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Antriebe für Abkantpressen – kraftvoll, leise und energieeffizient

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Schneller Arbeitstakt senkt Stückkosten

Blechteile werden meist nach Stückkosten gerechnet. Deshalb ist für eine hohe Wertschöpfung ein schneller Arbeitstakt erforderlich. Ein schneller Eil-Ab und Eil-Auf minimiert dabei die Zykluszeiten drastisch. Arbeiten bisherige Hydrauliklösungen oft nur mit dem Eigengewicht des Biegebalkens, so erlaubt der Elektroantrieb durch Drehzahlumkehr einen schnellen und exakt steuerbaren Eil-Ab und Eil-Auf. Diese Optimierung des Systems gewährleistet ein kleinerer Eilgangzylinder innerhalb des Arbeitskolbens, der je nach Einstellung eine höhere Beschleunigung erzielt. Der Hilfszylinder wird direkt von der Servopumpe versorgt. An der Biegeposition angekommen arbeiten Eilgangzylinder und Arbeitszylinder zusammen. So wird der gesamte Kolbenraum genutzt, um eine maximale Kraftentfaltung sicherzustellen. Bei der maximalen Arbeitsgeschwindigkeit von 10 mm/s wird die erforderliche Kraft aufgebracht. Die Servopumpe regelt die Richtung und Position sowie den Druck des Zylinders.

Im direkten Vergleich zu herkömmlichen Anlagen ist der Maschinenzyklus dadurch deutlich kürzer. Da Materialfluss und Teilequalität eine nicht zu überschreitende definierte Höchstgeschwindigkeit der Umformung vorgeben, stammt der Zeitgewinn aus den Nebenzeiten wie verbesserte Rampenzeiten in den einzelnen Prozessschritten des Systems. Hier schlägt das neue Hybridsystem die üblichen hydraulischen Antriebe um Längen und erlaubt typischerweise bis zu 30 % Zyklusverkürzung.

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Dabei sind im Eil-Ab wie Eil-Auf Ganggeschwindigkeiten bis zu 230 mm/s möglich. Für den Maschinenbauer und Nutzer birgt das einen weiteren Zusatznutzen: Das Gewicht des Biegebalkens kann auf das von der Krafteinwirkung vorgegebene Maß reduziert werden, da die Kolbenbewegung nun unabhängig vom Balkengewicht ist. Das spart Material- und Handlingkosten.

Keine Angst vor Überbelastung dank konstruktiver Lösung

Werden schnelle rotierende Teile schlagartig abgebremst, entstehen hohe Kräfte, die problemlos auch dicke Wellen und Passfedern abscheren können. Mechanische und damit verschleißträchtige (Rutsch-) Kupplungen müssen dann diese Systeme entkoppeln. Die Hybridlösung begegnet solchen Blockaden dagegen mit bewährter, einfacher Technik: Überlast wird im Hydraulikteil durch Überdruckventile sicher abgebaut und gleichzeitig über die Elektronik die Pumpenleistung kontrolliert und angepasst. Da alle Komponenten praktisch verschleißfrei durch Eigenschmierung arbeiten, erhöht das die Lebensdauer des Aktors. Da alle mess- und steuerungsrelevanten Komponenten direkt elektrisch aus dem ePrAX® heraus geführt werden, lässt es sich auch schnell und sicher in ein übergeordnetes Anlagensicherheitskonzept applizieren.

Das Hybridkonzept aus dynamischem Elektroantrieb und bewährter hydraulischer Kraftuntersetzung setzt als kompakter Kraftzwerg neue Maßstäbe bei Abkantpressen und vergleichbaren Antriebslösungen im Maschinenbau. Höchste Kräfte und Präzision, gepaart mit kurzen Zykluszeiten und einer Energieeinsparung bis zu 70 %, sprechen für sich. Der leise Betrieb bringt einen weiteren Vorteil, da Lärmemissionen in Produktionshallen ein ernstzunehmendes Thema beim Arbeitsschutz in Fertigungsumgebungen sind. Hinzu kommen eine einfache Einbindung in bestehende Systeme und ein intelligentes hydraulisches Getriebe bei Montage und Betrieb.

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