Suchen

Mapal Werkzeughersteller erweitert Stammsitz in Aalen und bekennt sich zum Standort Deutschland

| Redakteur: Jürgen Schreier

Aalen (js) – Auch eine weltweit tätige Organisation brauche einen Heimathafen, in dem Herz und Hirn, Muskeln und Nerven zusammenlaufen, meinte Firmenchef Dr, Dieter Kress bei der Einweihung der neuen Fertigungshalle und des neuen Logistikzentrums von Mapal. Und so habe man sich aus voller Überzeugung für Aalen, also für Deutschland, entschieden und mit voller Konsequenz die nötigen Schritte unternommen.

Firma zum Thema

Außenansicht des Neubaus in Aalen. Bild: Mapal
Außenansicht des Neubaus in Aalen. Bild: Mapal
( Archiv: Vogel Business Media )

Mapal-Kunden sowie Prominenz aus Politik und Wirtschaft waren am 12. Oktober in reicher Zahl nach Aalen gekommen, um das Ereignis am Stammsitz der Firmengruppe, die rund und um den Globus verkauft und mit Niederlassungen auf (fast) allen Kontinenten vertreten ist, gebührend zu feiern. 6000 m² misst die neue Fertigungshalle, 2000 m² das neue Logistikzentrum. Insgesamt investiert der Hersteller von Präzisionswerkzeugen in Deutschland rund 25 Mio. Euro, wozu auch die Kapazitätserweiterungen bei Mapal WWS in Pforzheim sowie bei Miller Präzisionswerkzeuge in Altenstadt gehören.

Dabei habe aus verschiedenen Gründen natürlich auch das Erstellen eines neuen Werkes an einem Standort außerhalb Aalens zu Diskussion gestanden, wie Firmenchef Dr. Kress freimütig bekannte. „Sehr verlockend erschienen dabei die hohen Investitionszuschüsse in den neuen Bundesländern, natürlich auch die niederen Löhne dort, in Polen und Tschechien. Nachdem das zukünftige Wachstum vor allem in China und Indien stattfindet beziehungsweise generell in Asien, musste durchaus auch eine größere Fertigungsstätte in der Region in die Überlegungen mit einbezogen werden.“

Bildergalerie
Bildergalerie mit 19 Bildern

Dennoch entschied man sich für den Verbleib in Deutschland – verbunden mit dem Ausbau und einer Stärkung des Standorts Aalen – unter anderem wegen des Stamms hervorragend ausgebildeter und loyaler Facharbeiter, der Fachhochschule in Aalen, die bei der Einstellung von Ingenieuren sehr hilfreich sei, und nicht zuletzt wegen des „Netzwerks von sehr leistungsfähigen Zulieferern und Lieferanten“, so Kress.

„Trotzdem waren noch einige Hürden zu überwinden vor einer endgültigen Entscheidung. Die höheren Kosten, vor allem für die Löhne, die an den Gesamtkosten, die in der Branche und auch bei uns über 40% ausmachen, müssen vermindert, die Flexibilität der Fertigung muss erhöht, die Durchlaufzeit deutlich verringert werden.“

Reorganisation soll Durchlaufzeiten verringern

Durch Anleihen beim bekannten Toyota-Produktionssystem und die Übertragung der dortigen Grundsätze habe man die Fertigung bei Mapal wesentlich schneller und kostengünstiger gestalten können. „Wir sind dabei noch nicht fertig für die gesamte Produktion“, erläuterte Kress. „Die neue Fertigungshalle ist aber bereits entsprechend organisiert, als Fabrik in der Fabrik. Es sind dafür alle notwendigen Abteilungen in der Halle: Konstruktion, Arbeitsvorbereitung, NC-Programmierung, Kontrolle, Verpackung.“ Die Maschinen sind, sofern technisch machbar, für mannlose, zumindest aber mannarme, Fertigung ausgelegt, weshalb ein 3-Schicht-Betrieb an sieben Tagen in der Woche gefahren werden kann. So etwas ließe sich nur am Standort Deutschland machen, lobt Mapal-Chef Kress. Außerdem gewährleistet eine aufwändige Klimatisierung der Fertigungshalle eine Produktion unter weitgehend gleichmäßigen „Umweltbedingungen“, was wiederum der Qualität der Mapal-Werkzeuge zugute kommt.

Gesamte Fertigung wird umgestaltet

Nach den im neuen Werksteil in Aalen realisierten Grundsätzen soll nun die gesamte Fertigung in Aalen und an den anderen Mapal-Standorten – vor allem in Pforzheim bei Mapal WWS und in Altenstadt bei der Miller Präzisionswerkzeuge – umgestaltet werden. Die Erweiterung der Kapazität macht auch dort Baumaßnahmen notwendig. Kress: „So werden wir in diesem Jahr über die 12 Mio. Euro in Aalen hinaus insgesamt 20 Mio. Euro in Deutschland in Neubauten investieren. Hinzu kommen die Investitionen in Maschinen.“

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:228698)