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Walzprofilieren Profile in beliebiger Länge und mittleren bis großen Serien herstellen

| Autor/ Redakteur: Walter Frick / Dietmar Kuhn

Walzprofilieren – auch als Längsprofilieren oder kurz Profilieren bezeichnet – wird nach DIN 8586 den Biegeumformverfahren mit drehender Werkzeugbewegung zugeordnet. Dadurch lassen sich Profile fast beliebiger Länge sowohl aus Stahlwerkstoffen als auch aus NE-Metallen herstellen. Die Verarbeitung höher- und höchstfester Stähle eröffnen dem Profilieren eine zunehmend breitere Anwendung.

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Walzprofilieren – angetriebene Schrägrolle. Bild: Dreistern
Walzprofilieren – angetriebene Schrägrolle. Bild: Dreistern
( Archiv: Vogel Business Media )

Eine große wirtschaftliche Bedeutung hat das Walzprofilieren bei der Fertigung von mittelgroßen bis großen Serien. Beim Profilieren wird ein Blech in mehreren aufeinander folgenden Sätzen von zumeist je zwei Profilierrollen in sogenannten Gerüsten stufenweise von seiner Ursprungsgeometrie zum gewünschten – offenen oder geschlossenen – Profil durch Biegen umgeformt. Hierzu wird die Geometrie des Spaltes zwischen den zwei gegenüberstehenden Rollen in jeder Stufe geändert und somit die im jeweiligen Gerüst gewünschte Formänderung in das Blech eingebracht.

Reißverschluss für Profiliermaschinen

Ein neues Verfahren soll nun das Anwendungsspektrum der Profiliertechnik erweitern. Ein Beispiel aus der Praxis: Die Stückzahlen hatten sich über Nacht halbiert. Die Rentabilitätsrechnung für die Investition in eine neue hochflexible Profiliermaschine für U-, C- und Sigmaprofile war nur noch Makulatur.

Die geringe Auslastung dieser Spezialmaschine hätte nicht ausgereicht, um die Investitionskosten zu rechtfertigen. Eine Profiliermaschine in klassischer Ständerbauweise kam ebenfalls nicht in Frage. Zwar lassen sich damit Profile mit beliebigen Querschnitten herstellen, die Umrüstzeiten sind aber für die Herstellung von Profilfamilien mit hoher Variantenvielfalt zu hoch. Auch diese Lösung wäre deshalb nicht wirtschaftlich.

In dieser Situation schlug ein namhafter deutscher Anlagenhersteller seinem Kunden ein völlig neues Konzept vor. Das wichtigste Ziel war es, das Anwendungsspektrum der Maschine zu erweitern, um die Auslastung und damit die Wirtschaftlichkeit unter den neuen, erschwerten Bedingungen sicherzustellen. Die neue Baureihe bekam den Namen P3.Flex.

Neue Profiliermaschine arbeitet äußerst flexibel

Wie alle Maschinen der Baureihe P3 kann auch diese Maschine Profile mit beliebigen Querschnitten herstellen. Auf Knopfdruck wechselt diese neue Maschine in den Betriebsmodus „Flex“ und arbeitet dann wie eine Profiliermaschine mit stufenloser Breitenverstellung zur Herstellung von U-, C-, C+-oder Sigmaprofilen.

Eine besonders interessante Variante besteht in der Möglichkeit, nur einen Teil der Profiliermaschine auf den Betriebsmodus „Flex“ umzustellen. Damit lassen sich hochkomplexe Profile mit einem variablen Bestandteil, beispielsweise einem Schenkel mit unterschiedlicher Breite, ohne zusätzliche Werkzeugkosten und ohne Umrüstaufwand herstellen. Die Umstellung auf eine neue Profilvariante ist vollautomatisch und dauert weniger als drei Minuten.

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