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Familienunternehmen

50% aller Fremdmanager erweisen sich als Fehlbesetzung

| Redakteur: Jürgen Schreier

Familienunternehmen sind ein eigenes Konstrukt. So ist auch die Besetzung von Führungspositionen durch externe Manager eine äußerst spezielle Herausforderung, die viel Fingerspitzengefühl erfordert. Oft führen unterschiedliche Vorstellungen über Unternehmensentwicklung und Persönlichkeitsstrukturen Scheitern.

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Gabriela Jaecker: „Die Hälfte aller Fremdmanager verlässt das Unternehmen nach spätestens zwei Jahren wieder. Dies war für uns Grund genug zu untersuchen, woran Fremdmanager im Familienunternehmen scheitern.“
Gabriela Jaecker: „Die Hälfte aller Fremdmanager verlässt das Unternehmen nach spätestens zwei Jahren wieder. Dies war für uns Grund genug zu untersuchen, woran Fremdmanager im Familienunternehmen scheitern.“
(Bild: Gabriela Jaecker GmbH)

Die Besetzung von Führungspositionen in Familienunternehmen mit externen Managern ist eine sehr spezielle Herausforderung, die viel Fingerspitzengefühl erfordert. Die Gabriela Jaecker GmbH Personal- und Nachfolgeberatung für Familienunternehmen und das Institut für Mittelstandsforschung der Universität Mannheim (ifm) stellen in ihrer aktuellen Branchenumfrage „ Das Verhältnis von familieninternen geschäftsführenden Gesellschaftern und externen Geschäftsführern“ heraus, wo genau die Schwierigkeiten bei der Besetzung einer Führungsposition durch Fremdmanager liegen. Für diese Umfrage wurden 42 Familienunternehmer über ihre 160 Geschäftsführer persönlich befragt.

50 % der Fremdmanager werfen nach spätestens zwei Jahren den Hut

„Die Hälfte aller Fremdmanager verlässt das Unternehmen nach spätestens zwei Jahren wieder. Dies war für uns Grund genug zu untersuchen, woran Fremdmanager im Familienunternehmen scheitern“, sagt Gabriela Jaecker, geschäftsführende Gesellschafterin der Gabriela Jaecker GmbH Personal- und Nachfolgeberatung für Familienunternehmen.

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Eine Ursache für die hohe Quote der Fehlbesetzung ist der noch nicht ausreichend professionalisierte Rekrutierungsprozess bei den Unternehmen. „Nach unserem Wissensstand werden aber zukünftig vermehrt Fremdmanager benötigt, da die Erbengeneration heute nicht mehr so stark wie früher den Druck verspürt, das elterliche Unternehmen zu übernehmen. Zudem sind die Anforderungen an die Unternehmensleitung derart gestiegen, dass es zunehmend schwerer wird, entsprechend qualifizierte Bewerber in der eigenen Familie zu finden. Umso wichtiger ist die Professionalisierung bei der Rekrutierung familienfremder Manager“, ergänzt Dr. Detlef Keese, Leiter der Forschungsgruppe Familienunternehmen am Institut für Mittelstandsforschung in Mannheim und Mit-Autor der Studie.

Fehlbesetzungen können zu einem Imageschaden führen

Personalentscheidungen werden bisher oft aus dem Bauch heraus getroffen. Dies bestätigt auch das Ergebnis der vorliegenden Branchenumfrage, denn über die Hälfte der Familienunternehmen ist unzufrieden mit ihrem ehemaligen Fremdmanager.

„Diese Fehlbesetzungen können zu einem Imageschaden gegenüber Kunden, Lieferanten und Mitarbeitern und sogar zu einer existenziellen Bedrohung des Familienunternehmens führen“, so Jaecker weiter.

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