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VDMA Asien bleibt der Wachstumsmarkt für deutsche Maschinenbauer

| Redakteur: Stéphane Itasse

Asiens Osten von Indien über Indonesien bis Japan ist nicht nur die Wachstumslokomotive der Weltwirtschaft, sondern wird es auf absehbare Zeit auch bleiben. Dies bietet besondere Chancen für die deutschen Maschinenbauer, stellt sie aber auch vor neue Herausforderungen, wie beim Arbeitskreis „Asien im Vorwärtsgang – Alte Märkte, neue Chancen?“ auf der VDMA-Mitgliederversammlung deutlich wurde.

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„In den ASEAN-Ländern haben deutsche Maschinenbauer in den vergangenen Jahren Marktanteile verloren“, warnte Hans-Joachim Boekstegers, Sprecher der Geschäftsführung der Multivac Sepp Hagenmüller GmbH & Co. KG und Sprecher des VDMA-Außenwirtschaftsausschusses vor einer einseitigen Konzentration auf China und Indien. Bild: Itasse
„In den ASEAN-Ländern haben deutsche Maschinenbauer in den vergangenen Jahren Marktanteile verloren“, warnte Hans-Joachim Boekstegers, Sprecher der Geschäftsführung der Multivac Sepp Hagenmüller GmbH & Co. KG und Sprecher des VDMA-Außenwirtschaftsausschusses vor einer einseitigen Konzentration auf China und Indien. Bild: Itasse
( Archiv: Vogel Business Media )

Für die deutschen Maschinenbauer ist das Exportvolumen nach Asien von 17,4 Mrd. Euro im Jahr 2004 auf 23,8 Mrd. Euro im Jahr 2009 geklettert, erläuterte Hans-Joachim Boekstegers, Sprecher der Geschäftsführung der Multivac Sepp Haggenmüller GmbH & Co. KG und Sprecher des VDMA-Außenwirtschaftsausschusses. China ist in der Region der wichtigste Absatzmarkt, aber auch Japan oder die Länder des südostasiatischen Staatenbundes Asean seien nicht zu vernachlässigen.

Deutsche Maschinenbauer haben Asean-Länder vernachlässigt

„Dort haben die deutschen Maschinenbauer in den vergangenen Jahren Marktanteile verloren, weil sie sich zu sehr auf China und Indien konzentriert haben“, sagte Boekstegers. Inzwischen ist aber in Asien eine Maschinenbauindustrie herangewachsen, die von den deutschen Herstellern ernst genommen werden muss.

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„60% unserer Asien-Exporte gehen nicht nach China“, schloss sich VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers den Ausführungen von Boekstegers an. Nach dem Reich der Mitte mit 40% der Asien-Exporte deutscher Maschinen kommt Indien auf knapp 9%, Südkorea auf 8% und alle Asean-Staaten zusammen auf 12%. Doch der Wettbewerb aus der Region werde immer stärker, im Jahr 2009 hat Asien sogar Europa als wichtigste Maschinenbau-Region knapp überflügelt.

Asien dürfte weltgrößte Maschinenbau-Region bleiben

Dies dürfte nach Ansicht von Oliver Wack, Ost- und Südostasienreferent des VDMA, vorerst auch so bleiben. Der asiatische Maschinenbau profitiere von einer steigenden Binnennachfrage in der Region, der dort angesiedelten Produktion neuer Produkte wie Flachdisplays und von dem Trend zu Megastädten mit all seinen Problemen, der in Asien besonders ausgeprägt sei.

Asien hat aber nach Auskunft von Wack die Krise besonders gut bewältigt: So seien die deutschen Maschinenexporte nach Südkorea im Jahr 2009 stabil geblieben, nach China hätten sie sogar um 4% zugelegt. „Damit war China 2009 der einzige unserer 20 großen Absatzmärkte, wo wir ein Wachstum verzeichnen konnten“, sagte Wack.

Maschinenbauer aus China profitieren von deutscher Schwäche in Südostasien

Wie stark die neuen Wettbewerber Marktanteile erobern, zeigte Ulrich Ackermann, Leiter der VDMA-Außenwirtschaftsabteilung, anhand der Asean-Staaten. Heute sind dort die japanischen Maschinenbauer mit 28% Marktanteil vertreten, gefolgt von China mit 17, den USA mit 12 und Deutschland mit 8%. „Die chinesischen Maschinenbauer waren vor einigen Jahren dort praktisch noch nicht präsent“, berichtete Ackermann.

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