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Werkzeugbau

Nur leistungsgerechte Preise sichern Werkzeugbauern die Existenz

| Redakteur: Bernhard Kuttkat

Im Werkzeugbau laufen die Geschäfte wieder gut, allerdings nicht selten zu existenzgefährdenden Preisen. Werkzeugbaubetrieben muss es gelingen, einerseits leistungsgerechte Preise auf dem Markt durchzusetzen und andererseits durch eine effiziente Organisation die Kosten zu senken.

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Prof. Dr.-Ing. Thomas Seul, Präsident des Verbands deutscher Werkzeug- und Formenbauer (VDWF) in Schwendi: „Es bleibt festzustellen, dass Qualität und Liefertreue nicht im Preis belohnt werden.“ Bild: VDWF
Prof. Dr.-Ing. Thomas Seul, Präsident des Verbands deutscher Werkzeug- und Formenbauer (VDWF) in Schwendi: „Es bleibt festzustellen, dass Qualität und Liefertreue nicht im Preis belohnt werden.“ Bild: VDWF
( Archiv: Vogel Business Media )

„Die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise hat uns sehr deutlich gemacht, welche Gefahren darin bestehen, von einer Branche, insbesondere der Automotive-Branche, abhängig zu sein“, sagt rückblickend Prof. Dr.-Ing. Thomas Seul, Präsident des Verbands deutscher Werkzeug- und Formenbauer (VDWF) in Schwendi. An dieser Abhängigkeit wird sich grundsätzlich auch nichts ändern.

Werkzeugbau hängt von der Autoindustrie ab

Das Wohl und Wehe der Branche hängt nun einmal davon ab, wie gut die Geschäfte der Automobilindustrie laufen. Jetzt, im Aufwind der Automobilindustrie können sich die Werkzeugbauer von der Krise erholen.

Spürbar zu bemerken ist auch die Einsicht der Auftraggeber, dass nicht im „Werkzeugtourismus“ allein der Segen liegt. „Wer“, so fragt Seul hypothetisch, „hätte das je zu hoffen gewagt?“ Viele Kunden orientieren sich bei der Auftragsvergabe wieder auf dem europäischen Markt.

Gute Arbeit im Werkzeugbau wird nicht honoriert

„Es bleibt aber festzustellen, dass ‚gute Arbeit’, also Qualität und Liefertreue, nicht mit dem Preis belohnt werden“, beklagt der VDWF-Präsident ein altes Übel. Die Konsequenz ist, dass für Re-Investitionen in Anlagen oder Technologien oder auch in Weiterbildungsmaßnahmen kaum Spielraum bleibt.

„Natürlich gibt es immer noch Großkunden, die nach wie vor ausschließlich über den nackten Einkaufspreis einkaufen und sich damit ihre Produktion kaputtsparen“, weiß auch Engelbert Adam, Vorsitzender VDMA Werkzeugbau in Frankfurt. Solche Kunden lassen sich nicht nur extreme Produktivitätssteigerungen entgehen, sondern ruinieren langfristig auch ihre eigene Lieferantenbasis.

„Den wirklichen Mehrwert der hochproduktiven Werkzeuge ‚made in Germany’ erschließt sich jener Kunde, der gemeinsam mit dem Werkzeugbauer die für ihn optimale Produktionsstrategie entwickelt, und solche Werkzeuge kauft man nicht über Rückwärtsauktionen“, sagt Adam.

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