Interview mit Dr. Winfried Blümel

„Wir sind einem gigantischen Wandel ausgesetzt“

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Der Druck der Automobilbranche auf die Zulieferindustrie wächst - gerade in Zeiten globalisierter Märkte bringt das viele Unternehmen an ihre Grenzen. Denken Sie, dass es möglich ist, im Preiswettbewerb wieder zu fairen Bedingungen zu kommen? Was erwarten Sie da?

Ich glaube, was das betrifft, wir sind einem gigantischen Wandel ausgesetzt. Und die Frage, was fair oder nicht fair ist, ich will es mal ganz extrem formulieren: Das, was wir in China kennengelernt haben, was dort als fair bezeichnet wird, ist für uns in Europa ein Horrorszenario. Deswegen glaube ich, der alte Begriff von „fair“, den wir hier in Europa haben, den werden wir wohl nicht wieder erlangen können, insofern plädiere ich dafür, die Augen aufzumachen, was in der Welt passiert. Auch Nordamerika hat ganz andere Bedingungen, was den Umgang miteinander betrifft, und wir sollten uns auf die Veränderung einstellen und entsprechend positionie-ren.

Das heißt, im Vergleich zu den Verhältnissen dort ist es bei uns noch gut?

Ja, das kann man so sagen!

Was würden Sie denn überhaupt als Herausforderung sehen für Unternehmen in Ihrer Branche?

Die großen Herausforderungen aus meiner Sicht sind die Globalisierung und das Thema Eigentümerwechsel oder Generationswechsel bei den Eigentümern oder Geschäftsleitungen. Diese beiden Dinge sehe ich als die massivste, größte Herausforderung, die es in der Branche gibt. Technologisch gesehen, wie auch der diesjährige Kongress Stanztechnik in Dortmund wieder gezeigt hat, sind wir auf einem ganz hohen Niveau. Aber wir werden es gefährden, wenn wir auf die anderen Aspekte wie Globalisierung und eben auch Eigentümerschaft-Wechsel keine vernünftigen Antworten haben.

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