Rapid Prototyping

Prototypen für Bugatti, Formel 1, Airbus und Olympia

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Keine leichte Aufgabe. Und schnell sollte es natürlich auch gehen. Auf der Suche nach einem Dienstleister für diese Prototypen aus Aluminium wandte sich Brose an die Portec GmbH aus Zella Mehlis. Hatte der Zulieferer für die Herstellung dieser Modelle mittels Fräsen bisher etwa 13 Arbeitstage benötigt, so waren es jetzt auf der Basis des neuen Verfahrens nur noch 4. Brose war mit dem Ergebnis der Zusammenarbeit zufrieden.

Leichtbau rechnet sich auch für Prototypenbauer

„Als dann 2005/2006 ein neues Verfahren für Metallfeinguss auf Basis von Keramikschalen auf den Markt kam, haben wir gesagt: ‚Das können wir auch’, blickt Wodrazka zurück.

Das von der MK Technology GmbH aus Grafschaft bei Bonn entwickelte Schnelltrocknungsverfahren, als Anlage vertrieben unter dem Namen Cyclone, ermöglichte es, die Herstellungszeiten von Formschalen signifikant zu reduzieren – von durchschnittlich 7 Tagen auf etwa 1 Tag. Im Metallfeinguss werden zur Herstellung der Keramikform, in die später das Metall gegossen wird, über ein Wachsteil mehrere Schichten aus so genanntem Schlicker und feuerfestem Sand aufgebracht.

In der Praxis muss solch ein Schalenaufbau aus 7 Einzelschichten bis zu einer Woche trocknen, da die Trocknung jedes einzelnen Überzuges etwa 24 Stunden dauert. Die Portec hatte die Vorstellung, die neue Technologie auch zumindest für Kleinserien einzusetzen.

Kettenförderer steigert Effizienz beim Prototypenbauer

Dieser Wunsch wurde von MK Technology in der Form umgesetzt, dass modular aufgebaute Trockentunnel mit einem Kettenförderer verbunden wurden. So war es möglich, kontinuierlich und bedeutend effizienter die Keramiktrauben zu erzeugen.

Damit waren die Weichen bei Portec auch für den weiteren Ausbau der Metallstrecke gestellt. Natürlich wurde an der Optimierung des neuen Metallfeingussverfahrens gearbeitet. „Ein Jahr ist die Anlage gelaufen: Wir haben sie immer weiter optimiert, bis sie so produzierte, wie wir uns das vorgestellt haben“, so Wodrazka.

Prototypen vom Airbus bis zum Parfümflakon

Dass der Metallbereich gerade in Zeiten von Leichtbau und Ressourceneffizienz auch für Prototypenbauer wichtige Aufträge bringt, erfährt auch die Portec Gmbh. „Wenn es so weiterläuft, haben wir in diesem Jahr Zuwachsraten von mindestens 30%“, so Wodrazka. Schon jetzt ist man wieder an die räumlichen Kapazitätsgrenzen gelangt und erweitert. „In der neuen Halle, die wir dann Ende 2008 beziehen werden, wird ausschließlich die Metallstrecke untergebracht sein.“

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