CAD/CAM-Software

Schneller und zuverlässiger konstruieren in der Blechbearbeitung

| Redakteur: Konrad Mücke

Auf wenige µm genau konstruiert: als Stanzbiegeteil ausgeführte Kontaktfeder für einen Ladestecker für Elektrofahrräder.
Auf wenige µm genau konstruiert: als Stanzbiegeteil ausgeführte Kontaktfeder für einen Ladestecker für Elektrofahrräder. (Bild: Zetka AG - Mecadat AG)

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Stanz- und Biegeteile produziert der Zulieferer Zetka in Füssen flexibler und kurzfristiger dank der CAD/CAM-Software Visi. Mit dem Softwaremodul Team Edition können mehrere Konstrukteure parallel arbeiten. Dies gelingt auf Basis einer einheitlichen Datenstruktur.

Als Spezialist für Stanz- und Biegeteile produziert die Zetka Stanz- und Biegetechnik AG & Co. KG in Füssen zum Beispiel wenige Millimeter messende Kontaktfedern. Diese werden auch als Einlegeteile im Spritzgießverfahren verwendet. Derart entstehen daraus beispielsweise elektrische Kontakte zum Verbinden von Akkumulatoren mit den Ladegeräten und dem Elektromotor in Elektrofahrrädern. Der Allgäuer Zulieferer produziert jährlich mehrere Millionen dieser Kontaktfedern.

Um die internen Abläufe vom Produktdesign bis zum Stanzwerkzeug deutlich zu beschleunigen und zu vereinfachen, arbeiten die Blechteilehersteller mit mehreren Softwaremodulen der Software Visi. Jüngst haben sie ihre bestehende CAD/CAM-Software mit dem Modul Team Edition ergänzt. Somit können im Team mehrere Konstrukteure die Stanzwerkzeuge parallel konstruieren. Das hat die Durchlaufzeiten erheblich verkürzt. Dazu berichtet Engelbert Gschwend, der als Prokurist und Leitung Technik/Entwicklung bei Zetka für komplexe Stanz- und Stanzbiegeteile verantwortlich ist: „Mit Team Edition haben wir Anfang des Jahres 2016 begonnen. Inzwischen sind wir von den Möglichkeiten dieses Softwaremoduls wirklich begeistert.“

Konstruieren im Team

Das Stanzbiegewerkzeug für die Kontaktfedern haben in Füssen vier Mitarbeiter mit Visi im Teammodus parallel konstruiert. Derart haben sie nur noch etwa ein Viertel der bisherigen Zeit benötigt. Um koordiniert zu arbeiten, bestimmt das Team zunächst den sogenannten Master, den Konstruktionsleiter, im Softwaremodul Visi Team. Dieser legt in der Software ein Projekt an. Er pflegt die schon vorbereitete Basiskonstruktion ein, in der die Grundstrukturen des Werkzeugs festgelegt sind, zum Beispiel die Werkzeuggröße mit dem Softwaremodul Visi Progress theoretisch festgelegt hat und die Projektverantwortlichen dies bestätigt haben, aktiviert er den Teammodus. Nunmehr können alle Beteiligten unterschiedliche Arbeiten im Team übernehmen. Stanzbiegewerkzeuge eignen sich bevorzugt zum Konstruieren im Team mit verteilten Aufgaben. Ein Spezialist detailliert das Schneidwerkzeug, damit die passende Platine entsteht. Ein anderer konstruiert bereits das Biegewerkzeug. Um Kollisionen auszuschliessen, sichern sich die eingeladenen Teamkollegen individuelle Zugriffsrechte. Alle Mitglieder der Konstruktionsgruppe können die Layerstruktur sowie die Zeichenblattbelegung der Basiskonstruktion einsehen.

Fortlaufend aktualisieren

Die Daten aller Teammitglieder werden in der Datei Master-Workfile gesammelt. Diese Datei öffnen die Teamkollegen mit ihren jeweiligen Zugriffsrechten. Sie übernehmen die Layer und Zeichenblätter und können unabhängig an ihren individuellen Aufgaben arbeiten. Sie müssen lediglich die Layer und Zeichenblätter beachten. Wollen sie ihren jeweiligen Konstruktionsschritt an Teammitglieder weitergeben, übertragen sie die bearbeiteten 3D-Daten und Zeichenblätter in das Master-Workfile. Diese Aktualisierung meldet das System automatisch an alle Teambenutzer. Somit sind alle Beteiligten stets auf dem aktuellen Stand der Information und des Konstruktionsfortschritts. Durch das parallele Konstruieren hat der Allgäuer Blechteilehersteller die Gesamtdauer einzelner Projekt bis zu 25 Prozent verkürzt. An allen Werkzeugen konstruieren stets mehrere Beteiligte. Wie Engelbert Gschwend betont, konnten seine Techniker bereits nach einem knappen Tag Inhouseschulung produktiv mit der Team Edition arbeiten. Dies sei auf das einfache, sich selbst erklärende Bedienkonzept zurückzuführen.

Vollständige 3D-Prozesskette

Mit Visi verfügt die Zetka über eine schnittstellenfreie, gut funktionierende 3D-Prozesskette auf Basis eines durchgängigen Datenmodells. Diese reicht von den ersten Kundenkontakten über Machbarkeitsstudien, Methodenplanung und die Werkzeugkonstruktion bis hin zur NC-Programmierung und Visualisierung in der Fertigung. Zurzeit nutzt der Blechteilehersteller im Allgäu neun Arbeitsplätze. Zusätzlich stehen elf Lizenzen von Visi Viewer zur Verfügung, die auf insgesamt 20 Personal-Computern in der Fertigung installiert sind. In der Werkzeugkonstruktion arbeiten die Spezialisten an sieben Arbeitsplätzen mit der 3D-CAD-Umgebung Visi Modelling. Zusätzlich nutzen Techniker zwei weitere Lizenzen in der Konstruktion von Betriebsmitteln. Dazu verfügt das Unternehmen über Visi CAM 2,5D für die NC-Programmierung in der Fräsabteilung. Aktuell ist geplant, auch Drahterodiermaschinen mit dem Softwaremodul Visi PEPS-Wire zu integrieren.

In der Werkzeugkonstruktion verfügen zwei Arbeitsplätze über das Schnitt- und Stanzwerkzeugmodul Visi Progress. Es dient dazu, Abwicklungen, das Streifenlayout und den Werkzeugaufbau detailliert festzulegen. An einem Arbeitsplatz lassen sich mit dem Softwaremodul Visi Blank Zuschnitte berechnen.

Engelbert Gschwend fasst die Vorteile der Software Visi Team Edition zusammen: „Die deutlich kürzeren Durchlaufzeiten wissen unsere Kunden zu schätzen. Intern profitieren wir von höheren Genauigkeiten und von Beginn an stimmigen Geometrien. Deshalb ist es in unserer Werkzeugkonstruktion inzwischen undenkbar, dass ein Projekt nicht im Team bearbeitet wird. Visi ist für uns ein richtiger Innovationstreiber.“

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