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Service-System für die Hebetechnik der Zukunft

| Autor/ Redakteur: Andreas Schnurrenberger / Frauke Finus

Intelligent, vernetzt, digital – ein Service-System von Pfeifer ist ein innovativer Baustein auf dem Weg zur Smart Factory. Mit der smarten Neuentwicklung aus dem Hause Pfeifer lassen sich die Daten von Lastaufnahmemitteln erfassen und für eine optimale Zustandsüberwachung einsetzen. Das hilft dabei, bestehende Prozesse und Abläufe effektiver zu gestalten und das Arbeiten für Anwender sicherer zu machen.

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Die Grundalge für Pfeifer P-Plus bilden spezielle, in den Lastaufnahmemitteln verbaute Sensoren sowie digitale Tools, mit deren Hilfe relevante Daten von Produkten wie Coil- und Paketzangen erfasst und aufgezeichnet werden.
Die Grundalge für Pfeifer P-Plus bilden spezielle, in den Lastaufnahmemitteln verbaute Sensoren sowie digitale Tools, mit deren Hilfe relevante Daten von Produkten wie Coil- und Paketzangen erfasst und aufgezeichnet werden.
( Bild: Pfeifer )

Welche digitalen Potenziale schlummern in Lastaufnahmemitteln aus Stahl? Welchen Mehrwert kann die Digitalisierung den Anwendern von Coilzangen und Co. für ihre Prozesse bieten? Diesen und weiteren Fragen stellten sich die Hebetechnik-Experten der Pfeifer Seil- und Hebetechnik GmbH aus Memmingen. Ihre Antwort darauf lautet: Pfeifer P-Plus. Das innovative Service-System wurde vergangenes Jahr vorgestellt und setzt auf das Prinzip des Condition Monitorings.

Die Grundalge für Pfeifer P-Plus bilden spezielle, in den Lastaufnahmemitteln verbaute Sensoren sowie digitale Tools, mit deren Hilfe relevante Daten von Produkten wie Coil- und Paketzangen erfasst und aufgezeichnet werden. Die Daten sind auf unterschiedlichen Endgeräten mittels Dashboard in Echtzeit und weltweit abrufbar. „Damit schaffen wir einen echten Mehrwert für die Anwender“, sagt Siegmund Erhard, Leiter des Geschäftsbereichs Hebetechnik bei Pfeifer. „Pfeifer P-Plus ermöglicht eine proaktive und zustandsorientierte Wartung, erhöht die Sicherheit der Anwender und sorgt für verringerte Ausfallzeiten sowie eine längere Lebensdauer der Geräte.“

Algorithmus sorgt für dynamische Informationen

Zentrale Schnittstelle ist laut Erhard ein sicheres, cloudbasiertes System. Hier werden die erfassten Daten zusammengetragen, verarbeitet und visualisiert. Es werden unter anderem Belastungszustände und Wartungsintervalle der Lastaufnahmemittel angezeigt. Bei einer Coilzangen lassen sich beispielsweise die Anzahl der Lastspiele, die Betriebsstunden des Motors, die Neigungswinkel der Zange oder der Schmierzustand ablesen. Auch lastrelevante Daten wie Temperatur und das Gewicht der gehobenen Last werden dargestellt. Zudem weisen Push-Benachrichtigungen auf das Erreichen von kritischen Grenzwerten hin.

Erhard gibt hierzu ein konkretes Beispiel: „Normalerweise legen wir – wie in der Branche üblich – eine Coilzange auf eine bestimmte Lebensdauer aus, die sich auch in sogenannten Lastspielen ausdrückt. Vereinfacht gesagt: Wir haben ein Gerät im Portfolio, mit dem der Anwender bei einer bestimmten Krangeschwindigkeit beispielsweise 600.000 mal ein Coil mit 35 t heben kann, bis die Coilzange die rechnerische Lebensdauer erreicht hat und ausgetauscht werden soll. Das Pfeifer-P-Plus-System erfasst neben weiteren Umgebungsbedingungen die Lastspiele sowie das ungefähre Gewicht der gehobenen Last und setzt diese Daten mit einem hinterlegten Algorithmus ins Verhältnis. Wir berechnen daraus die wirkliche Belastung, die auf das System wirkt und geben dem Anwender gezielte, dynamisierte Informationen über erforderliche Wartung, Instandhaltung und die genaue Restlebensdauer des Systems jeweils zum aktuellen Zeitpunkt auch bei sich ändernden Bedingungen wie Gewicht, Einsatzzeit und Umgebung.“

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Info
2019 feiert Pfeifer 440-jähriges Firmenbestehen

Die Pfeifer-Gruppe ist heute ein internationaler Arbeitgeber mit mehr als 30 Standorten in 19 Ländern. Das Unternehmen zählt zu den Marktführern in den Bereichen Seil- und Hebetechnik, Seiltechnologie, Leichtbau Architektur und Bautechnik.

Am 13. Februar 1579 wurde das Seilgeschäft der Familie Pfeifer erstmals urkundlich erwähnt. Somit feiert das Unternehmen in diesem Jahr sein 440-jähriges Bestehen. Über Generationen wurde die Seilerei von den Vorfahren der Familie Pfeifer als traditionelles Handwerk inmitten der Memminger Altstadt betrieben. Produziert wurden hauptsächlich Hanf- und Naturfaserseile. Ab den 1950er Jahren entwickelte sich der einstige Drei-Mann-Betrieb zu einem modernen Industrieunternehmen. Ab den 1990er Jahren begann schließlich die zunehmende Internationalisierung der Gruppe. 2018 hat Pfeifer den Zuschlag für den größten Auftrag der Firmengeschichte erhalten: die Überdachung des Inglewood Stadiums bei Los Angeles. Das neue Football-Stadion ist die größte Arena der Welt. Das seilgetragene ETFE-Foliendach wird in Zusammenarbeit aller Tochtergesellschaften der Division Structures realisiert.

Funktionen nach und nach für alle Produkte verfügbar

Zudem soll das System laut Erhard in Zukunft auch die tägliche Sicht- und Funktionsprüfung vor Betriebsbeginn sowie jährliche Sicherheitsprüfungen der Geräte erleichtern. „Eine moderne Checklistenfunktion, Video-Tutorials und das Scannen von Positionsmarkern sollen dem Anwender bei der Überprüfung der Geräte helfen. Zudem planen wir, dass das Programm übersichtliche Protokolle, die als PDF-Reports heruntergeladen werden können“, sagt Erhard. Darüber hinaus besteht dem Fachmann zufolge die Möglichkeit, mehrere Benutzerprofile anzulegen und die Prüfprotokolle dem jeweiligen Benutzer zuzuordnen.

Bislang gibt es das neue Service-System Pfeifer P-Plus ausschließlich für Coilzangen. „Wir werden diese Funktionen allerdings nach und nach für alle unsere Produkte nutzbar und unsere Hebezeuge damit noch ‚smarter‘ machen“, verrät Erhard. „Weiterhin wollen wir die Servicefunktionen ausbauen und denken darüber nach, diese auch herstellerunabhängig anzubieten. So sind wir Anfang des Jahres etwa dem Verband Industry Business Network 4.0 beigetreten, zu dessen Referenzanlage unser Baustein sehr gut passt. Außerdem planen wir P-Plus an ein ganzheitliches Pfeifer-Service-System anzubinden.“

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