Erni / Bruderer

Präzise Stanztechnik: Steckverbinder halten die Welt am Laufen

| Autor / Redakteur: Werner Waltenberger / Frauke Finus

Steckverbindungen von Erni sind in Geräten von nahezu allen Bereichen im Einsatz.
Steckverbindungen von Erni sind in Geräten von nahezu allen Bereichen im Einsatz. (Bild: Bruderer / Stanzteile von Erni)

Sie sind die zentralen Brücken in fast allen elektrischen Geräten, die wir Tag für Tag in Einsatz haben: Steckverbindungen. Mit ihnen hält Erni als einer ihrer führenden Hersteller die Welt am Laufen. Eines der Erfolgsgeheimnisse von Erni findet sich am Produktionsstandort in Adelberg bei Stuttgart begründet.

Steckverbindungen von Erni sind in Geräten in fast allen Bereichen im Einsatz. Von Automotive, über Industrie, Transport, LED, Medizin, Endverbrauchergeräte bis hin zu Kommunikation. Neben der Fertigung zahlreicher Steckverbindungen liegt eine der Stärken des Unternehmens im Electronics Manufacturing Services für eine Vielzahl von Bereichen, wie Elektronikentwicklung, Kabelkonfektionsdienstleistung, Einpresstechnik, Löttechnik oder Prüftechnologie. Unter anderem gehört Erni zu den ersten Herstellern des weltweit verbreiteten DIN 41612 Steckverbinders.

Hauptsitz der Erni Production als Tochter von Erni Electronics ist Adelberg. Seit über 60 Jahren wird hier „Qualität made in Germany“ gefertigt. Neben Deutschland kommt dem Standort Lamphun in Thailand große Bedeutung zu, denn die Synergieeffekte beider Standorte wirken sich positiv auf den Fertigungsprozess verschiedenster Teile aus.

Höchste Präzision dank Stanztechnik aus der Schweiz

„Ohne höchste Präzision bei der Fertigung ist man heute im Bereich der elektronischen Steckverbindungen kaum konkurrenzfähig“, ist sich Bernd Leonberger, Meistertechnologe Stanztechnik bei Erni in Adelberg sicher. „Und die Ansprüche steigen ständig. Waren 2004 noch Toleranzen von drei hundertstel Millimeter akzeptabel, sind es aktuell nur noch ein hundertstel Millimeter und weniger. Um solche Werte einhalten zu können, braucht es Hochleistungs-Stanzautomaten. Deshalb setzen wir in unserer gesamten Stanzerei konsequent auf Bruderer. Hier wurden wir noch nie enttäuscht“, so Leonberger weiter. Die ständig steigenden Anforderungen an Steckverbinder sind die treibenden Kräfte von Ernis Qualitätssystem. So verfolgt das Unternehmen eine „Zero-Defect“-Produktion, verbunden mit ständiger Verbesserung unternehmerischer Prozesse.

Erni setzt in den Bereichen von 250 bis 500 kN ausschließlich Stanzautomaten des Schweizer Stanzspezialisten ein. Alle zusammen produzieren an die 5 Mrd. Teile pro Jahr. Für diese Mengen sind die Hochleistungs-Stanzautomaten 7 Tage die Woche rund um die Uhr das ganze Jahr im Einsatz. „Wir arbeiten seit 1984 mit Bruderer-Stanztechnik. Und in all den Jahren gab es noch nie einen mechanischen Defekt. Und das obwohl die Maschinen Tag und Nacht durchlaufen. Diese Qualität kann uns sonst kein Hersteller garantieren.“ Die Zuverlässigkeit und hohe Qualität der Stanzautomaten hat Erni veranlasst, auch bei den Vorschubapparaten ganz auf Bruderer-Technik zu setzen. In der nächsten Zeit wird in Adelberg komplett auf Servovorschübe aus dem Hause Bruderer umgerüstet. „Das ist notwendig“, so der Stanztechniker weiter, „denn für die 0,8er-Steckverbinder bringt der BSV 75 von Bruderer exakt die Genauigkeit, die für diese Teile erforderlich ist.“

Für Erni hat die Konzentration auf eine einzige Herstellermarke für ihre Stanztechnik auch noch weitere praktische Gründe. „Unsere Maschinenführer finden so immer das gleiche System vor. Das vereinfacht die Bedienbarkeit und erhöht damit gleichzeitig die Prozesssicherheit“, beschreibt Leonberger. Um diese im Dauerbetrieb zu gewährleisten, macht der Steckverbinderspezialist jedes Jahr eine vollumfängliche Prüfung aller Stanzautomaten. Dabei wird alles exakt vermessen und wo nötig nachgebessert. So ist beispielsweise die Genauigkeit der Stössellage ein Indiz für diese Prüfung. „Das ist eine Investition, die sich für uns auf jeden Fall lohnt. Nur so können wir im Dauerbetrieb diese hohe Präzision über den gesamten Produktionszyklus aufrechterhalten.“ Sicher ein Grund, weshalb sämtliche Stanzwerkzeuge bei Erni im Haus entwickelt und konstruiert werden. Bei der Vielzahl von etwa 1000 Artikeln sind aktuell rund 200 Werkzeuge plus diverser Umbauvarianten im Einsatz. Hier wird das große Know-how im Werkzeugbau deutlich. Denn bei den hochpräzisen Produkten funktioniert ein größtenteils mannloser Betrieb nur, wenn sämtliche Werkzeuge bis ins letzte Detail optimiert sind.

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Tipp

Mit Präzision und Know-how sicher in die Zukunft

Derzeit arbeiten allein im Werkzeugbau 80 Mitarbeiter in Adelberg. Davon sind 16 ausschließlich für die Stanzwerkzeuge und deren Wartung in zwei Schichten verantwortlich. „Wenn der Kontaktabstand bei einem Stecker 0,8 mm beträgt, hat der Stempel nur noch ein Größe von 0,2 mm mal 0,8 mm im Werkzeug“, erklärt Leonberger. „Dies umzusetzen bedarf höchster Präzision und ein großes Fachwissen der Werkzeugbauer. Und ich bin mir sicher, dass diese Anforderungen an Präzision bei den Werkzeugen noch weiter zunehmen werden.“

Der Trend zu immer kleineren Steckern hält an. Denn gerade in der Elektromobilität wird das Gewicht von Fahrzeugen künftig weiter reduziert. Gleichzeitig werden immer mehr Stecker benötigt. Allein heute sind in einem Auto um die 1500 Stecker verbaut. Je präziser sie sein müssen, umso eher kommen sie aus dem Hause Erni – gefertigt auf Hochleistungs-Stanzautomaten von Bruderer.

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