Suchen

Rohrbearbeitung

Rohrbearbeitung kann mehr

| Autor: Stéphane Itasse

Was bringt die Messe Tube im kommenden Jahr? Einen ersten Einblick gab es auf der Hausmesse Intube des weltweit führenden Herstellers von Rohrbearbeitungsmaschinen BLM an seinem Standort in Levico Terme (Italien).

Firmen zum Thema

Kostengünstig dank Robotern ist das neue Laserbearbeitungszentrum für Rohre LT360.
Kostengünstig dank Robotern ist das neue Laserbearbeitungszentrum für Rohre LT360.
(Bild: Itasse)
  • BLM bietet als einziger Hersteller weltweit sowohl Laser- als auch Umformmaschinen für die Rohrbearbeitung an.
  • Dieses Angebot aus einer Hand ermöglicht auch ein besseres Zusammenspiel der Maschinen – Industrie 4.0 wird Realität.
  • Mit neuen Maschinen ergänzt der italienische Hersteller seine Angebotspalette.

Vom 8. bis 10. Oktober fanden die „deutschen Tage“ statt, während der das Vertriebsteam der BLM Group Deutschland GmbH die Besucher in deutscher Sprache durch die Hausmesse führte. Über neue Maschinen und -funktionen hinaus präsentierte die Unternehmensgruppe praktisch ihr gesamtes Portfolio. Hinzu kamen mehrere Arbeitsinseln, anhand derer der Maschinenbauer zeigte, was er bei der Integration seiner Maschinen für die Rohrbearbeitung im Sinne von Industrie 4.0 heute erreicht hat.

Rohrbearbeitung profitiert vom abgestimmten Zusammenspiel der Maschinen

Einer dieser integrierten Prozesse zeigte das Zusammenspiel vier verschiedener BLM-Maschinen mit einem Roboter bei der Herstellung zwei verschiedener Werkstücke für den Heizungsmarkt. Dabei förderte ein Rohrbearbeitungszentrum 3-Runner Stahlrohre vom Coil durch eine Richteinheit, formte die Rohre an einem Ende um und schnitt sie ab. Mit einem Roboter wurden auf den Rohren dann zwei Muttern vorpositioniert. Anschließend lud der Roboter die Rohre in eine vollelektrische CNC-Multiradius-Biegemaschine Smart, die sie in zwei Varianten bog. Nach diesem Biegeprozess wurden die Rohre vom Roboter aus der Biegemaschine entnommen und dem Umformen der zweiten Enden mit einer E-Shape zugeführt. Abschließend legte der Roboter die Werkstücke sortiert in Behälter.

„Schon viele Jahre, bevor der Begriff Industrie 4.0 erfunden wurde, haben wir uns intensiv mit den Themen Digitalisierung und Integration der Prozesse in der Rohrverarbeitung beschäftigt“, sagt Andreas Köster, Geschäftsführer der BLM Group Deutschland. Das Ergebnis sind die vom Hersteller sogenannten All-in-one-Systeme, bei denen die Maschinen für verschiedene Prozessschritte in der Rohrbearbeitung untereinander Produktionsdaten austauschen und es so ermöglichen, ab dem ersten Teil korrekte Werkstücke zu produzieren. Köster sieht dies als eines der wichtigsten Alleinstellungsmerkmale von BLM. Mit All-in-One verfügen die Maschinen über eine eigene „Intelligenz“. Sie „wissen“, welche Prozessschritte als nächstes in welcher Weise ausgeführt werden müssen. Aus Sicht der BLM Group ist es das Ergebnis in der Tiefe durchdachter technischer Prozesse.

Bildergalerie

In Levico Terme wurde zum Beispiel das Zusammenspiel eines Rohrlasers LT8.20 mit einer Biegemaschine Elect 150 gezeigt, wobei ein Werkstück aus einem rechteckigen Rohr mit einer Abmessung von 120 mm × 60 mm und einer Wandstärke von 3 mm für ein Fitnessgerät produziert wurde. Ein zweites Beispiel war die Herstellung eines Teils für ein Möbelstück mit einem Rohrlaser LT5 und einer Biegemaschine Elect 40. Die LT5 laserte in die auf Maß geschnittenen Rohre mehrere Lochungen, in die nach dem synchronen Biegen beider Rohrseiten gerade Stangen als Querverbindungen gesteckt wurden. Dank der Präzision des Prozesses passten die Stangen auf Anhieb auf beiden Seiten des gebogenen Rohrs in die Löcher.

Laser-Rohrbearbeitungszentrum LT-Free erhält kleine Schwester LT360

Für einen kostengünstigen Einstieg in das automatisierte Laserschneiden von Rohren zeigte der italienische Maschinenbauer auf seiner Hausmesse die Anlage LT360, gleichsam die „kleine Schwester“ der bereits am Markt eingeführten LT-Free. „Um die Maschine kostengünstiger anbieten zu können, wird bei ihr der Laserkopf durch einen Roboter geführt“, erläuterte BLM-Marketingleiter Giovanni Zacco im Gespräch mit MM Maschinenmarkt. Im Vergleich zur LT-Free müssten die Anwender dadurch eine weniger hohe Bearbeitungspräzision akzeptieren. Die Werkstücke liegen während der Bearbeitung entweder auf einem Tisch oder werden von einem zweiten Roboter gehalten.

Nur indirekt zu sehen war ein weiterer Vorteil der Anlagen. „Wir haben unsere Software parallel zu unseren Maschinen entwickelt und optimieren sie mit diesen weiter. Wir bieten sie nicht für Maschinen anderer Hersteller an. Das ist für unsere Kunden ein entscheidender Wettbewerbsvorteil“, erläutert Cristian Sibio, Area Sales Manager der BLM Group für Deutschland. 30 % der Kunden der Unternehmensgruppe kaufen binnen drei Jahren bei ihr eine weitere Maschine. Ihre Software spielt dabei eine wichtige Rolle.

Insgesamt waren bei der Hausmesse auf gut 10.000 m² Ausstellungsfläche 27 Rohr- und Blechlaser, Biegemaschinen und Sägen im Betrieb zu sehen. Offiziell waren für die Intube 2019 zwei Wochen geplant. Doch der Andrang war so groß, dass die Türen in Levico Terme knapp vier Wochen offen blieben.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 46198659)

Über den Autor

 Stéphane Itasse

Stéphane Itasse

, MM MaschinenMarkt