Interview mit Dr. Winfried Blümel

„Wir sind einem gigantischen Wandel ausgesetzt“

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Mit welchen Zielen sind Sie vor einem Jahr angetreten?

Ich war schon vorher drei Jahre im Vorstand aktiv, insofern kannte ich die Arbeit dort schon gut. Wir hatten dort bislang die Schwerpunktthemen Globalisierung, Produktivität und Qualifikation. Und das sind auch meine Hauptpunkte, die ich versuche, in dem Verband voranzutreiben. Da ich in allen drei Bereichen relativ breite Erfahrung habe, glaube ich, dass ich da auch persönlich einiges miteinbringen kann.

Kann man da schon nach einem Jahr von Erfolgen sprechen oder Ergebnis-sen? Oder ist es erst einmal Aufbauarbeit?

Also erstens mal ist es jetzt nicht ganz neu, was wir da gemacht haben, insofern baue ich auf dem Vielen auf, was mein Vorgänger Herr Dr. Brüninghaus auch schon gemacht hat. Die Kontinuität ist natürlich durch den Geschäftsführer Bernhard Jacobs gegeben, insofern gibt es jetzt beim IBU keine Neuausrichtung, sondern vielleicht einfach nur eine Fokussierung auf die genannten Themen. Und ich kann sagen, ja, wir haben im letzten Jahr auch schon konkrete Ergebnisse erzielt, zum Beispiel, was das Thema Qualifikation betrifft. Seit einem knappen Jahr gibt es die Ausbildung zur Fachkraft für Stanz- und Umformtechnik – das ist ein Beruf, den wir schon lange vorher zusammen mit dem KIST (Kompetenz- und Innovationszentrum für die Stanztechnologie Dortmund e.V.) kreiert und vorangetrieben haben. Und mit dem KIST sind wir jetzt auch dabei, die unternehmensinterne Qualifikationsmöglichkeiten auszudehnen. Gemeinsam sind wir da einen ganz massiven Schritt vorangekommen. Und das halte ich auch für extrem wichtig. Denn Globalisierung und höhere Qualitätsansprüche sind die eine Seite, aber hinzu kommt eben auch die Qualifizierung und Industrie 4.0. Das heißt, wir werden definitiv Leute brauchen, die in der Lage sind, vier Maschinen gleichzeitig zu bedienen. Die Anforderungen werden weiter steigen, definitiv.

Bezogen auf das Thema Technik und Produktivität bieten wir zahlreiche Vorträge an, die immer extrem gut ausgebucht sind. Man könnte sogar fast doppelt so viele Vorträge halten in diesem Bereich, da ist die Nachfrage sehr sehr groß.

Das Thema Globalisierung hat viele Aspekte: Da geht es auch um den Schutz der Eigentumsrechte, um vertragsrechtliche Fragen und auch die Art der Zusammenarbeit. Auch für diesen Themenkomplex bieten wir viele Vorträge an, aber da ist die Resonanz aus meiner Sicht noch nicht so riesig groß. Aber wenn der Druck noch größer wird auf dem Markt, kommt da vielleicht noch mehr in Bewegung. Von der Verbandsseite her sind wir auf jeden Fall gut aufgestellt.

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