Ein Trio macht sich stark Drei Stahlriesen fordern Reform des EU-Emissionhandelssystems

Quelle: Arcellormittal 2 min Lesedauer

Arcelormittal, Thyssenkrupp Steel und Voestalpine wollen eine pragmatische Reform des EU-Emissionshandelssystems, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und die Dekarbonisierung voranzutreiben.

Weil das EU-Emissionshandelsgesetz Mängel hat, haben sich die Stahlkonzerne Arcellormittal, Voestalpin und Thyssenkrupp Steel zusammengesetzt und eine Forderungsliste erarbeitet, um der Politik zu raten, was man braucht, um zu dekarbonisieren und Arbeitsplätze zu erhalten.(Bild:  Steeleneers)
Weil das EU-Emissionshandelsgesetz Mängel hat, haben sich die Stahlkonzerne Arcellormittal, Voestalpin und Thyssenkrupp Steel zusammengesetzt und eine Forderungsliste erarbeitet, um der Politik zu raten, was man braucht, um zu dekarbonisieren und Arbeitsplätze zu erhalten.
(Bild: Steeleneers)

Die drei führenden europäischen Stahlgiganten Arcelormittal Europe, Thyssenkrupp Steel und Voestalpine rufen jetzt per gemeinsamem Appell zu einer dringenden und pragmatischen Reform des EU-Emissionshandelssystems (EU-ETS) auf. Die drei warnen etwa, dass der derzeitige Kurs ohne Anpassungen die industrielle Basis Europas zu zerstören droht. Man zeigt auf, wie das EU-ETS reformiert werden muss, um die europäische Stahlindustrie und von ihr belieferte Branchen zu schützen. Zusammen machen die drei Unternehmen nicht zuletzt rund 60 Prozent der integrierten Stahlproduktion in Europa aus. Sie stünden damit im Zentrum industrieller Wertschöpfungsketten in der EU. Alle drei haben sich außerdem zur Dekarbonisierung ihrer Produktion verpflichtet, betonten jedoch, dass der politische Rahmen die Transformation ermöglichen aber nicht behindern dürfe.

Wird nichts verändert, sehen die Folgen so aus:

Man stellt nämlich unter anderem fest, dass das ETS zwar zu Emissionsminderungen im Energiesektor geführt hat (um etwa 49 Prozent zwischen 2005 und 2023), jedoch noch keinen tragfähigen Weg für energieintensive Firmen ist, wie jene in der Stahlindustrie. Es fehlten wettbewerbsfähige Strompreise, erschwinglicher grüner Wasserstoff, Klimaschutzverträge (Carbon Contracts for Difference), CO₂-Abscheidung- und -Speicherungsmöglichkeiten sowie Leitmärkte für emissionsarmen Stahl. Würden die ETS-Rahmenbedingungen so bleiben, bedeute das einen Kostenanstieg in der Stahlindustrie um rund 50 Prozent bis zum Ende des Jahrzehnts und eine Produktionsverringerung zwischen 30 und 40 Prozent. Rund fünf Millionen Jobs würden bedroht.

Das EU-ETS muss den Realitäten angepasst werden!

Arcelormittal, Thyssenkrupp Steel und Voestalpine betonen, dass sie die Klimaziele Europas uneingeschränkt unterstützen und eine Dekarbonisierung anstreben, doch das ETS muss jetzt an die Realitäten des industriellen Wandels angepasst werden. Die Forderungen lesen sich, wie folgt:

  • Eine vorübergehende Aussetzung der Kostensteigerungen im ETS. Wobei das derzeitige Niveau beibehalten wird, bis die wesentlichen Voraussetzungen für eine wirtschaftlich tragfähige Dekarbonisierung geschaffen sind;
  • Einen Rahmen, der sicherstellt, dass Vorreiter („First Mover“) unterstützt werden. Damit können frühe Dekarbonisierungsprojekte weiterhin vorangetrieben werden;
  • Die ETS-Einnahmen sollten in die industrielle Dekarbonisierung reinvestiert werden, um sicherzustellen, dass die Mittel den Übergang beschleunigen;
  • Ein ausgewogener Ansatz für die Wettbewerbsfähigkeit im Import- und Exportbereich muss her, der die unbeabsichtigten Folgen des derzeitigen Systems berücksichtigt.

Immerhin: Die kürzlich erfolgte Einführung des CO₂-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) und die bevorstehenden Zollkontingente seien nach Meinung der drei Konzerne wichtige Schritte hin zu faireren Wettbewerbsbedingungen. Die Unternehmen betonen jedoch, dass die Reform des EU-ETS das letzte erforderliche Puzzleteil ist, um sicherzustellen, dass Europa sowohl dekarbonisieren als auch eine starke industrielle Basis aufrechterhalten kann.

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