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Servopressen Schuler gewinnt Großaufträge von BMW

| Redakteur: Stéphane Itasse

Die Schuler AG, Göppingen, kann den größten Auftrag in der Unternehmensgeschichte vermelden. Der Umformtechnikanbieter hat im Laufe des Jahres 2011 von der BMW AG den Zuschlag für insgesamt sieben Pressenlinien mit Servodirekt-Technik erhalten, wie das Unternehmen berichtet.

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Eine solche Servopressenlinie von Schuler läuft seit 2009 bei BMW in Leipzig. Jetzt hat der Göppinger Hersteller weitere Aufträge für Anlagen dieser Art erhalten. (Bild: BMW)
Eine solche Servopressenlinie von Schuler läuft seit 2009 bei BMW in Leipzig. Jetzt hat der Göppinger Hersteller weitere Aufträge für Anlagen dieser Art erhalten. (Bild: BMW)

Drei Highspeed-Servo-Pressenlinien habe der bayerische Autobauer für die Presswerke in Leipzig, Regensburg und Shenyang, China, bestellt. Gleichzeitig reservierte BMW weitere vier Pressenlinien gleicher Bauart für Standorte im Inland. Das Auftragsvolumen umfasse einen deutlich dreistelligen Millionen-Euro-Betrag.

Servopressen bieten mindestens 20% mehr Leistung als mechanische Pressen

Die Servopressentechnik von Schuler gilt laut Hersteller als ein leistungsfähiges Fertigungssystem. Pro Minute lassen sich mindestens 20% mehr Teile fertigen als mit konventionellen Anlagen, heißt es. Denn bei Pressen mit Servodirekt-Technik erfolge der Antrieb über elektronisch geregelte Drehmomentmotoren direkt auf das Pressengetriebe. Der Vorteil: Die Bewegung des Stößels lasse sich für jedes Werkzeug individuell programmieren.

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Damit könne die Presse den Stößel während eines Hubs zusätzlich beschleunigen und abbremsen und somit den Umformprozess optimieren. Bei klassisch-mechanischen Pressen, also Schwungradmaschinen, sei dies nicht möglich. Hier bestimme alleine die gleichmäßige Drehzahl des Pressengetriebes die Stößelbewegung.

Auf den rund 85 m langen, von BMW georderten Pressenlinien sind je nach Ausführung fünf oder sechs solcher Schuler-Servopressen miteinander verbunden, wie der Umformtechnikanbieter berichtet. Am Anfang des Umformprozesses führe ein Platinenlader der Anlage die Blechtafeln zu. Automatisierungsroboter transportierten die Teile dann zur nächsten Pressenstufe.

Pressen von Schuler verarbeiten bei BMW 600 t Stahl pro Tag

Die Pressenlinien verfügen laut Angaben über eine Gesamtpresskraft von rund 9000 t. In bis zu sechs Arbeitsschritten würden die Pressen das bis zu 2,5 mm starke Stahlblech in die gewünschte Karosserieform ziehen, biegen und stanzen. Die Pressen leisteten einen Durchsatz von rund 600 t Stahl pro Tag.

„Servo-Pressen stellen einen technologischen Sprung in der Produktion von Blechteilen in Großserie dar. Mit über 20 Hüben pro Minute gehören die Anlagen zu den schnellsten der Welt“, sagt Schuler-Vorstandschef Stefan Klebert. Er stuft den Auftrag als einen der wichtigsten in der über 170-jährigen Unternehmensgeschichte ein. In drei deutschen Werken setzt BMW baugleiche Pressenlinien bereits ein.

Bildergalerie: Weltgrößte Servopressenlinie bei BMW eingeweiht

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