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Werkzeugbau

Nur leistungsgerechte Preise sichern Werkzeugbauern die Existenz

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Die Auftragsbücher der Werkzeugbauer füllen sich zwar, aber die Krise ist nicht vollständig überwunden, bringt WZL-Direktor Prof. Dr.-Ing. Günther Schuh die Lage der Branche auf den Punkt und verweist auf die weiterhin hohe Zahl an Insolvenzen von Werkzeugbaubetrieben, die eine Folge des Preiskampfes ist, der 2009 zu einem Preisverfall von durchschnittlich rund 12% führte.

Werkzeugbauer müssen Organisation verbessern

„Bei einer zeitgleichen Reduzierung der Produktionskosten um lediglich rund 4% ist das existenzgefährdend“, schlussfolgert Schuh. Für Werkzeugbaubetriebe besteht die Herausforderung darin, bei Aufrechterhaltung des technischen Vorsprungs gegenüber Wettbewerbern aus Niedriglohnländern ein Gegenmittel gegen den Gewinnrückgang zu finden. „Der Schlüssel dazu liegt in den organisatorischen Prozessen“, so Schuh.

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„Noch ist der heutige Werkzeugbau allzu sehr geprägt durch eine starke Werkstattorientierung. Dadurch ergeben sich lange Durchlaufzeiten, hohe Variantenzahlen und eine eingeschränkte Transparenz“, konstatiert Dr. Christoph Hechl, Leiter Werkzeugbau und Vorfertigungsfabrik der BSH Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH in Traunreut. Die dort bereits erfolgreich eingeleitete Industrialisierung hält er für die Zukunftssicherung für unerlässlich. Bezogen vor allem auf BSH sieht er die große Chance, den bei Produkten bereits umgesetzten Plattformgedanken auch auf die Werkzeuge zu übertragen.

Mit Werkzeugbau-Innovationen im internationalen Wettbewerb behaupten

„Vor allem im Mehrkomponenten-Werkzeugbau für die Automobil- und Konsumgüterindustrie sowie auf dem Zukunftsmarkt der Medizintechnik sind Differenzierungs- und Alleinstellungsmerkmale gegen internationale Wettbewerber nur durch innovative Prozesstechnologien möglich“, so die Erfahrung von Rainer Armbruster, Geschäftsführer der Foboha GmbH in Haslach. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben Weltmarktführer im hochspezialisierten Mehrkomponenten-Werkzeugbau durch die Entwicklung und Etablierung der Etagenwendetechnik, die es ermöglicht, hochwertige Mehrkomponentenprodukte wirtschaftlich herzustellen.

Nicht nur der Wandel vom handwerklich geprägten zum industriellen Werkzeugbau mit optimierten Prozessen stellt die Betriebe vor große Herausforderungen, sondern auch neuere Verfahren wie das Direct Coating und Direct Skinning, die ein vielversprechendes Konzept zur kostengünstigen Herstellung hochwertiger Bauteile sind. „Dabei werden Kunststoffteile direkt in der Spritzgießfertigung, also noch im Werkzeug mit 2-Komponenten-PUR-Lack, PUR-Haut oder PUR-Schaum beschichtet“, erläutert Rainer Protte, Advanced-Processing-Spezialist der Bayer Material Science AG in Leverkusen.

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