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Ätzen statt Stanzen

Ätztechnik bei Präzision und Kosteneffizienz überlegen

| Autor/ Redakteur: Markus Rettig / Stéphane Itasse

Die Ätztechnik hat sich als Bearbeitungsverfahren von Metallteilen neben den konventionellen Verfahren wie dem Stanzen etabliert. Das Verfahren wird nicht mehr nur zur Prototypenfertigung eingesetzt, sondern entfaltet seine Vorzüge auch in der Serienfertigung dünner Metallteile mit komplexem Design.

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Solche fein gelochten Teile wie diese Lautsprecherabdeckung für die Mercedes-C-Klasse lassen sich mit Ätzen schnell und wirtschaftlich herstellen.
Solche fein gelochten Teile wie diese Lautsprecherabdeckung für die Mercedes-C-Klasse lassen sich mit Ätzen schnell und wirtschaftlich herstellen.
(Bild: Precision Micro)

Eines der geläufigen Verfahren für die Herstellung von Teilen aus dünnem Metallblech ist die Stanztechnik. Als Alternativen hierzu haben sich unter anderem die Laserstrahlbearbeitung und die Wasserstrahlbearbeitung etabliert. Die photochemische Ätztechnik hielt man vor relativ kurzer Zeit noch für eine Technik, die allein für die Prototypenherstellung steht. Doch hat sich in den letzten Jahren immer wieder gezeigt, dass diese Metallverarbeitungstechnik auch für die Massenfertigung geeignet ist.

Möglichkeiten des ätztechnischen Verfahrens bei Konstrukteuren und Entwicklern nicht immer bekannt

Die Möglichkeiten des ätztechnischen Verfahrens sind bei Konstrukteuren und Entwicklern nicht immer bekannt. Die einzelnen für die Metallbearbeitung in Frage kommenden Verfahren müssten differenziert beurteilt werden, um Missverständnisse auszuräumen. Precision Micro produziert seit mehr als 50 Jahren Hochpräzisionsmetallteile mittels Produktionsverfahren wie photochemisches Ätzen, Galvanoformen und Drahterodieren.

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Bei der Fertigung neuer Produkte stellt sich stets die Frage, welches Metallbearbeitungsverfahren sich am besten für die jeweiligen Anforderungen eignet. Die Auswahl der richtigen Bearbeitungstechnik ergibt sich aus der Geometrie der Teile, aus der Art des verarbeiteten Metalls, aus seiner Dicke, der erforderlichen Zerspanungsqualität und der Geschwindigkeit des Bearbeitungsverfahrens. Denn in den Konstruktionsprozess werden finanzielle Erwägungen und technische Überlegungen gleichermaßen einbezogen. Die Kosten pro Teil und die Teilequalität sind universell entscheidungsrelevant. Letztendlich beurteilt der Kunde das Produkt, in dem die Metallkomponenten eingesetzt sind, und damit den Erfolg der ausgewählten Fertigungstechnik.

Vergleich der Genauigkeit bei Kontur und Oberfläche

Branchen wie Medizintechnik, Luftfahrt, Automotive, Chemie oder Elektronik fordern immer kleinere, komplexere und exaktere Metallteile. An die Bearbeitungsverfahren werden somit vor allem hinsichtlich der Genauigkeit immer höhere Anforderungen gestellt. Wenn Präzisionsmetallteile gefertigt werden sollen, stehen für die Umsetzung enger Toleranzen und komplexer Bauteilgeometrien nur bestimmte Verfahren zur Auswahl. Die Ätztechnik ist ein chemischer Prozess, der nicht erwünschtes Metall mit einer minimal erreichbaren Standardtoleranz von ± 25 µm entfernt. Durch diesen exakt kontrollierten Prozess entstehen glatte und gratfreie Kanten. Diese Konturgenauigkeit ist einer der Vorteile der Ätztechnik. Das Verfahren ist folglich besonders gut für die Herstellung von Präzisionsteilen und dekorative Teile wie Autoinnenverkleidungen geeignet.

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