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Stanztechnik

Stanzen in der High-Tech-Klasse

| Redakteur: Dietmar Kuhn

Die schnellen schlagen die Langsamen und nicht die Großen die Kleinen. Ein Beleg dafür scheint die Beutler Nova AG in Gettnau zu sein. Sie kann auf ein 15-jähriges Engagement in der Stanztechnik zurückblicken. Als kleinste Tochter der künftigen Schuler-Weingarten AG bietet sie kompakte Stanzpressen, die auf kleine und mittelständische Blech- und Bandverarbeiter zugeschnitten sind.

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Sie wollen Beutler Nova weiter entwickeln: Hans Schärli (li), Geschäftsführer der kleinen schweizerischen Tochter der künftigen Schuler-Weingarten AG und Dr. Markus Ernst, ein Schulergewächs, Vorstandsmitglied und künftig für das Segment Standardpressen verantwortlich. Bild: Kuhn
Sie wollen Beutler Nova weiter entwickeln: Hans Schärli (li), Geschäftsführer der kleinen schweizerischen Tochter der künftigen Schuler-Weingarten AG und Dr. Markus Ernst, ein Schulergewächs, Vorstandsmitglied und künftig für das Segment Standardpressen verantwortlich. Bild: Kuhn
( Archiv: Vogel Business Media )

Seit 1992 ist der Name Beutler Nova AG, mit Sitz in Gettnau, Schweiz, mit der Thematik leistungsstarker und wirtschaftlicher Kompaktpressen-Lösungen verbunden. Pressen der Marken Beutler die als so genannte „Swiss Made“-Maschinen und Nova die als „Swiss finish“-Anlagen und „Swiss Control“ bekannt geworden sind, gehen vor allem an Kunden in der Automobilzulieferindustrie, in der Unterhaltungs- und Haushaltsgeräteindustrie, in der Verpackungsindustrie sowie im Baunebengewerbe.

Pressen lassen sich wie aus dem Baukasten zusammenstellen

„Besonders die Nova-Pressen erweisen sich seit einigen Jahren als Erfolgsgarant des Unternehmens“, verrät Hans Schärli, Geschäftsführer des Unternehmens. Ausgehend von einer soliden Pressenbasis bietet der Stanzmaschinen-Spezialist seinen Kunden die Möglichkeit quasi einem Baukasten gleich ihre Presse gezielt zu optimieren: Zuführung, Transfersystem, Schrottentsorgung und weitere Peripheriegeräte.

„Wir bedienen uns dafür besonderer Spezialisten“, sagt Schärli „und greifen dafür auf leistungsfähige Produkte und Lösungen unserer Swiss Quality Partner zurück.“ So arbeitet das Unternehmen beispielsweise mit Sander Automation GmbH in Renchen zusammen. Das neueste Highlight in der Kooperation von Beutler und Sander stellt der Nova-Servo-Automat mit Transfersystem dar. Damit folgt Beutler Nova dem Wunsch vieler Kunden nach einem variablen Antriebskonzept.

Nova-Stanzautomat verbindet Vorzüge zweier Pressen

Der Nova-Stanzautomat mit Servo-Antrieb verbindet die Vorzüge zweier Pressen in einer Maschine. Basis bildet der Nova-Doppelpleuel-Stanzautomat mit Querwellen und hauseigener CCS-Steuerung. Die Nova-Reihe zeichnet sich nach Ansicht des Unternehmensführers durch ihr exzellentes Preis-Leistungsverhältnis aus. Mit Presskräften zwischen 1250 und 5000 kN sowie Tischbreiten von 1400 bis 3000 Millimetern decken Nova-Pressen eine große Bandbreite in der Umformtechnik ab.

Als Ergänzung zum herkömmlichen Sinus-Antrieb baut Beutler Nova seine neuen Stanzautomaten mit elektrisch modifiziertem Servo-Antrieb. Je nach Anwendung kann der Bediener zwischen einem sinusförmigen Stößelverlauf bis zu hohen Hubzahlen oder einem modifizierten Stößelverlauf wählen. „Dabei stehen ihm acht vorgegebene Geschwindigkeitsprofile zur Verfügung, um den Produktionsprozess zu optimieren“, erklärt Beni Schenker, Technischer Leiter der Beutler Nova AG.

