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Blechnet trifft ...

... auf Kelpies: zwei schottische Wassergeister in Pferdegestalt

| Redakteur: Frauke Finus

Eins reckt den Kopf majestätisch in den Himmel, das andere bläht wachsam die Nüstern – zwei riesige stählerne Pferdestatuen, Wassergeist und Arbeitstier in einem, bewachen eine neugebaute Schleuse im schottischen Falkirk.

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Die Statuen „The Kelpies“, benannt nach den übernatürlichen Wassergeistern aus der keltischen Mythologie, sind die größten Pferdeskulpturen der Welt.
Die Statuen „The Kelpies“, benannt nach den übernatürlichen Wassergeistern aus der keltischen Mythologie, sind die größten Pferdeskulpturen der Welt.
( Bild: Tata Steel )

Dunkelgrüne Landschaften, Nieselregen, Nebel und eine jahrtausendealte Vergangenheit...Schottland ist ein besonderes Fleckchen Erde. Im schottischen Volksglauben lebt noch heute die keltische Mythologie, zu der auch Geister gehören. Kelpies sind dem Menschen nicht gerade wohl gesonnene Wassergeister. Sie bewohnen die fließenden Gewässer des Hochlandes und treten in Gestalt riesiger Pferde auf, die dem Hofe des Meeresgottes als Reit-, Zug- und Lasttiere dienen. An breiten, tiefen Flüssen warten die mächtigen Pferde auf Wanderer und versprechen ihnen sie hinüberzutragen. Ist ein Wanderer aber erst einmal auf dem Rücken eines Kelpie, zieht dieses ihn in die Tiefe und verspeist ihn.

Im schottischen Falkirk haben die Kelpies jetzt ein Denkmal bekommen. Zwei 30 m hohe und jeweils rund 300 t schwere Pferdeköpfe vom Glasgower Künstler Andy Scott sind im Naherholungsgebiet „The Helix Project“ in Falkirk die Attraktion. Da Kelpies Wassergeister sind, ist hier Wasser nicht weit: Die beiden Pferdeköpfe werden durch einen schmalen Kanal voneinander getrennt. Er ist ein Arm des Forth-and-Clyde-Kanals, der quer durch Schottland den Atlantik im Westen mit der Nordsee im Osten verbindet. Die Kelpies ragen an einer neu erbauten Schleuse in die Höhe. Doch die Pferde haben hier noch eine zweite Bedeutung: Die der starken, unermüdlichen Arbeitstiere, die einst auch Lastkähne den Kanal entlang gezogen haben und die ganze Region so am Leben gehalten haben. Vorbilder für die Pferdeköpfe waren die Clydesdale-Kaltblüter „Duke“ und „Baron“.

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Bemeksnwerte Ingenieurleistung

Doch die die Statuen sind nicht nur visuell beeindruckend, sie sind auch eine bemerkenswerte Ingenieurleistung. Der Künstler Scott erstellte zunächst Entwürfe und Modelle der Köpfe im Maßstab 1:10. Allein schon wegen der Größe und des Gewichts konnte er die Arbeit nicht wie sonst allein bewerkstelligen. Die Köpfe mussten, genauso wie eine Brücke, als stabile und sichere Tragwerke entworfen und geplant werden, dabei halfen die beratenden Ingenieure von Atkins. Das Stahlbauunternehmen SH Structures setzte schließlich die Planungen um. Die Innenstruktur der Kelpis ist ausschließlich aus Rohren gefertigt. Für die komplexe Fachwerkstruktur im Inneren der beiden Köpfe entschied man sich für die warmgefertigten Hohlprofile Clesius 335 von Tata Steel. Die guten technischen Eigenschaften und die Vielseitigkeit des Materials waren die entscheidenden Faktoren. Mit über 10.000 speziellen Halterungen wurde die schimmernde Stahlhaut der Pferde am Stahlskelett aus Hohlprofilen befestigt.

Die Ingenieurleistung, die Fertigung und das Design von Andy Scott brachten den Kelpies eine Auszeichnung im Rahmen der „Structural Design Awards 2014“ ein.

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