Trox / Dimeco

Zauberwort Flexibilität: Teilefamilien einfach und direkt vom Coil stanzen

| Autor: Frauke Finus

Erik ten Dolle, Bernard Bozian (beide Dimeco), Jürgen Hakvoort und Ralf Theodor Schmitz (beide Trox) (v.l.n.r.) sind sich über die Vorteile der Linapunch einig.
Erik ten Dolle, Bernard Bozian (beide Dimeco), Jürgen Hakvoort und Ralf Theodor Schmitz (beide Trox) (v.l.n.r.) sind sich über die Vorteile der Linapunch einig. (Bild: Finus)

Im U-Bahn- oder im Straßentunnel, überall sind Anlagen zur Belüftung und Entrauchung verbaut. Ein Experte auf diesem Gebiet ist die Trox GmbH, die unter anderem Tunnelklappen aus Edelstahl entwickelt und produziert. Für die Stanzaufgaben vertraut Trox auf eine Linapunch von Dimeco, da sich hier ganze Teilefamilien ohne Werkzeugwechsel fertigen lassen.

Dicke Luft heißt es sprichwörtlich, wenn zwei sich nicht ganz einig sind und aktuell ein Problem miteinander haben. Doch wie so oft, rührt der übertragene Sinn aus dem wirklichen Leben: Dicke Luft – zum Beispiel die Rauchschwaden eines Feuers sind in einem Autotunnel ein ernstes Problem für Leib und Leben. Der Elbtunnel in Hamburg ist einer der meist befahrenen Tunnel in Deutschland. Unter Berücksichtigung der Spitzen zu Hauptverkehrszeiten schätzen Experten, dass in den Zeiten 7 bis 8 und 17 bis 18 Uhr etwa 15.000 Autos pro Stunde die Elbe unterqueren. Bricht Feuer aus, gilt es diese Menschenleben zu schützen. In Hamburg ist dafür Brand- und Rauschschutztechnik der Trox GmbH aus Neukirchen-Vluyn verbaut.

Trox entwickelt, produziert und vertreibt Komponenten, Geräte und Systeme zur Belüftung und Klimatisierung von Räumen. Mit 30 Tochtergesellschaften in 28 Ländern auf fünf Kontinenten, 14 Produktionsstätten und weiteren Importeuren und Vertretungen ist das Unternehmen in über 70 Ländern vor Ort. Gegründet 1951 erwirtschaftete der Weltmarktführer im Jahre 2014 mit 3700 Mitarbeitern weltweit einen Umsatz von 455 Mio. Euro.

Große Kassetten statt oft umrüsten

Trox-Tunnelklappen haben aerodynamisch geformte Lamellen und sind gegenläufig oder gleichläufig ausgerichtet. Sie gewährleisten durch den Einsatz spezieller Dichtelemente einen hohen Wirkungsgrad der Entrauchungsanlagen. Alle wichtigen Bauteile werden aus Edelstahl gefertigt, was eine hohe Korrosionsbeständigkeit ermöglicht und nur geringen Wartungsaufwand erfordert. Speziell für die Fertigung dieser Edelstahl-Teile, die während der Fertigung keinen Kratzer abbekommen dürfen, hat Trox eine Stanzanlage von Dimeco angeschafft. Das französische Familienunternehmen entwickelt seit 60 Jahren Technik für die Blechbe- und -verarbeitung. Der Beginn waren Bandanlagen, Haspeln, Richtmaschinen und Vorschübe, um Pressen zu automatisieren. Allmählich gingen die Kundenanfragen in Richtung Querteilanlagen und das flexible Stanzen direkt vom Coil, was keine Längenbegrenzung der Bauteile bedeutet.