Ausgiebige Berechnungen und Praxistests belegen, dass die Produktionsleistung bis zu 50% über dem Sinus-Antrieb liegt – ohne Einbußen bei der Geschwindigkeit im unteren Arbeitsbereich. Die Bremsenergie wird über ABB-Servoregler ins Netz zurück gespeist, was die Betriebskosten erheblich senkt.

Gerüstet für komplexes Ziehen und Umformen

Durch die frei regulierbare Auftreff- und Schnittgeschwindigkeit bieten sich besonders komplexe Zieh- und Umformarbeiten an, die dem Kunden neue Anwendungsgebiete erschließen, zum Beispiel die Bearbeitung hochfester Stähle. Damit auch die Leistung des Servo-Automaten komplett ausgereizt werden kann, setzt Beutler Nova auf einen Hochleistungstransfer von Sander Automation. „Damit lassen sich selbst Geschwindigkeiten von bis zu 100 Hüben pro Minute bei optimaler Sicherheit des Prozesses erzielen“ so Schenker.

Möglich macht dies das integrierte Hubzahloptimierungsprogramm von Sander. Dieses leistet komplette Bewegungssimulationen für Transferwerkzeuge auf 2D- oder 3D-CAD-Systemen. Dank des leistungsstarken Sander-Transfers sind auch Stanzteile mit aufwändiger Geometrie fertig fallend herstellbar.

„So steht unseren Kunden ein leistungsstarkes und wirtschaftliches Pressenkonzept zur Verfügung“, konstatiert Beni Schenker. Besonderer Clou des Ganzen: Das modulare Antriebskonzept lässt sich auch an bestehenden Stanzautomaten nachrüsten und umfasst die Presskraftbereiche von 1250 bis 5000 kN.

Mit weiteren kreativen, wirtschaftlichen und leistungsstarken Kompaktpressen-Lösungen will die Beutler Nova AG ihren Erfolgsweg weiter gehen. So zeigt sich Beutler-Nova-Geschäftsführer Hans Schärli und der designierte Leiter des Geschäftsfeldes Standardpressen und Vorstandsmitglied Dr. Markus Ernst optimistisch, dass „wir in diesem Jahr zum vierten Mal hintereinander ein Rekordergebnis schreiben werden.“ Den Vorjahresumsatz von 15,6 Mio CHF (9,5 Mio. Euro) werde man mit einer Steigerung von über 20% in 2007 deutlich übertreffen.

Darüber freuen wird sich die Müller Weingarten AG, die noch in 2007 in ein dann neues Unternehmen, der Schuler-Weingarten AG übergeht. Für Dr. Ernst, der ja als Gewächs aus der Schuler-Grupper hervorgeht, ein kleines Juwel. „Wir werden mit der Zusammenführung der Schuler AG und Müller Weingarten AG zur Schuler-Weingarten AG zum dann weltweit größten Hersteller und Lieferant von Umformtechnik, keinen der bestehenden Standorte schließen. Für die Beutler Nova AG gibt das neuen Auftrieb und bessere Chancen weltweit zu agieren“, meint Dr. Ernst.

Beutler Nova investiert kräftig

Als sichtbares Zeichen der Weiterentwicklung der Beutler Nova AG, die im Großen und Ganzen von den Bewegungen der beiden großen Mütter kaum berührt wurde, stehen die Investitionen in neue Mitarbeiter und die Ausweitung des Produktionsstandortes.

Das bislang 30 Mitarbeiter zählende Unternehmen wird damit nicht an seinen personellen und produktionstechnischen Grenzen scheitern. Kräftig investieren will man auch in den Kundenservice dessen Leistungen auf eine breitere Basis gestellt werden.

So sehen sich die Beutler-Nova-Macher für weiteres Wachstum gerüstet. Nicht zuletzt deshalb, weil Beutler Nova natürlich auch auf die Ressourcen des größten Pressen-Herstellers der Welt, des Schuler-Weingarten-Konzerns, zurückgreifen kann. „Gerade im internationalen Markt außerhalb Europas sehen wir“, so Schärli, „daher großes Potenzial für unsere qualitativ hochwertigen und wirtschaftlichen Compact-Pressen.“@

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