bürst-Poliermaschinen, die als günstig, prozesssicher und präzise bekannt seien. Damit können definierte Radien im Mikrobereich erzeugt erzeugt werden. Der Prozess verbessert gleichzeitig die Schneidkantenoberfläche der Werkzeuge. Die Schartigkeit der Schneide würde dabei um den Faktor 3 reduziert. Die positiven Auswirkungen sind eine bessere Haftung von Beschichtungssystemen, eine deutliche Standzeiterhöhung und, dass mit höheren Schnittdaten zerspant, geschnitten oder gestanzt werden kann, wie MAW betont. Im Rahmen der Grindtec 2020 zeigt man die beiden Bürst-Polier-Maschinen BP-Smart und BP-MX mit Diamantbürstentechnik.

Die BP-Smart gilt als universell einsetzbare Bürst-Polier-Maschine zum Entgraten, Verrunden und Polieren einer Vielzahl von Präzisionsteilen. Die manuell bedienbare Maschine kann zu verschiedenen System ausgebaut werden, heißt es weiter. Besonders effektiv arbeite sie etwa in puncto Schneidkantenpräparation im Stanzwerkzeugbau oder bei Bohrern und Schneidplatten sowie beim gleichmäßigen Entgraten und Verrunden.

Die Bürst-Polier- und Entgratmaschine BP-MX hat eine Siemens-S3-Touch-Screen-Steuerung. Modular aufgebaut, könne sie auch automatisiert werden. Eine Einsatzdomäne dieser Präzisionsmaschine ist das stirnseitige Entgraten von Präzisionsteilen für die Autoindustrie, wenn es um das definierte Mikro-Schneidkanten-Verrunden sowie das Polieren von harten und sehr harten Materialien geht.

Das geht mit dem Mikro-Fliehkraft-Gleitschleifen

Das von der Polyservice AG entwickelte Mikro-Fliehkraft-Gleitschleifen eignet sich laut MAW bestens für kleine und dünne Präzisionsteile. Bei diesem Verfahren werden die Teile mittels Fliehkraft sowie durch Zugabe von auf den Prozess abgestimmten Schleifmitteln als Schüttgut geschliffen. Die Kanten werden dabei allumseitig gleichmäßig entgratet und auch verrundet, heiß es weiter. Durch die Auswahl des passenden Schleifmediums könnten dabei Oberflächen bis zur Hochglanzpolitur mit Ra 0,025 entstehen. Das Verfahren finde vor bei Klein- und Mikroteilen aus der Elektronik und Mikromechanik mit Durchmessern zwischen 0,05 und 5 mm sein Einsatzfeld, so MAW. Ganz neu im Portfolio ist etwa die Polydisk SL16-N3 GL, eine Teller-Fliehkraft-Gleitschleifmaschine mit Mikrospalt statt einem Ringspalt. Dieser ist kleinstenfalls 0,1 mm breit, heißt es, und kann in 0,033-mm-Schritten eingestellt werden. Die geringe Spaltgröße verhindert, dass das Schleifpulver zu schnell verloren geht respektive können auch feinere Schleifpulver verwendet werden.

Mikro-Wirbelschleifen entgratet und poliert

Beim Mikro-Wirbelschleifen handelt es sich um ein Verfahren zum Entgraten und Polieren von kleinen Teilen mittels Mikroschleifkörpern aus Keramik, Edelstahl oder Kupfer. Die Beigabe von Schleifpulvern und Compound ermöglicht es, kleine Präzisionsteile schonend und gleichmäßig zu Entgraten, Kanten zu verrunden und Oberflächen zu verbessern. Das Verfahren wird am Beispiel einer Mikro-Wirbelschliff-Gleitschleifmaschine MR10 (siehe Galeriebild) sowie an dem 30-l-Rundvibrator P30 mit neuer Touch-Screen-Steuerung erklärt. Die Maschine hat 10 Arbeitsstationen.

Schneller zum Spiegelglanz bei Zieh- und Umformwerkzeugen

Ziehmatrizen und Formstempel werden auf Grund ihrer unterschiedlichen Formen und Radien meist händisch auf Hochglanz poliert, schickt MAW voraus. Mit dem von der Polyservice AG entwickelten Mikro-Wirbelschliffverfahren werden Formwerkzeuge aus HSS und HM sowohl innen als auch außen polierbar, heißt es weiter. Das gelinge unabhängig von der Form der Bauteile. Das Verfahren geschieht mit Mikroschleifkörpern, die im sogenannten Strömungsschleifverfahren der Kontur des Werkzeugs folgen, und die Flächen, Radien und Kanten so bearbeiten. Dabei hat sich herausgestellt, dass nicht nur die mühsame manuelle Poliertätigkeit obsolet wird, sondern dass sich auch in vielen Fällen die Standzeit der maschinell polierten Werkzeuge verdoppelt, wenn nicht noch weiter verlängert.

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