Allgaier Werke Mit anspruchsvollen Bauteilen und Werkzeugen die Zukunft gestalten

Autor / Redakteur: Dietmar Kuhn / Dietmar Kuhn

Die Autoindustrie und damit ihre Zulieferer erleben derzeit nicht gerade ihre glücklichsten Tage. Trotzdem sind viele Unternehmen dabei, sich für die Zukunft fit zu machen. Das macht mit den Allgaier Werken GmbH in Uhingen auch einer der großen Automobilzulieferer und Blechverarbeiter. Wir befragten Helmar Aßfalg, Geschäftsführer des Unternehmens, wie er die Zukunft der Allgaier Werke sieht.

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Wie beurteilen Sie als Top-Player unter den Automobilzulieferern die derzeitige Marktsituation?

Aßfalg: Die Marktsituation in der Branche ist zur Zeit sehr angespannt. Der Nachfrageeinbruch in der Automobilindustrie schlägt natürlich eins zu eins durch – bei uns speziell im Teile- und Komponentenbereich.

So gesehen sind wir bei Allgaier froh, dass wir zusätzlich noch einen Werkzeugbau haben sowie ein komplett anderes Non-automotive-Geschäftsfeld. Ich würde sagen, die Automotive-Zuliefererindustrie befindet sich zur Zeit in einem sehr schweren Fahrwasser.

Läuft das Werkzeuggeschäft derzeit besser?

Aßfalg: Das Werkzeuggeschäft ist ein Projektgeschäft und hat längere Laufzeiten. Wir hatten in 2008 ein recht gutes Auftragseingangsjahr mit einem Auftragsbestand von 80 Mio. Euro am Ende des Jahres 2008, im Vorjahr betrug der Auftragsbestand 53 Mio. Euro.

Vor wenigen Wochen war bei Allgaier die Rede von neuen Strukturen, Geschäftsmodellen und Marktinitiativen für den Zukunftsmarkt – können Sie erklären was sich dahinter verbirgt?

Aßfalg: Das neue Geschäftsmodell der Allgaier Werke ist relativ einfach erklärt. Wir sind in zwei völlig unterschiedlichen Geschäftsfeldern tätig: Der Automotive-Bereich und die Process Technology haben keinerlei Berührungspunkte in Produkten oder Markt. Deshalb haben wir uns entschieden, beide Organisationen noch stärker auf ihre jeweiligen Märkte auszurichten und haben in der Holding nur übergeordnete Funktionen wie Personalwesen, Einkauf, Rechnungswesen, Controlling gebündelt.

Die neuen Gesellschaften wurden personell wie auch strategisch auf die jeweiligen Branchen zugeschnitten. Mitarbeiter, die wir aufgrund der neuen Strukturen keiner der operativen Gesellschaften mehr zuordnen konnten, haben wir in der Holding behalten. Dort werden sie qualifiziert und für neue Aufgaben ausgebildet.

Uns interessiert vor allem der Geschäftsbereich Automotive. Wie soll sich der weiterentwickeln, welche Ziele haben Sie da?

Aßfalg: Wir haben ganz klar entschieden, uns am Standort auf anspruchsvolle Teile, Komponenten und Werkzeuge zu konzentrieren. Wir haben unseren Entwicklungsbereich sehr stark ausgebaut und können inzwischen einen Rahmenvertrag mit einem Premium-OEM als Single-Source-Zulieferer für sämtliche Stahltankkraftstoffbehälter vermelden. Diesen Weg wollen wir auch mit anderen Fahrzeugherstellern gehen.

Darüber hinaus sind wir auch offen für andere, anspruchsvolle Entwicklungs- und Fertigungsthemen, speziell im Nischenbereich. Wir sind beispielsweise auch Hersteller eines Edelstahlgehäuses, das Lithium-Ionen-Akkus für hybridgetriebene Fahrzeuge aufnimmt. Dazu sind komplizierte Umform- und Fügeverfahren erforderlich, die wir gemeinsam mit unserem Kunden entwickelt haben. Verstärkt in diese anspruchsvollen Komponenten zu gehen, das sehen wir als Hauptbetätigungsfeld für unseren Automotivebereich.

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