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Dabei sind die beiden Umformlinien – eine für den Stirnboden und die andere für die Bodenscheibe – spiegelbildlich angeordnet. Die Teile werden so jeweils von einer Seite her umgeformt und, wenn man so will parallel aus der Umformlinie beziehungsweise der jeweiligen Presse ausgeschleust.
Edelstahl 1.4016 als Ausgangsmaterial
„Ausgangsmaterial“, so Hülsebusch, „ist immer eine Platine beziehungsweise eine Ronde, das Material immer Edelstahl 1.4016.“ Über Vakuumsauggreifer werden dabei die Ronden von einem Stapel, der auf einer Europalette ruht, vereinzelt auf einen Feeder gelegt, der die Werkstücke zuerst durch eine Beölungsstation und danach in die Presse transportiert.
Innerhalb der Presse werden die Ronden, je nachdem auf welcher Linie sie liegen, entweder zu Stirnböden oder Bodenscheiben in mehreren Stufen umgeformt und entsprechend beschnitten. Die Ronden weisen dabei etwa 500 mm im Durchmesser und zwischen 0,4 und 0,7 mm in der Dicke auf. Die Dicken sind dabei wiederum von der Verwendung als Stirnboden oder Bodenscheibe abhängig.
68 mm Ziehhöhe in einem Hub umgeformt
Die Ziehhöhe beträgt beispielsweise bei den Bodenscheiben 68 mm, wobei diese mit einem Hub umgeformt wird. Die Presse wird derzeit mit einer Taktzeit von etwa 10 s gefahren.
Zum besseren Verständnis: Der Stirnboden ist das Teil, das an der Waschmaschinentrommel auf der Wäschebeschickungsseite, also an der Waschmaschinenöffnung, liegt, während die Bodenscheibe das gegenüberliegende, geschlossene Teil ist.
Sind Stirnboden und Bodenscheibe fertig umgeformt, so werden sie parallel und auf einem Förderband liegend jeweils aus ihren Pressenlinien ausgeschleust und von der Seite her der Komplettierung, die in der Montagelinie stattfindet, zugeführt. Ebenfalls der Montagelinie zugeführt wird der Trommelmantel, der in einer anderen Fertigungslinie aus Platinen zugeschnitten und umgeformt wird.
In zehn bis zwölf Einzelbearbeitungsstationen der Montagelinie wird dann aus Trommelmantel, Stirnboden, Bodenscheibe, Kunststoffmitnehmer und Tragstern (der Mitnehmer und der Tragstern werden zugeliefert) eine fertige Waschmaschinentrommel hergestellt. Der Tragstern hat die Aufgabe, der Trommel die notwendige Stabilität zu verleihen und über die Welle und den Keilriemen dann mit dem Antriebsmotor zu verbinden.
Bördelung kritischer Teil in der Montagelinie
Die Montagelinie ist so getaktet, dass alle 16 Sekunden eine fertige Trommel ausgeschleust werden kann. Innerhalb der Linie, die wie gesagt aus zehn bis zwölf Einzelstationen besteht, wird der Trommelmantel zuerst mit dem Stirnboden verbunden. Verbunden heißt, das gilt übrigens auch für die Bodenscheibe, dass die Trommel und die jeweiligen stirnseitigen Teile gebördelt werden.
„Die Bördelung ist eines der wichtigsten Kriterien, auf die wir bei der Trommelfertigung achten müssen“, sagt Hülsebusch. „Deshalb machen wir auch planmäßige Stichproben, indem wir aus der Verbindung ein Teil herausschneiden. Dies geschieht pro Schicht mehrmals und wird permanent dokumentiert.“
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