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Mauser / Trumpf

Mit Softwarelösung in die Blechfertigung der Zukunft

| Autor: Frauke Finus

Papierlos fertigen, volle Transparenz, KPIs, Echtzeit-Reporting und eine Schnittstelle zu SAP – so lauten die mittelfristigen und ambitionierten Ziele des Blechtechnik-Unternehmens Mauser. Den Schritt in die Produktion der Zukunft geht Geschäftsführer Georg Mauser mit Trumpf.

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Tru Tops Fab ist auch an das vollautomatisierte Materiallagersystem von Stopa angebunden, um die Bestände besser zu überwachen. In Echtzeit informiert das System über den Netto- und Brutto-Bestand des Lagers.
Tru Tops Fab ist auch an das vollautomatisierte Materiallagersystem von Stopa angebunden, um die Bestände besser zu überwachen. In Echtzeit informiert das System über den Netto- und Brutto-Bestand des Lagers.
( Bild: Trumpf )

Die Mauser + Co. GmbH hat sieben Trumpf-Maschinen im Einsatz. Mit ihnen fertigt der Lohnfertiger unter anderem die Auflagetische für die Stanz-, Laser- und Kombi-Maschinen aus dem Hause Trumpf. Das gesamte Teileportfolio umfasst etwa 100.000 verschiedene Teile. Ein Großteil der Aufträge kommt in einer Losgröße von acht bis zehn Stück, sodass Flexibilität, Geschwindigkeit und Qualität für die rund 80 Mitarbeiter zentrale Themen sind.

Derzeit richtet Georg Mauser das Thema Software auf die Zukunft aus. Deswegen nutzt das Unternehmen seit etwa zwei Jahren die All-in-One-Lösung für 3D-Konstruktion und Programmierung Tru Tops Boost. Seit etwa einen Jahr hat der Lohnfertiger zudem die Fertigungssteuerung Tru Tops Fab im Einsatz. Damit hat Mauser die Fertigung zentral im Blick: Tru Tops Fab ermöglicht neben der Einbindung von Trumpf-Maschinen auch die einfache Kommunikation mit Systemen zur Materialbedarfsplanung (ERP) sowie zur Produktionsplanung und Steuerung (PPS). Der Datenimport läuft vollautomatisch. Alle Fertigungsaufträge werden in einer Übersicht angezeigt. Individuelle Suchmöglichkeiten und Grafiken erleichtern die Bedienung. Oliver Secker, technischer Leiter bei Mauser, erklärt: „Die Transparenz der Prozesse ist mir wichtig. Durch die Anbindung an unser SAP-ERP-System haben wir nun die Lücke der fehlenden Rückmeldungen von tatsächlichem Materialverbrauch und Maschinenlaufzeiten schließen können. Dadurch können wir jetzt exakte Nachkalkulationen erstellen und durch die intelligente Auswertung der rückgemeldeten Daten ein sehr präzises Vorkalkulationsschema erstellen. An- und Abmeldungen unserer Arbeitsgänge werden nun in Echtzeit von TruT ops Fab erledigt. Das spart uns nicht nur etliche hundert Buchungen pro Monat, sondern bringt jedem Mitarbeiter eine sehr hohe Transparenz. Ich selbst habe dank Tru Tops Fab den vollen Überblick über Laufzeiten, Maschinen- und Kapazitätsauslastung.“

Arbeitsabläufe und Programmierprozess verbessert

Georg Mauser ist es wichtig in Zeiten steigender Kundenanforderungen an Qualität, Zuverlässigkeit und Flexibilität den Überblick zu behalten. Dazu hat das Unternehmen Tru Tops Fab auch an sein vollautomatisiertes Materiallagersystem von Stopa angebunden, um die Bestände besser zu überwachen. In Echtzeit informiert das System über den Netto- und Brutto-Bestand seines Lagers, das ganze 400 t Blech fasst. Darüber hinaus bietet Tru Tops Fab Standardauswertungen bis hin zu Inventurlisten auf Knopfdruck.

Die volle Transparenz will Mauser aber nicht nur bei der Lagerhaltung. Denn der fehlende Überblick über Auftragsstände und Auslastungen an den einzelnen Arbeitsplätzen führte in der Vergangenheit zu längeren Durchlaufzeiten und im ungünstigsten Fall litt die Liefertreue. Das Ziel war dementsprechend schnell gesteckt. Secker erklärt: „Hier wollen wir Arbeitsabläufe verbessern und auch im Programmierprozess effizienter werden.“ Durch die zentrale Steuerungsebene, die sogenannte Home Zone, von Tru Tops Boost behalten die Blechfertiger die Kontrolle über alle Teile, Aufträge und Belegungen. Von Automatismen unterstützt erfolgt die blechgerechte Aufbereitung von der Geometrie bis hin zum fertigen NC-Programm. Zudem können in der Software 3D-Modelle konstruiert und alle Maschinentechnologien von der Laser- über die Stanz- bis zur Biegemaschine programmiert werden.

Per Knopfdruck Nachkalkulationen, Auswertungen und Kennzahlen erstellen

Weil fertige Tafelprogramme und -belegungen einfach wiederverwendet werden können, ist die Fertigung dank Tru Tops Boost effizienter. Denn viele der Aufträge und Teile wiederholen sich, manchmal in kleinen Abwandlungen. Dazu erklärt Secker: „Dank der durchgängigen Integration aller Funktionalitäten in nur einer Oberfläche können die Programmierzeiten deutlich verkürzt werden. Tru Tops Boost verbindet perfekt die 3D-Welt mit einem zukunftsweisenden Programmiersystem, welches per Mausklick Programme für Trumpf-Maschinen erstellt.“ Die gesparte Zeit können die Mitarbeiter in die wesentlichen Aufgaben investieren: Mauser bietet Ingenieurleistungen mit eigenem Konstruktionsservice (2D- und 3D-CAD) und kann langjährige Planungs- und Entwicklungskompetenz bereitstellen. Eine umfassende Beratung sowie
eine prozessbegleitende Betreuung sind dabei selbstverständlich. „Wir arbeiten ständig an Verbesserungen. Produkt- und prozessorientierte Optimierungen sowie eine reibungslose Unternehmensorganisation stärken unsere Marktposition. Hinter diesem Qualitätsmanagement steckt harte Arbeit, damit sich alle Arbeitsabläufe von der Entwicklung über die Herstellung bis hin zur pünktlichen Auslieferung nahtlos zusammenfügen“, erklärt Georg Mauser.

Durch die Vernetzung des ERP-Systems mit Tru Tops Fab und der Produktion über die Integration der Maschinenanlagen erhält das Unternehmen nun automatisch alle MDE / BDE Daten. Dadurch können jetzt per Knopfdruck entsprechende Nachkalkulationen, Auswertungen und Kennzahlen erstellt werden. Die Produktion wird weiter optimiert und die Teilekosten reduziert. Eine nachhaltige Steuerung ist nun ohne Mehraufwand für die Datenerfassung möglich. Für Mauser ein weiterer Schritt in die Produktion der Zukunft.

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Über den Autor

Frauke Finus

Frauke Finus

Leitende Redakteurin, Redaktion @blechnet.com

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