MES-System

Offene Fertigungssteuerung eignet sich für kleine und mittelständische Unternehmen

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Eine Schulung der Mitarbeiter, auch im Umgang mit dem Compiler, war Bestandteil des Einführungskonzeptes. Somit verblieben das Projekt-Know-how und die Quellen im Hause der Geyer-Gruppe.

Anwender des MES-Systems auf verschiedenene Unternehmen tauschen sich aus

Mit Beginn des Projektes wurde die Geyer-Gruppe in die „flexpo User Group“ aufgenommen, um Auswertungen, Formulare, Schnittstellen, Treiber und diverse Add-ons untereinander austauschen zu können. In dieser User Group waren unterschiedliche Klienten der F&M Consulting bereits fest verankert. Ähnlich wie bei einem Linux-Betriebssystem konnten Anwender und Entwickler ihre Lösungen untereinander austauschen.

Die Projektphilosophie „MES-open-Source-System“, wurde nach diesem Projekt ein zentraler Bestandteil der Produktpalette der Geyer-Gruppe Industrieholding.

Funktionsbestückt unter einer Multifunktionsablage für Fertigungspapiere, wurde jeweils ein Barcode-Scanner für die BDE-Belegebuchungen, sowie ein Transponderlesegerät (RFID) für die berührungslose Personal-Authentifizierung montiert (Bild 2). Für die Aufnahme sensorischer Ereignisse sowie als Steuerungsinstrument der Maschinendatenerfassung, Freigabesteuerung und einer Zutrittskontrolle wurden Web-I/O-Module (Microcontroller mit Standard-Ethernetanschluss) eingesetzt.

Laufschriftanzeige zeigt Kapazitätsauslastung an

Um die Maschineneffizienz und Kapazitätsauslastung der Fertigungsmaschinen zur Anzeige zu bringen, wurde eine LED-Laufschriftanzeige integriert. Die Terminals wurden ebenfalls mit einem Signalhorn ausgestattet, um die verschiedenen Schichtmodelle einschließlich der Pausenzeiten zu signalisieren.

Um auch die CAD-Zeichnungen, Stücklisten, Verfahrensanweisungen (PDM/PLM), statistischen Prozesskontrollen SPC (CAQ) und eine NC-Programmierung (CAM) anzubinden, wurde ebenfalls auf den Systemintegrator F&M zugegriffen. Eine offene CAM-Software bot bereits zahlreiche Standardmaschinentreiber von einer Plottersteuerung über Fräsen, Wasserstrahl-Schneidemaschinen, bis zu Stanz-Lasermaschinen im Lieferumfang an.

Gesamte Software in der Fertigung einheitlich bedienbar

Mit dieser Produktphilosophie ließen sich alle Softwareanwendungen in der automatisierten Fertigung mit einer einheitlichen und durchgängigen Software Suite bedienen und individuell gestalten.

Im Rahmen dieses Projektes wurden alle Geschäftsprozesse der Fertigung in einer einzigen Software integriert. Die Open-Source-Software sieht neben einer Option auf den Erhalt der Quellen auch den freien Bezug der elektronischen Komponenten vor. Weil alle ausgewählten Zukaufteile weit verbreitete Standardkomponenten sind und diese in der skalierbaren MES-Suite beliebig erweitert werden können, wurde mit dieser Produktphilosophie nicht nur das Flexpo-MES-open-Source-System, sondern auch eine Open-Hardware-Philosophie konsequent verfolgt.

Dipl.-Ing. Jörg Rehage ist geschäftsführender Gesellschafter der F&M Consulting Organisations- und Technologieberatung für den Mittelstand in 47053 Duisburg.

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