Krisenmanagement

Zehn-Punkte-Plan für eine vernünftige Rückkehr aus der Pandemie

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6. Der normale Geschäftsbetrieb muss wieder aufgenommen werden

Je mehr Personen voll geimpft sind, ums mehr Beschäftigte sollten wieder vom Homeoffice ins normale Büro zurückkehren, meint der BDI. Dazu müssten Bund, Länder und Wirtschaft aber ein klares Stufenkonzept erarbeiten. Danach könnten die Coronaauflagen für die Beschäftigten sukzessive verringert respektive ganz aufgehoben werden. Dabei spiele aber auch wieder der digitale Impfass eine Rolle, der von den Arbeitnehmenden dazu rechtssicher zur Verwendung stehen müsse.

7. Deutschland muss bei internationalen Impfaktionen helfen

Nur durch eine weltweit wirkende Impfkampagne ist der Corona-Virus wirksam in Schach zu halten. Aussetzungen des Patenrechts auf Impfstoffe und der Aufbau neuer Produktionsanlagen würden laut BDI nichts bringen respektive zu spät kommen. Sinnvoller, meint der BDI, ist es, wenn die WTO alle Handelsbarrieren durch nationale Exportverbote für Impfstoffe und andere relevante Produkte aufheben würde. Das beschleunige die Produktion und die Versorgung von Entwicklungs- und Schwellenländern könne rascher erfolgen.

8. Alle Corona-Hilfen bis Ende des Jahres laufen lassen

Die Bundesregierung hat bekanntermaßen ein Maßnahmepaket geschnürt, um die wirtschaftlichen Einbußen durch Corona zu mildern. Dieses hat wesentlich zur Krisenbekämpfung beigetragen, merkt der BDI an. Diese Hilfsmaßnahmen jetzt zu schnell auslaufen zu lassen, könnte fatal werden. Deshalb sollte es sie, wie die KfW-Maßnahmen und die Großbürgschaftsprogramme oder das Start-up-Programm auch, noch bis Ende Dezember diesen Jahres geben.

9. Investitionsanreize durch Verlustverrechnung und Abschreibung

Von steuerlichen Sofortmaßnahmen haben viele Unternehmen in der Krise profitiert. Zwei Corona-Steuerhilfsgesetze ermöglichten etwa die zeitlich befristete, degressive AfA und eine Erhöhung der Maximalgrenze für den Verlustrücktrag. Doch eine breite Ausweitung der Verlustrechnung blieb aus, wodurch die Unternehmen ihre Liquidität hätten stärken können. Die Gewinne der Vorjahre reichten folglich nicht aus, um die Verluste zu kompensieren. Die Ausweitung der Verlustrechung und eine Verlängerung der degressiven AfA auch im nächsten Jahr, könnten aber helfen.

10. Pandemieerfahrungen in ein intelligentes Schutzkonzept umwandeln

Jedem dürfte klar sein, dass uns Corona weiter bedroht, oder noch andere Viren auf den Plan treten können – vielleicht mit noch schlimmeren Auswirkungen, wenn zu spät reagiert wird, gibt der BDI zu bedenken. Um es beim nächsten mal besser zu machen, verlangt der BDI einen Pandemie-Schutzplan, aufbauend auf den Erfahrungen der Krise, der Maßnahmen für alle Inzidenzen beinhaltet.

Dabei sollten klare Regeln aufgestellt werden, wann mit welchen Gegenmaßnahmen reagiert werden muss. Hier einige Auszüge:

  • Der weitere Ausbau der Melde- und Infrastrukturen zwischen Laboren, Gesundheitsämtern und Teststellen ist nötig;
  • Eine vernünftige Bevorratung von Hygienesystemen und Desinfektionsmöglichkeiten ist festzulegen;
  • Notgüter sollten von Handelsbeschränkungen befreit werden, sobald die WHO den medizinischen Notfall feststellt;

Alle Maßnahmen und Pläne, heißt es weiter, sollten durch eine festgelegte Krisenkommunikation und klare Zuständigkeiten begleitet werden. Auch rät der BDI zum regelmäßigen Üben der Maßnahmen, damit im Ernstfall alles möglichst schnell geht. Das Konzept hierzulande muss dabei kompatibel mit denen der EU sein.

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