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Blechbearbeitung Wenn jeder Schnitt kostet – Neues Geschäftsmodell für Laserschneiden

Redakteur: Katharina Juschkat

Laserschneidmaschinen nutzen, ohne sie zu kaufen oder leasen – das ist ein neues Geschäftsmodell von Trumpf und Munich Re. Wie das genau funktioniert.

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Ein neues Geschäftsmodell bietet den Service von Laserschneidemaschinen pro Schnitt an.
Ein neues Geschäftsmodell bietet den Service von Laserschneidemaschinen pro Schnitt an.
(Bild: ©Parilov - stock.adobe.com)

Werkzeugmaschinen-Hersteller Trumpf und die Rückversicherungs-Gesellschaft Munich Re wollen gemeinsam ein neues Geschäftsmodell für Laserschneidmaschinen anbieten: Statt kaufen oder leasen können Kunden zukünftig für jedes geschnittene Stück Blech zahlen, ohne sich die Maschine kaufen zu müssen.

Neue Laserschneidmaschine ohne Investitionsaufwand

Für wen sich das Geschäftsmodell lohnt: Die Blechindustrie befindet sich in einem großen Wandel – die Bedürfnisse der Hersteller ändern sich und werden kurzzyklischer. Kunden wollen individueller bedient werden. Aber dazu braucht es auch bessere Maschinen, die eine hohe Investition bedeuten. Hier will das Pay-per-Part-Modell eine Lösung bieten: Für die Grundanschaffung der Laserschneidmaschine muss der Kunde nichts zahlen – stattdessen begleicht er für jedes geschnittene Blechteil einen zuvor vereinbarten Preis. Kunden sparen sich teure Investitionen, haben moderne Maschinen in der Fabrik und können flexibel auf den Markt reagieren.

Neben einer vollautomatischen Laserschneidmaschine von Trumpf sind für das Geschäftsmodell geplant:

  • Lagersystem
  • Produktions-Know-how und Serviceteile von Trumpf
  • Wartung der Anlagen
  • Bereitstellung der zu verwendenden Rohstoffe

Für die Zukunft ist zudem eine Leistungsgarantie geplant. Damit werden Defekte der Maschine abgedeckt sowie Mängel in der Maschinenprogrammierung durch Trumpf oder bei Wartung oder Support.

Was die Projektpartner machen: Munich Re ist der Geldgeber und finanziert die Maschinen. Tochterunternehmen Relayr, ein IoT-Dienstleister, erstellt die benötigten Datenanalysen für das Finanzierungsmodell.Trumpf liefert den Kunden die benötigten Komponenten – also Maschinen, Software und Service.

Das neue Geschäftsmodell ist vor kurzem gelauncht worden. Erster Entwicklungspartner, der das Modell testen soll, wird der Stahlhändler Klöckner & Co. Die Testphase soll voraussichtlich bis Mitte 2021 andauern. Die Partnerschaft zwischen Trumpf und Munich Re steht noch unter dem Vorbehalt der Fusionskontrollfreigabe durch die zuständigen Behörden. Da sich das Projekt noch in der Testphase befindet, stehen noch keine Details zum Geschäftsmodell fest.