Für Ralf Theodor Schmitz, Leiter Investitionen/Werkplanung im Trox-Werk 2 in Isselburg-Anholt, wo die Tunnelklappen produziert werden, war gerade diese Flexibilität das Argument eine Stanz-Lösung von Diemco anzuschaffen. „Zu einer Tunnelklappe gehören die sogenannten H- und B-Teile, Lamellen und Dichtbleche. Auf der Linapunch von Dimeco können wir alle diese Edelstahl-Teile direkt vom Coil stanzen. Das Besondere dabei ist, dass wir nicht jedes Mal die Werkzeuge umrüsten müssen. Der Stanzautomat verfügt über zwei Kassetten mit jeweils Platz für 13 Werkzeuge.“ Der führende Mann an der Maschine ist Jürgen Hakvoort, er muss für die Produktion von anderen Teilen aus dem selben Band lediglich das Programm ändern, die Werkzeuge sind alle in den Kassetten vorrätig. „So ist es möglich, eine ganze Familie von Teilen zu stanzen“, erklärt Bernard Bozian, Vertriebsingenieur bei Dimeco, zuständig für den Süden Deutschlands. Flexibel ist die Linapunch auch noch in einer weiteren Hinsicht:„Es kommt vor, dass wir Teile mit Losgröße 1 auf der Linapunch stanzen, was an sich nicht wirtschaftlich ist, aber durch Wechsel der Bänder für andere Produkte aus Edelstahl, lohnt sich diese Investition für unsere Fertigung“, erklärt Schmitz

Von der Stange individualisiert

Verarbeitet werden kann Band mit einer Breite bis maximal 630 mm. Die Dimeco-Linie ist speziell für Trox angepasst worden. Eine gebremste Haspel führt das Band vom Coil in die Richtmaschine mit elf Walzen zu, deren Einlauftisch kundenspezifisch mit Kunststoff beschichtet wurde, um die Oberfläche des Edelstahls zu schützen. Die sogenannte Krokodilöffnung ermöglicht dabei, dass Maschinenbediener Hakvoort und sein Team sehr einfach auf die Walzen zugreifen können, um sie beispielsweise zu reinigen. Der Toleranzbereich der nachfolgenden Materialreserven-Schlaufe ist mit einem Laser kontrolliert, sodass direkt automatisch der AC-Motor plus Frequenzumrichter der Richtmaschine geregelt werden kann und die Materialzufuhr konstant bleibt. Im Vorschubgerät wurde gemeinsam mit Erik ten Dolle, Dimeco-Ansprechpartner für den norddeutschen Raum, erst kürzlich eine weitere Kundenspezifikation vorgenommen. „Wir haben nachträglich die Bandführung mit Rollen von oben und von der Seite realisiert. Die Metallblöcke, die vorher als Bahnen fungierten, haben sich abgenutzt“, erklärt Schmitz und Dolle ergänzt:„Hierbei haben wir für die Rollen oben Kunststoff verwendet, um wieder auf die speziellen Bedürfnisse unsere Kunden Trox einzugehen.“

Im Jahr 2012 war die Linapunch Sieger in der Kategorie Stanzen des Euroblech-Awards. Sie ist eine elektrisch angetriebene Stanzmaschine, was neben ihrer Flexibilität für Trox ebenfalls einen Vorteil darstellt:„Es ist einfach sauber in der Anlage“, erklärt Schmitz. „In älteren Ausführungen war die Linapunch noch hydraulisch angetrieben, doch viele unserer Kunden bevorzugen den elektrischen Antrieb“, erklärt Bozian. Nach dem Stanzvorgang hat Dimeco für Trox noch zwei Gewindeformeinheiten realisiert. Da sie hinter und nicht in der Maschine liegen, sind sie leicht zugänglich und direkt einsehbar. Die Außenlage der Bohrer ermöglicht außerdem eine höhere Fehlertoleranz. Zum Trennen der Bauteile hat Dimeco für Trox eine HSK-Schere verbaut. 630 x 5 mm Schnittkapazität sind hierbei maximal möglich. Trox bringt alle vier Teile der Tunnelklappen so einfach per Programmierung auf die richtige Länge. Der Abstapler zum Schluss der Linie ist ebenfalls wieder speziell wegen des empfindlichen Edelstahls mit Kunststoff beschichtet. Ein Scherenhubtisch passt dabei automatisch bei jedem Teil dessen Fallhöhe an. Die gesamte Linie wird durch ein numerisches Kontrollsystem Simotion S7 von Siemens gesteuert. „Wir können die Linapunch von Dimeco wunderbar für unsere Aufgaben nutzen. Es ist hervorragend, wenn man eine Stanzlinie von der Stange in Zusammenarbeit mit dem Hersteller auf die eigenen Bedürfnisse anpassen kann“, fasst Schmitz zusammen.

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